In eigener Sache

F.A.Z. paßt Rechtschreibung an

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung und FAZ.NET werden ihre Rechtschreibung zum 1. Januar 2007 den in den Schulen gebräuchlichen Schreibweisen weitgehend anpassen. Dieser Schritt dient der Einheitlichkeit der Rechtschreibung.

Lesermeinungen zum Beitrag

14. Dezember 2006 17:33

Neue Rechtschreibung

Manfred Andexinger (Andexinger)

Ich finde es zutiefst bedauerlich, daß sich die FAZ als Leitmedium des deutschen Sprachraums entschlossen hat, die neue Rechtschreibung einzuführen. Frei nach dem Motto: Millionen Lemminge können sich nicht irren.

Dr. Manfred Andexinger, Wien

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12. Dezember 2006 19:37

Anpassen?

Annette Moussa (oerschen)

Ich bin selbst Schülerin und kenne das Wirrwarr um die "neue" deutsche Rechtschreibreform! Es gibt keine einheitlichen Regeln, die Regeln wurden immer wieder geändert, revidiert und ausgebessert, bis selbst die Deutschlehrer nicht mehr wussten, welche Fehler sie anstreichen sollen!

Ich fand es eigentlich vorbldlich, dass die FAZ bei der Rechtschreibreform nicht mitzieht. Damit haben sie ihren Trotz offen gezeigt. Und jetzt wird das Projekt aufgegeben, weil man deswegen kritisiert wurde!

Zuerst müssen die Reformen eindeutig und vor allem endgültig sein, bevor man sie "neu und offiziell" nennt!

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11. Dezember 2006 11:06

Der Hauptströmung folgen?

Bernhard Eversberg (Eversberg)

Die jetzt wahrgenommene "Hauptströmung" ist doch erst entstanden, indem Schulen und Zeitungen quasi gleichgeschaltet wurden und nur wenige sich querstellten.
Hätte man auf Entscheidungsfreiheit und Akzeptanz gesetzt, wie viele hätten denn den Reformern ihren Kram abgekauft?
Dadurch waren Fakten geschaffen, denen sich die FAZ, die das Spiel nachweislich durchschaut hatte, jetzt nicht mehr verweigern zu dürfen meint. Weil nun alle Mist machen, müssen wir das auch tun, damit die Kinder wenigstens einheitlichen Mist vorfinden? Ach du Schande.
So groß das Verdienst der Zeitung um die Korrektur der
schlimmsten Verirrungen ist, der jetzt eingetretene Verlust an Glaubwürdigkeit wiegt leider schwerer.

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11. Dezember 2006 09:26

Kein Untergang

Bernhard Eversberg (Eversberg)

Die Übertreibung vom Untergang des Abendlandes wird immer nur von den Reformbefürwortern bemüht, aus offensichtlichen Gründen - es fehlen halt stichhaltige Argumente für die Reform. Daß die FAZ nun ihre Verantwortung gegenüber den Schulkindern voranstellt, ist eine alberne Ausrede, denn nach wie vor ist der allergrößte Teil der Weltliteratur in deutscher Sprache nur in alter Rechtschreibung verfügbar, und das wird noch lange so bleiben. Schulbüchereien, und das sind in Deutschland oft nichts anderes als nutzlose Bücherhaufen, mögen ihren Bestand "modernisieren", aber seriöse Bibliotheken sehen solche Barbareien mit Horror, sind sie
doch im Effekt nichts anderes als Bücherverbrennung und Zensur. Inwieweit der Neuschrieb den Kindern den Zugang zur Weltliteratur erschwert oder verleidet, ist noch nicht untersucht, und das scheint auch die FAZ nicht mehr zu interessieren. Es ist nicht von einem Untergang zu reden, aber von der Zerstörung einer Kulturleistung. Wenn eine Zeitung das nicht sehen will, disqualifiziert sie sich. Die FAZ hat jetzt ihre Glaubwürdigkeit eingebüßt, das ist eigentlich schlimmer als Untergang.

