Neujahrsansprache

Merkel: Überkommene Rituale überwinden

Bundeskanzlerin Merkel hat die Bürger in ihrer Neujahrsansprache zu Zuversicht und Tatkraft ermutigt. An die Bundesbürger appelliert sie, konkrete Vorsätze für zusätzliche Leistungen zu fassen - gleich heute abend.

Lesermeinungen zum Beitrag

01. Januar 2006 10:33

Neujahrsansprache der Bundeskanzlerin

Reinhard Kösters (57490)

Ich begrüße die Andeutung einer Vision (in zehn Jahren wieder unter den ersten der EU) und halte es für richtig, dass die Bundeskanzlerin auf die Notwendigkeit vieler "kleiner Schritte" in die entsprechende Richtung hinweist. - Indes sollten diese nicht so "klein" ausfallen, dass keine Aussicht mehr besteht, das visionäre Ziel zu erreichen. Ich mahne an die Mut zum Konkreten. - In diesem Zusammenhang erscheint es mir nicht verfehlt auf die Wiedererrichtung des Berliner Stadtschlosses hinzuweisen. Die emotionale Bedeutung solcher Architektur zeigt sich in den Folgen, die der Wiederaufbau der Dresdener Frauenkirche auch bei Nicht-Religiösen ausgelöst hat. - Zusammen mit der Restaurierung (und Erweiterung) der Museumsinsel könnte der Wiederaufbau des Stadtschlosses in seiner Funktion als Humboldtforum Ähnliches und mehr erreichen. - All dies zählt auch im Ökonomischen sehr viel mehr als bloß "rationale" Maßnahmen. Prof. Dr. Reinhard Kösters, Die Hegge, 4; 34439 Willebadessen.

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31. Dezember 2005 21:54

Grundschullehrerin spricht zu ihren Kindern

Roland Popp (Roteur)

Oh weia... Sylvesteransprachen sind ja seit Jahrzehnten etwas dröge und aus der Abteilung "Textbausteine" mal etwas anders anordnen. Von daher hatten sie immer einen unfreiwilligen komödiantischen Aspekt. Was sich aber Angela Merkel da geleistet hat, zeigt doch eine weitergehende Infantilsierung der Politik. Diese Ansprache kommt mir so vor, als wäre ich gerade eingeschult worden und meine nette und bestimmte Lehrerin will mir etwas Mut und zusprechen und Perspektiven ausmalen. In Ton, Gestus und Wortwahl: So kindisch war eine Sylvesteransprache noch nie! Irgendwie ist der alte Sponti-Spruch von "Ton, Steine, Scherben" mit "Kinder an die Macht" auf seine eigene Art Realität geworden.

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31. Dezember 2005 16:37

Wir haben verstanden

Sebastian Olbrich (Basti1976)

Nun bitte nicht so auf der armen Angie rumhacken - zumindest nicht deswegen! Die Gute versucht doch nur mit (leeren) Worten und offenen Briefen das dröge Volk in die vier Buchstaben zu treten. Wenn es funktioniert toll, wenn nicht, einfach ignorieren. Das haben wir mit Schröders "Wetten dass..." Auftritt schließlich auch getan ;).

Wenn schon, gehen wir doch an Themen die wirklich nerven: wo beispielsweise ist den die Richtung, in die die kleinen Schritte angeblich gehen sollen? Warum wird die Dame im Inland für eine EU-Schlichtung gefeiert, bei der Deutschland schlechter gestellt ist? Was ist an einer Steuererhöhung ehrlich? Und wenn jetzt zu wichtigen Reformfragen (Länderfinanzen, Steuern, Gesundheit, Renten, EU-Verfassung, etc.) wieder Experten eingesetzt werden, wer war denn dann vorher am Werk?

In diesem Sinne, frohes Neues


P.S.: Danke Herr Merkle für den schönen Kommentar und Glückwunsch zum Vorsatz - schließe mich da an!

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31. Dezember 2005 15:24

Es geht doch Bergauf. Also nicht immer Nörgeln!

Carsten Hilgenfeld (FrenktheCast)

Ich denke, wir sind auf dem richtigen Weg. Wie lange ist es her, dass Deutschland "der Konjunkturmotor der EU" sein wird - bzw. dies gesagt wurde oder dass Prognosen nach oben korrieriert werden mussten?
Im Zuge der Bedingungen, die die USA an die UN gestellt haben, bis 06/06 die UN zu reformieren, ergibt sich meiner Meinung nach seit Jahren die beste Chance, in den Weltsicherheitsrat mit einem ständigen Sitz zu kommen.
Wir haben einen Physiknobelpreisträger (zudem einen der Jüngsten, die ihn je bekommen haben).
Die Fussball-WM kommt.
Das erste Mal seit Jahren verzeichnet der Einzelhandel einen Aufschwung.
Also Friedebald Merkle - warum immer Nörgeln?

Es gibt viele Sachen, die nicht gut laufen- aber wir, die Wähler (so weit man wählen gegangen ist), haben doch selbst "schuld" an der politischen Situation.
Ich glaube, dass Merkel einen guten Job machen wird -und ganz ehrlich, was bitte hat denn Schröder die ersten 2 Jahre gemacht? Da kann die Große Koalition sich nur bewähren. Merkel hatte zudem einen guten Einstand - innen wie außenpolitisch.

