22. April 2005 Der japanische Ministerpräsident Junichiro Koizumi hat die tiefe Reue seines Landes für die Besatzungspolitik während des Zweiten Weltkriegs betont. In der Vergangenheit hat Japan durch seine Kolonialherrschaft und Aggression den Menschen in vielen Ländern gewaltigen Schaden und Leid zugefügt, sagte Koizumi am Freitag beim Asien-Afrika-Gipfel in der indonesischen Hauptstadt Jakarta.
Seine Ansprache folgte auf schwere Vorwürfe Chinas, Koizumis Regierung verharmlose japanische Kriegsverbrechen. Der japanische Ministerpräsident ließ China bei seiner Entschuldigung jedoch unerwähnt.
Koizumi bestätigt Treffen mit Chinas Präsident
Koizumi bestätigte am Rande des Treffens, daß er an diesem Samstag den chinesischen Staats- und Parteichef Hu Jintao treffen werde. Das berichteten am Freitag lokale und japanische Medien.
Die Zulassung eines japanischen Schulbuchs, in dem nach Ansicht Pekings japanische Kriegsverbrechen verharmlost werden, hatte in China Proteste und Ausschreitungen gegen japanische Einrichtungen ausgelöst. Die chinesischen Behörden ließen die Demonstranten zunächst gewähren, was zu einer schweren Krise in den Beziehungen zwischen beiden Staaten führte. Peking verweigerte eine Entschuldigung für die Übergriffe und erklärte wiederholt, die japanische Haltung habe die nationalen Gefühle des chinesischen Volkes tief verletzt.
Inhaltlich ging Koizumis Erklärung vom Freitag nicht über frühere Entschuldigungen japanischer Regierungen für die Besatzungspolitik im Zweiten Weltkrieg hinaus.
Text: FAZ.NET mit Berichten von AP, AFP und dpa
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