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10. Dezember 2006 11:04

Was zeichnet die deutsche Sprache aus?

Daniel Hirsch (dhirsch78)

Die deutsche Sprache zeichnet sich gegen andere Sprachen doch eben durch ihre Vielseitigkeit aus. Die Möglichkeit mit einfachen Wortzusammenfassungen oder Änderung der Punktierung den Sinn eines Satzes völlig zu verändern. Viele Dinge lassen sich dadurch einfach und direkt ausdrücken, während man in anderen Sprachen oft komplizierte Wendungen basteln muss. Das "erkaufen" wir uns durch eine schwerere Beherrschbarkeit der Sprache, aber wer zwingt denn einen Ausländer oder einen Schüler komplizierten Syntax zu verwenden? Einfache Sätze, die man 1:1 ins Englische übersetzen kann, kann man auch im Deutschen bilden. Dieses Alleinstellungsmerkmal aufzugeben und die deutsche Sprache, die bereits jetzt von Anglizismen überrannt wird, in einen Spracheinheitsbrei einordnen zu wollen, kritisiere ich seit Langem an der Rechtschreibreform. Umso mehr fand ich die Position der FAZ bewundernswert, das nicht mitmachen zu wollen. Fragt sich nur, wieso die FAZ jetzt einknickt. Ich kann nur hoffen, dass die Redaktion diesen Schritt nochmals überdenkt. Ich möchte auch in Zukunft hochwertige Texte in der FAZ lesen können. Dabei kommt es eben nicht nur auf den Inhalt an, sondern auch auf die schriftliche Formulierung dessen.

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09. Dezember 2006 09:48

Unlautere Antimetrie

Ansgar Matthes (ansilein)

Während die FAZ Ihre Rückkehr zur traditionellen, bewährten Orthographie in eine Selbstbeweihräucherung hochstilisierte, war sie mit dem entgegengesetzten Schritt hingegen auffällig zurückhaltend. In DDR-typischer Medienmanier wurde der Meldung ein im Vergleich zur Evidenz dieses Ereignisses unverhältnismäßig geringes Gewicht beigemessen. Diese Antimetrie empfinde ich als unlauter!

Seit Tagen warte ich nun darauf, daß die FAZ auch Leserbriefe veröffentlicht, die diesen Schritt kritisieren, aber das scheint in der Redaktion wohl kräftig unterschlagen zu werden - wieviel, darüber kann man nur spekulieren, und an dieser meiner Spekulation ist die FAZ selbst schuld. Solche Unehrlichkeit widert mich an!

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08. Dezember 2006 14:57

Der Untergang des Abendlandes

Andrea Weigelt (Andrea.Weigelt)

132 Kommentare zu dem Thema? Kündigungen des Abo? Oh Gott! Da kann man nur noch frei nach Henry Higgins zitieren: "Den Deutschen ist es egal was sie sagen, Hauptsache es wird in alter Rechtschreibung geschrieben"

Das Sprachgefühl hängt von der Rechtschreibung ab??!!! HALLO??? Warum nennt man es wohl Sprachgefühl? Noch heute lernen die Kinder zuerst sprechen und dann lesen und schreiben.

Ich habe zwar auch schon die FAZ öfter in die Ecke geworfen, aber doch eher wegen inhaltlicher Aussagen. Wie hoch ist z.B. der finanzielle Beitrag der privaten Fernsehsender, damit deren Sendungen so unangemessen lobend besprochen werden?. Auch die Vielzahl beschreibender Adjektive die vielleicht etwas in Kommentaren, aber in dieser Anzahl sicherlich nichts in ganz normalen Artikeln zu suchen haben. Gänzlich unangemessen die wiederholte Verwendung von "unflexiblen und zu teuren alten Mitarbeitern", dass sich durch die Artikel wie ein Mantra zieht. Auch viele Artikel zur Familienpolitik zeugen davon, dass diese von Redakteuren verfasst wurden, die doch recht frei von praktischer Sachkenntnis sind.

