
Sehr geehrte Damen und Herren,
Es gibt verschiedene Projekte, den hessischen Einbürgerungsfragebogen zu beantworten. In dem für alle kostenlos zugänglichen Internet-Medium www.wikibooks.de haben sich einige Autoren zusammengeschlossen, um gültige Antworten für den Einbürgerungstest zu erarbeiten (Einstieg über das Stichwort "Einbürgerungstest Hessen").
Die Anmerkungen hierzu auf der Diskussionsseite zeigen, daß der Fragebogen handwerklich ziemlich schlecht gemacht ist, weil die Antworten meistens eben nicht eindeutig oder wertend sind. Bei den wertenden Antworten stellt sich hier die Frage nach den Freiheitsgraden. Ist es beispielsweise erlaubt, zu antworten, man hätte anstelle der Schulpflicht lieber eine Unterrichts- oder Bildungspflicht, wie sie in anderen parlamentarischen Demokratien ja auch üblich ist? Wo sind hier die Grenzen?
Ich glaube schon, daß wir eine Wertediskussion brauchen und daß jeder Neubürger auch unsere Werte kennen sollte.
Aber wenn man diesen handwerklich miserabel gemachten Fragebogen sieht, muß man befürchteten, daß der Einbürgerungswillige sich einer Reihe staatlicher Willkür ausgesetzt sieht, bevor er Bürger bei uns ist. Aber die CDU mit ihrer absoluten Mehrheit kann sich das ja wohl erlauben.
Die Diskussionsseite und die Links verweisen übrgiens auch auf weitere Projekte, etwa einen ganz lustigen Multiple-Choice-Fragebogen eines Berufsschullehrers.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Gert Blazejewski (FDP)

Meiner bescheidenen Meinung nach ist der Einbürgerungstest nicht notwendig. Selbst viele Deutsche wären nicht in der Lage einige der veröffentlichten Fragen korrekt zu beantworten. Viel sinniger wäre vor diesem Hintergrund ein Staatsbürgertest den jeder potentieller Wähler bestehen muß, bevor er seine staatsbürgerlichen Pflichten wahrnehmen kann.
Mir ist durchaus bewußt, daß dies eine illusorische Forderung ist: viele (besonders die großen Volksparteien) würden durch diesen Test ihre "Wählerbasis" zu großen Teilen verlieren.
Kann man das wollen? :)