Dossier

Gipfeltreffen der Globalisierungsgegner

Gipfel-Demonstranten in Genua

Gipfel-Demonstranten in Genua

20. Juli 2001 Der G-8-Gipfel der sieben führenden Industrienationen und Russlands vom 20. bis 22. Juli in Genua ist auch für Globalisierungsgegner wieder ein Gipfelereignis - nach Göteborg und Salzburg allein in diesem Jahr. Über die Internetadresse Gipfelsturm.net wurde und wird der Protest gegen diese Gipfelkonferenzen zum Teil organisiert. „Wir sind überall“ - so das Motto vom Intro-Flash der Seite.

Betroffen von massiven Protesten waren in den vergangenen Jahren vor allem die Gipfeltreffen von Weltbank und Internationalem Währungsfonds (IWF), der Welthandelsorganisation WTO, des in der Schweiz ansässigen Weltwirtschaftsforums (WEF) und der G-7-/G-8-Staaten.

Die Proteste richten sich gegen die negativen Folgen eines ungehemmten Welthandels vor allem für die ärmsten Staaten der Erde. Gefordert wird auch eine demokratische Kontrolle und Regulierung der internationalen Finanzmärkte. Diese werden für eine weltweit wachsende soziale Ungleichheit mit verantwortlich gemacht werden.

Nach ersten Boykott-Aufrufen gegen global operierende Firmen gab es erste größere Zusammenkünfte der Freihandelsgegner 1996 beim Internationalen Kongress der Zapatisten im mexikanischen Bundesstaat Chiapas und Anfang 2001 beim World Social Forum in Porto Alegre (Brasilien).

Unter den bis zu 50 000 WTO-Gegnern, die im Dezember 1999 beim Welthandelstreffen in Seattle auftraten, waren unter anderem Umweltschützer, Gewerkschafter und Menschenrechtler. Zum Protest gegen den Weltwirtschaftsgipfel von Köln im Juni 1999 hatten zahlreiche Nichtregierungsorganisationen (NGO), kirchliche Initiativen und Umweltaktivisten ebenso aufgerufen wie linksradikale und autonome Gruppen. Seit Seattle und Göteborg prägen jedoch radikale Minderheiten das öffentliche Erscheinungsbild. FAZ.NET beschäftigt sich in einem Dossier mit Aspekten der Anti-Globalisierungsdebatte und den geplanten Protesten in Genua.

Text: @bar
Bildmaterial: dpa

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