Es gibt viele Gründe die FAZ zu lesen oder auch nicht, aber die Rechtschreibung ist kein Grund. Dafür gibt es Bücher!

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08. Dezember 2006 11:53

Schade

Niko Akathari (NikoA)

Die Art und Weise der Anpassung scheint mir zwar bemerkenswert sorgfältig zu sein, aber grundsätzlich ist die Entscheidung der FAZ zu bedauern.
Es zeigt sich einmal mehr, daß "Konservative" nur langsamer "fortschrittlichen" politischen Vorgaben folgen, aber eben doch folgen. So wird Politik wieder einmal mehr und Freiheit wieder einmal weniger. Die gewalttätige Politik setzt sich durch und wir wundern uns über zunehmende Gewalt in der Gesellschaft. Auf dem Weg in die Befehlsgesellschaft schreiten wir so stetig weiter und werden weiter verelenden. Eine gräulich-greuliche Perspektive.

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07. Dezember 2006 19:19

Die 5. Abänderung der 7. Überarbeitung der "Rechtschreibreform"

Paul Schächterle (paulimausi)

Ich halte die sog. "Rechtschreibreform" für hanebüchenen Unsinn. Dementsprechend halte ich die Entscheidung der FAZ für falsch und im höchsten Maße bedauerlich.

Ich sehe auch nicht, daß es tatsächlich der "Einheitlichkeit" der Rechtschreibung dienen wird, die immer wieder Schreibweisen abändernden, sie zurücknehmenden oder neue Schreibweisen erfindenden Varianten der "reformierten" Rechtschreibung um eine neue Variante -- die reformierte FAZ-Schreibung -- zu bereichern.

Leiden werden die Leser der FAZ, nämlich unter schlechterer Lesbarkeit der Texte (Passstelle, Schifffahrt) und dem schlechten Gefühl, daß es die "Reformer" tatsächlich geschafft haben könnten, die deutsche Schriftsprache dauerhaft und nachhaltig zu verkrüppeln.

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06. Dezember 2006 20:45

Verantwortungslos gegenüber den Kindern

Friedmar Fritze (Fritze)

Die Argumente für die Beibehaltung der bewährten Rechtschreibung und gegen eine Mittäterschaft an der Schlechtschreibung liegen seit Jahren auf dem Tisch und konnten von den Befürwortern der Schlechtschreibung nie entkräftet, geschweige denn widerlegt werden.

Als dann unsere Regionalzeitung die neuen Regeln übernahm bzw. die F.A.Z. zur bewährten Rechtschreibung zurückkehrte, war dies Anlaß für uns, die F.A.Z. zu abonnieren. Unsere vier Kinder freuten sich darüber, auch wenn der Regionalbezug doch etwas kurz geriet - schließlich bekamen sie in der Schule tagtäglich mit, daß die Schlechtschreibung viel mehr zerstört als nur das Sprachgefühl: bei manchen ist es u.a. wohl auch das Rückgrat.

Drei der Kinder studieren inzwischen und gehören damit wohl zur der Zielgruppe Ihres Interesses. Schade für Sie:

Nachdem denn nun auch die F.A.Z. vor kultusministerieller Willkür einknickt, können unsere Kinder Ihre reale Verantwortungslosigkeit der Jugend gegenüber nicht so sehr schätzen, daß sie sich für einen Weiterbezug entscheiden könnten. Wenn wir uns also ab 1.1.2007 den schlechtschreiberischen Einheitsbrei zumuten müssen, erfolgt dieses wieder mit regionaler Berichterstattung. Auf die F.A.Z. verzichten wir jedenfalls.

