03. Juli 2003 Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat sich bei Bundeskanzler Gerhard Schröder für seinen umstrittenen Nazi-Vergleich entschuldigt. Bei einem Telefongespräch kam Berlusconi damit am Donnerstagabend einer ausdrücklichen Aufforderung des Kanzlers nach, wie Schröder berichtete.
Berlusconi habe in dem Gespräch sein Bedauern über die Wahl des Begriffes und des Vergleichs ausgedrückt, sagte Schröder. Er selbst habe Berlusconi gesagt, dass für mich die Sache damit erledigt ist. Im Interesse Europas hoffe er, dass die italienische Ratspräsidentschaft ein Erfolg werde, erklärte der Kanzler weiter.
Schröder hatte Berlusconi zuvor aufgefordert, sich für seine Äußerungen gegenüber dem sozialdemokratischen Fraktionsvize Martin Schulz zu entschuldigen. Berlusconi hatte Schulz am Mittwoch bei seinem Debüt als EU-Ratsvorsitzender im Europaparlament vorgeschlagen, dieser solle doch in einem Film über Konzentrationslager, der gerade in Italien gedreht werde, die Rolle des KZ-Aufsehers übernehmen. Schröder bezeichnete diese Äußerungen im Bundestag als Entgleisung und völlig inakzeptabel.
Text: dpa, AP
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