Von der Warte - nicht rumnölen sonden anpacken. Motivieren und sich engagieren, um etwas zu bewegen.

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31. Dezember 2005 14:53

Zu Gast in Deutschland, nicht nur im Jahre 2006

Fionn Huber (fionn)

Allein die WM 2006 wird der deutschen Wirtschaft angeblich einen zusätzlichen Wachstumsschub von ca. 0,5 Prozent geben.

Tourismus-Europameister ist Deutschland aber, mit einer Anzahl Ankünfte (ohne Transit) von ca. 15 Millionen, bei weitem nicht. Besser schneidet Grossbritannien, mit ca. 25 Millionen Besucher jährlich, ab - und dort ist n.b. das Klima auch nicht gerade tropisch. Top-Destination in Europa bleibt Frankreich wo über 70 Millionen Menschen pro Jahr Ferien machen.

Der deutsche Dienstleistungssektor Tourismus scheint also eher "unterentwickelt" zu sein, oder?

F. Huber

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31. Dezember 2005 09:44

Fromme Wünsche!

Erni Bär (Kuwitter)

So in der Art habe ich es erwartet. Fromme Wünsche reinsten Wassers wie gehabt. Ich bin der Meinung, dass wir in der Bundesrepublik Deutschland noch immer sehr innovativ und ideenreich auf der Ebene des Individuellen sind. Es gibt unendlich viel Faszinierendes um uns herum, was nicht jeder mitbekommt, weil diese Dinge entweder mangels Sensationswert gar nicht in die Medien gelangen oder so kompliziert und dezidiert sind, dass der so ganannte "Normalbürger" sie nicht zur Kenntnis nimmt. Vielleicht sollte man in Berlin ein Ministerium für Rohstoffgewinnung aus der natürlichen Intelligenz unserer Bürger einrichten und Scouts oder ähnliche Personen dann landesweit danach schürfen lassen!

Wir haben auch mehr als eine Fußball-WM zu bieten, so schön wie dieses international beachtete Ereignis auch vielen erscheinen mag. Zum Beispiel, dass das Zusammenleben mit ausländischstämmigen Mitbürgern für ungeheuer viele intelligente Deutsche überhaupt kein Problem darstellt, weil sie über eine hohe Erkenntnisfähigkeit verfügen und die Zeichen der Zeit (Bevölkerungsabnahme bei uns usw.) wohl erkannt haben.

Herr Stoiber als neueste Lachnummer darf natürlich nicht fehlen. Ich habe mehr als 20 Jahre als ungelernter Arbeiter verbracht. Dort wäre man der Meinung, dass jemand, der so viel "Mist gebaut" hat, auch männlich die Konsequenzen ziehen und seinen Platz räumen sollte- der Typ sei sowieso "erledigt"!

Hamburg, 31.12.2005 Erni Bär

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31. Dezember 2005 09:08

Nie wieder CDU wählen!

Friedebald Merkle (friedebaldmerkle)

Den Vorschlag von Frau Merkel habe ich aufgenommen.
Mein Vorsatz: Nie wieder CDU wählen. Man braucht diese Partei nicht mehr. Wenn man abgezockt werden möchte, kann man gleich die Sozialisten wählen. Für mich kommt nur noch die FDP in Frage - die einzige noch verbleibende Partei mit Wirtschaftsverstand!

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31. Dezember 2005 02:01

Überkommene Rituale überwinden

Paul Schächterle (paulimausi)

Herr Stoiber hat recht, wenn er sagt, dass Deutschland mit Staaten mit niedrigeren Löhnen, weniger Arbeitsschutz und schlechterem Umweltschutz konkurriert. Das ist der Grund dafür, dass sinnvolle Gesetze scheitern oder verwässert werden, die Löhne seit Jahren stagnieren und die Vermögensverteilung ungleicher wird. All das, um den "Standort" nicht zu gefährden.

Das Problem ist, dass die meisten Dinge, die schlecht für den Standort sind, gut für die Menschen sind und umgekehrt.

Wenn wir also auf überkommene Rituale verzichten sollen, dann auf das kontinuierlich Erheben von Forderungen zum Standorterhalt: Lohnzurückhaltung, Steuersenkungen für Unternehmen und Kapitaleigner, Verzicht auf Sozial- und Umweltgesetzgebung.

Wenn wir den Standort weiter verbessern, so wird das Deutschlands Position im Vergleich zum Ausland verbessern. Die Gesamtsituation aller Staaten wird dadurch jedoch verschlechtert.

Erkennen wir, dass es die Standortkonkurrenz ist, die schlecht ist für die Menschen und dass wir vernünftige Handelsregeln brauchen, um diese fatale Konkurrenz zu überwinden!

Noch ein Ritual sollte verschwinden, nämlich die ebenfalls kontinuierliche dahergeplapperte Behauptung, der "freie" Welthandel sei stets vorteilhaft. Handel ist normalerweise sinnvoll. Das ändert sich jedoch, wenn er die Rechtsordnung und das soziale Gefüge untergräbt.

Mit freundlichen Grüßen
und besten Wünschen für das neue Jahr
Paul Schächterle

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