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05. Dezember 2006 20:05

Mehr Filosofie als Filogie

Gerhard Dünnhaupt (dunnhaupt)

Wer sich als Buchhistoriker, Morphologe oder Etymologe mit der Entwicklung der deutschen Rechtschreibung befasst hat, kann nur den Kopf schütteln über die gegenwärtige Aufregung. Vor Gutenberg gab es keine "Recht"schreibung, sondern jeder schrieb, wie er's gerade für richtig hielt. Die Erfindung des Druckwesens fror diese natürliche Entwicklung von einem Tag zum anderen ein, und die Veröffentlichung des ersten Wörterbuchs schrieb sie dann fest. Erst von da ab fingen die Filologen an, sich nachträglich mit der Herkunft der Wörter zu befassen und sie zum Besten ausländischer Sprachstudenten in eine Art von System zu zwängen. Doch von phonetischer (richtiger: phonemischer) Wiedergabe der Sprache ist auch nach diesen "Reform"bemühungen noch keineswegs die Rede. Auch nach der "Reform" schreiben wir immer noch Zitrone, aber Drohne, Kanone, aber Bohne -- ist das nicht kohmisch und irohnisch?

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05. Dezember 2006 19:43

Zensur II

Helge Hohmeier (hhohmeier)

Ja, auch aus einem meiner Beiträge wurden besonders deutliche Passagen herausgestrichen. Diese Art von Zensur hat mich sehr schockiert.

Fast genau so traurig wie das Einknicken in der Rechtschreibfrage ist der Umgang der FAZ mit den überwiegend sehr eindeutigen und zum Teil geradezu verzweifelten Leserkommentaren.

Eine Stellungnahme der FAZ ist ebenso längst überfällig wie eine Meinungsumfrage unter den Lesern oder ein wie auch immer geartetes Dialogangebot an selbige!

Ich hoffe sehr, daß die Redaktion endlich tätig wird, um unabhängig von der Sachfrage auch ihr allgemeines Ansehen zu retten und sich mit den Lesern wieder zu versöhnen!

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05. Dezember 2006 19:21

Das nenne ich Kapitulation

Jutta Hamberger (Myshkin)

Nun also auch die FAZ, die bisher als einer der wenigen, verbliebenen Leuchttürme noch für richtiges Deutsch stand. Ihre Argumentation in allen Ehren - aber ich kann dem nicht ganz folgen. Für mich ist es die Kapitulation vor der Macht der Dummen und Arroganten. Ist das wirklich im Sinne Ihrer Leser und für diese gedacht? Ich selbst habe überhaupt kein Problem damit, in der FAZ die alte, vertraute und richtige Schreibweise zu lesen und in anderen Publikationen mit anderem konfrontiert zu werden. Das ist halt so, seit dieser sog. Reform. Nun aber geben Sie auf. Das finde ich sehr bitter. Damit ist dann vielleicht eine Form von Einheitlichkeit wiederhergestellt, aber auf niedrigstem Niveau. Ungefähr so, als würde man das Fernsehprogramm 'bereinigen' und auf einheitliches RTL2-Format umstellen. Sie enttäuschen mich sehr.

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05. Dezember 2006 18:41

Zensur

Wilhelm Klatt (wilhelm.klatt)

Es ist schon merkwürdig, daß die einen Leserkommentare gekürzt werden, während andere doppelt veröffentlicht werden.

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05. Dezember 2006 15:30

Fortschritt durch Veränderung?

C. Müller (Chrizz)

Interessanter fast als die Sache selber sind die Lesermeinungen. Es entspricht offensichtlich vielfach dem Zeitgeist, Veränderungen per se als Fortschritt zu bezeichnen. Manche hegen inzwischen sogar der lateinischen Schrift gegenüber einen Grundverdacht!

Obwohl uns ein gewisses Beharrungsvermögen sicherlich zu eigen ist, sind indes meiner Ansicht nach die Zweifel an der Rechtschreibreform durchaus angemessen. Warum schreiben nicht diejenigen für sich in der neuen Form, die es glauben besser zu wissen?

Es ist und bleibt – freundlich gesagt – eine späte Chance für diejenigen, die in der Schule nicht aufgepaßt haben. Alle über die Zeit wirklich notwendigen Anpassungen fanden bisher auch Eingang in die jeweils neueste Auflage des Duden oder des Wahrig. Und dabei sind schon reichlich Unverständlichkeiten herausgekommen.

