Antisemitismus

Haftbefehl gegen Holocaust-Leugner Zündel

Neonazi Zündel kommt vor Gericht

Neonazi Zündel kommt vor Gericht

02. März 2005 Der aus Kanada ausgelieferte Neonazi und Holocaust-Leugner Ernst Zündel soll nach dem Willen der Mannheimer Staatsanwaltschaft in Untersuchungshaft genommen werden.

„Er wird dem Haftrichter vorgeführt“, sagte eine Sprecherin der Ermittlungsbehörde am Mittwoch. Gegen Zündel liegt ein Haftbefehl wegen des Verdachts der Volksverhetzung vor. Er war am Dienstagabend nach seiner Auslieferung aus Kanada festgenommen worden.

Leugnung des Holocausts im Internet

Dem 65 Jahre alten Mann wird vorgeworfen, im Internet die Ermordung von sechs Millionen Juden durch die Nationalsozialisten geleugnet zu haben.

Dies ist nach deutschem Recht auch dann strafbar, wenn der Computer-Server im Ausland steht. Als Tatort in Deutschland gelte jeder Ort, an dem die Inhalte herunter geladen würden, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

Abschiebung nach Deutschland gerechtfertigt

In der vergangenen Woche hatte ein kanadisches Gericht den Weg für die Abschiebung Zündels freigemacht, der sich zwei Jahre lang gegen seine Auslieferung gewehrt hatte. Das Gericht entschied, die Mitgliedschaft Zündels in einer extremistischen Organisation rechtfertige die Abschiebung.

Ende der Fünfziger Jahre war Zündel nach Kanada gezogen. Nach einem Rechtsstreit über antisemitische Schriften ging er 2001 nach Amerika. Von dort wurde er nach Ablauf seines Visums wieder nach Kanada abgeschoben, wo er jetzt verhaftet wurde.

Text: FAZ.NET mit Material von Reuters
Bildmaterial: AP

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