Italien

Andreotti von Mordvorwurf freigesprochen

Andreotti: “Ich wußte, daß das so enden würde“

Andreotti: "Ich wußte, daß das so enden würde"

31. Oktober 2003 Das oberste italienische Gericht hat am Donnerstag den ehemaligen Ministerpräsidenten Giulio Andreotti von einer Mordanklage freigesprochen. Andreotti war im November 2002 in einem Berufungsverfahren als Drahtzieher des Mordes an dem Journalisten Mino Pecorelli zu 24 Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Ein Gericht in erster Instanz hatte den heute 84Jährigen bereits vom Vorwurf freigesprochen, 1979 die Mafia mit der Ermordung des Journalisten beauftragt zu haben. Das Verfahren gegen Andreotti dauerte rund zehn Jahre.

Keine Beweise und kein Tatmotiv

Der Freispruch durch das Kassationsgericht am Donnerstag war erwartet worden, nachdem Generalstaatsanwalt Gianfranco Ciani am Vortag den Freispruch beantragt hatte. Es gebe keine Beweise und kein Tatmotiv, gab er als Grund an. Auch der mitangeklagte Mafia-Boss Tino Badalamenti sei freizusprechen. Das Kassationsgericht schloß sich dieser Argumentation an.

Im vorangegangenen Prozeß hatte es dagegen geheißen, Andreotti habe den Mord in Auftrag gegeben, weil der Journalist Dokumente veröffentlichen wollte, die den siebenmaligen Regierungschef belastet hätten. Die Staatsanwaltschaft der mittelitalienischen Stadt Perugia hatte sich auf Äußerungen von Mafiosi gestützt, die mit der Justiz zusammenarbeiten.

Andreotti, der stets seine Unschuld beteuert hat, hatte gegen das Aufsehen erregende Urteil im Vorjahr Berufung eingelegt und die Haftstrafe nicht antreten müssen. In Italien gelten Angeklagte bis zum Spruch des Kassationsgerichts als unschuldig. „Ich wußte, daß das so enden würde“, erklärte Andreotti nach dem Urteil des Kassationsgerichts.

Text: dpa
Bildmaterial: dpa/dpaweb

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