Was haben wir den Kindern bisher denn damit angetan? Am meisten haben sie zweifellos in den letzten Jahren an diesem unsinnigen Projekt zu leiden gehabt!

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05. Dezember 2006 10:22

Nur optische Unterschiede?

Marvin Parsons (mapar)

Wenn die "neue Rechtschreibung" nur eine ästhetische Frage wäre könnte ich die Argumentation der Reformanhänger noch verstehen: "Jeder soll so schreiben wie es die Obrigkeit bzw. eine gewisse Verlegermafia befiehlt".

Was die Neuschreiber aber nicht sehen oder nicht sehen wollen ist die Sinnentstellung: "Wohlbekannt" hat eine andere Bedeutung als "wohl bekannt"; "vielversprechend" ist so ziemlich das Gegenteil von "viel versprechend". Indem die Reformer das jeweils zu "Varianten" erklärten und eine der "Varianten" jeweils abschafften zeigten sie nicht nur ihre abgrundtiefe Dummheit und Inkompetenz, sondern sie haben auch hunderte von Wörtern abgeschafft, die für hochwertige Texte wichig sind.

Wer also behauptet, die Umstellung der FAZ beeinträchtige nicht die Sprache, hat keine Ahnung. Das würde ich den meisten Reformanhängern sowieso unterstellen: Nicht Bösartigkeit, sondern Ahnungslosigkeit gepaart mit Untertanengeist.

Qualitativ hochwertige Publikationen im Neuschrieb haben die verbotenen "Varianten" längst still wieder eingeführt. Sie benutzen "dass" und "aufwändig" als Kotauwörter, damit sie nicht als "rückständig" gelten, und halten sich ansonsten nicht an die hirnrissigen Regeln der "Reformrechtschreibung".

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04. Dezember 2006 19:44

Lesen bildet - nach wie vor

Hendrik Buhrs (henbu)

Es wird keine Krisensitzung der Redaktion geben und keinen Massenexodus der Leser. Warum? Weil es eine Marginalie ist, die sich ändert. Gutes, schönes Deutsch zeichnet sich nunmal durch guten Stil sowie ansprechenden Inhalt und nicht unbedingt durch die Verwendung dieser oder jener Buchstabenkombination aus. *Anderswo* ist unsere Sprache in Gefahr. Wenn angehende Deutschlehrer im Seminar nachfragen müssen, was ein Umlaut ist, und in den Wohnzimmern unserer Familien weniger gelesen wird, können wir noch so viel an der Orthographie rumreformieren, es hülfe nichts. Ich wünschte mir einen Bruchteil des Einsatzes, den manche (sicher aus ehrenwerter Motivation) hier an den Tag legen, um vielleicht mal mit dem Nachbarkind ein Buch oder eine gute Zeitung zu lesen, ein paar Euro an die Stadtbücherei zu spenden oder ein Spendenabo. Mit diesem Grabenkrieg verlieren wir Zeit und gewinnen nichts.
Über die Polterer, die jetzt ihr FAZ-Abo kündigen, kann ich nur den Kopf schütteln. Diese Zeitung gehört zu den Königinnen der deutschen Medienlandschaft - wer sie mit diesen Motiven ablehnt, hatte sie wohl zur Zierde statt zur Lektüre bestellt. - Was soll denn im Schmollwinkel gelesen werden? Ein Käseblatt? Das Internet? Viel Vergnügen dabei.

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04. Dezember 2006 19:43

Lesen bildet - nach wie vor

Hendrik Buhrs (henbu)

Es wird keine Krisensitzung der Redaktion geben und keinen Massenexodus der Leser. Warum? Weil es eine Marginalie ist, die sich ändert. Gutes, schönes Deutsch zeichnet sich nunmal durch guten Stil sowie ansprechenden Inhalt und nicht unbedingt durch die Verwendung dieser oder jener Buchstabenkombination aus. *Anderswo* ist unsere Sprache in Gefahr. Wenn angehende Deutschlehrer im Seminar nachfragen müssen, was ein Umlaut ist, und in den Wohnzimmern unserer Familien weniger gelesen wird, können wir noch so viel an der Orthographie rumreformieren, es hülfe nichts. Ich wünschte mir einen Bruchteil des Einsatzes, den manche (sicher aus ehrenwerter Motivation) hier an den Tag legen, um vielleicht mal mit dem Nachbarkind ein Buch oder eine gute Zeitung zu lesen, ein paar Euro an die Stadtbücherei zu spenden oder ein Spendenabo. Mit diesem Grabenkrieg verlieren wir Zeit und gewinnen nichts.
Über die Polterer, die jetzt ihr FAZ-Abo kündigen, kann ich nur den Kopf schütteln. Diese Zeitung gehört zu den Königinnen der deutschen Medienlandschaft - wer sie mit diesen Motiven ablehnt, hatte sie wohl zur Zierde statt zur Lektüre bestellt. - Was soll denn im Schmollwinkel gelesen werden? Ein Käseblatt? Das Internet? Viel Vergnügen dabei.

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04. Dezember 2006 17:42

Aufruf zur Abstimmung

Wilhelm Klatt (wilhelm.klatt)

Der Fassungs- und Verständnislosigkeit, der Traurigkeit und der Entrüstung vieler Leser in dieser Sache ist nichts mehr hinzuzufügen, ich schließe mich ihnen an.

Da den Herren Herausgebern wohl nicht der Sinn nach einer Umfrage unter ihren Lesern steht, gibt es nur eine Möglichkeit, abzustimmen:
Ich für meinen Teil kündige mein Abonnement zum 31.12.2006, auf Wiedersehen!

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04. Dezember 2006 17:16

Leb wohl, FAZ, ...

Herrmann Mueller (Herbie_2005)

... in Zukunft bist Du nur noch für andere da. Ich werde Dich nicht mehr kaufen und nicht mehr lesen. Ein weiterer (junger) Zeitungsleser weniger. Aber kommt es denn auf die Leser (= Kunden) eigentlich noch an?

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04. Dezember 2006 17:01

Dahinter steckt kein kluger Kopf

Volker Best (vbest)

Die Argumentation für Ihren Verrat an der Sache ist derart hanebüchen, daß ich mein Abonnement kündige. Was soll ich mit einer Zeitung, die sich durch Opportunismus unglaubwürdig macht.

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04. Dezember 2006 13:08

Zitat Hubert Spiegel

Egbert Kimm (Egbert_Kimm)

"Der Rat für Rechtschreibung will zahllose klassische Varianten wieder zulassen und verspricht, daß es dadurch jedem wieder freigestellt ist, weitgehend der bewährten Rechtschreibung zu folgen. Das wird zu prüfen sein. Bewährte und neue Rechtschreibung sollen sich nicht länger ausschließen, sondern gleichberechtigt nebeneinanderstehen. Ist das eine salomonische Entscheidung? Nein, es ist nur die dürre Weisheit derjenigen, die nicht mehr wissen wollen, was falsch und was richtig ist. Die meisten Menschen lassen ihr Sprachgefühl über ihre Rechtschreibung entscheiden; sie mußten ohnmächtig erleben, wie dieses Sprachgefühl im ewigen Hin und Her der vergangenen Jahre verunsichert und beschädigt wurde. Diesen Schaden kann auch die Reform der Reform nicht beheben."

Vom 4.3.2006

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04. Dezember 2006 12:30

Warum?

Matthias Hühn (matthiashuehn)

Warum macht die FAZ eine Kehrtwende in dieser wichtigen kulturellen Angelegenheit? Die Begründigung (Einheit der Rechtschreibung) klingt wie eine Verlautbarung unserer Sozialistischen Einheitsregierung und nicht wie die Stellungnahme einer nicht gleichgeschalteten Redaktion. Ich bin gespannt, ob ich die FAZ noch lesen kann - ich fürchte eher nicht. Aber dann muß der Bürger in diesem Land so vielen Idiotien hinnehmen, daß eine mehr kaum noch ins Gewicht fällt. Gegen Dummheit sind die Götter machtlos und wenn Dummheit zum Programm der nationalen Errettung wird, dann macht halt auch die FAZ mit.

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04. Dezember 2006 11:46

Der Versuch, partiell Jungfrau zu bleiben.

Klaus G. Sattler (sattler3)

Wenn Sprache und Schreibung das Denken beeinflussen - so bisher auch die "Zeitung für Deutschland" - so kann auch der anpasserische Kotau der F.A.Z. vor dem dilettantisch oktroyierten Neuschreib nicht ohne Einfluß auf den Inhalt ihrer Spalten bleiben.

Die F.A.Z. ist an dem selbst gestellten hohen Anspruch gescheitert. Daran ändert auch das inkonsequent geführte Nachhutgefecht - Widerstandstabelle - nichts.

Der Versuch, sich trotz allem noch ein bißchen ihrer Jungfräulichkeit zu erhalten ist lächerlich und steht im Widerspruch zur Begründung des Umfallers, nämlich der Wiedergewinnung der Einheitlichkeit der Rechtschreibung im angeblichen Interesse der Schüler.

Das Bollwerk ist schmählich durch Verrat gefallen!

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04. Dezember 2006 11:20

Schade, schwaches Bild!

Jens Siebke (jenssiebke)

Diese Volte Ihrer Redaktion kann man nur bedauern: es hätte vermutlich niemandem weh getan, vernünftig weiterzuschreiben, aber irgendwie sind Sie nun doch vom Zeitgeist eingeholt worden - leider sogar, bevor der "Rat" auch nur seine Arbeit zur "Reform der Reform" für beendet erklärte.
Von Ihnen hätte ich mehr Standfestigkeit erwartet - nun weiß ich nicht, ob noch auf eine Rücknahme bzw. Korrektur dieser kopflosen Entscheidung gehofft werden darf.
Es ging immerhin ein paar Jährchen gut - niemand klagte und viele Leser hielten Ihnen zufrieden die Treue. Ob Sie ermessen können, welche Trauer/Wut nun entstanden ist, ganz ohne Not?!

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04. Dezember 2006 11:14

Unnötige 109

Markus Teuber (arathorn)

Die bisherigen 109 Meinungen waren wirklich unnötig.
Die FAZ hat schließlich nichts anderes getan als alle anderen auch: sie nimmt die Rechtschreibung so wieder auf,wie sie vor der ersten Reform war.
Schließlich beinhaltet die Reform der Reform genau das: Bis auf wenige Sonderfälle bleibt alles beim Alten.

Was kann die FAZ dafür,daß in Deutschland das Motto "nicht Geiz,nein,Reform ist geil" in "aller Köpfe" ist?
Reformen wohin man blickt,und dann auch noch die Reform der (Gesundheits-,Renten-,Steuer-,Schreib-)Reform.

Einmal muß Schluss sein.Auch bei der Rechtschreibreform.

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04. Dezember 2006 09:47

Der Sozialismus greift um sich

Michael Puhlmann (stoxas)

Irgendwie kommt er doch noch, durch viele Hintertüre, aber stetig und immer selbstbewußter - der Sozialismus, dessen Gedankengut keine Nuancen braucht, ja dem sie schädlich und zuwider sind. Diese "neue" Rechtschreibung zerstört die Möglichkeiten, sprachlich "zwischen den Zeilen" direkt und indirekt den Geist anzusprechen und wachzuhalten (das, worum ich die französische Sprache immer etwas beneidet habe, was aber in der deutschen Sprache ebenso enthalten war, was jetzt umso schmerzlicher bewußt wird !). Die Gleichmacherei feiert Triumphe, ihre willfährigen Helfer - nun leider auch die FAZ - merken nicht einmal mehr, wie sie mißbraucht werden. Querdenker werden diffamiert und nicht mehr als fortschrittliche Eliten wahrgenommen.
Mitdenken oder eigene Gedanken anstellen, wozu, wer braucht das ? Wenn der Deutsche hauptsächlich seine Steuererklärung ausfüllen kann, ist das doch genug !
Wie herzerfrischend dagegen ist doch jeder Brief von Mozart - da waren noch Gefühle im Spiel ! Da verdiente das Wort "Rechtschreibung" noch seine wahre Bedeutung, nämlich das Recht auf Schreibung seiner Gedanken ganz individuell, persönlich und sensibel.

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04. Dezember 2006 09:34

Schade... Noch ein weiterer (junger) Abonnent weniger!

Christian Müller (muelchcc)

Ich sehe die Sache ähnlich wie Jörg Böhmer (Kommentar von gestern abend).

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04. Dezember 2006 08:33

...der leider übliche Opportunismus

Rolf Böhmann (boehmel)

Sehr geehrte Damen und Herren,

ein langjähriger Abonnent schreibt heute seinen ersten und einzigen Beitrag in diesem Forum.

Ich habe Ihnen mehr Standhaftigkeit zugetraut. Für den gewundenen Rechtfertigungskommentar Ihres Herrn Spiegel gibt es einen Begriff aus dem englischen Sprachraum, der den Nagel auf den Kopf trifft: phoney.

Die Kündigung meines Abonnements zum 31. Dezember 2006 geht Ihnen auf dem Postweg zu. Sie lassen mir mit Ihrer Entscheidung leider keine andere Wahl.

Mit freundlichen Grüßen

Rolf Böhmann

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04. Dezember 2006 08:03

Non vitae sed scholae scribimus

Bernhard Eversberg (Eversberg)

Bringen Sie dann auch noch die Courage auf, dieses neue Motto unter den Titel zu setzen. Meine Kündigung wird zu verschmerzen sein, es wird ja viele neue Abos von Grundschülern geben.

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03. Dezember 2006 23:53

Bravo, doch warum so zaghaft?

Sven Dirk Kirstein (SDKirstein)

Herzlichen Glückwunsch zur späten Einsicht. Endlich sieht auch die FAZ ein, dass nur die reformierte Rechtschreibung das Beta (ß) streng logisch anwendet. Im August 2000 habe ich aufgehört, die an sich gute FAZ regelmäßig zu lesen. Künftig wird ein Abo sicherlich wieder abgeschlossen werden. Natürlich sind einige Vorschläge der Rechtschreibkommission unsinnig, doch viele neue Regeln sind logisch und nachvollziehbar. Und sowohl der Duden als auch der Wahrig lassen eine "gemäßigte" Reform zu. Doch warum wollen Sie ausgerechnet an "plazieren" (statt "platzieren" bzw. "placieren") und "numerieren" festhalten? Wichtiger wäre mir ein Verzicht auf eine zwanghafte Eindeutschung von "Fremdwörtern", nicht nur aus der Bildungssprache. Wer Portemonnaie nicht schreiben kann, dem bleibt noch die Geldbörse. Aber: FAZ, Sie sind auf dem richtigen Weg. Danke.
SDKirstein

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03. Dezember 2006 23:52

Die Zitadelle ist gefallen

Michael Thum (stefanvolker)

Ich habe meinem 19-jährigen Sohn die FAZ mit Erfolg schmackhaft machen können, unter anderem dadurch, daß ich Ihre Standhaftigkeit und Ihren Mut herausstellen konnte, nicht mit dem Strom zu schwimmen und nicht jeden Unsinn mitzumachen.
Wie stehe ich jetzt da? Wie soll ich meinem Sohn dieses Zukreuzekriechen erklären. Es ist schandbar!
Nachdem die Festung jahrelang tapfer jedem Ansturm getrotzt hat, öffnet sie nun dem Feinde freiwillig die Tore.

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03. Dezember 2006 22:50

Abschied

Egbert Kimm (Egbert_Kimm)

So schwer es mir gefallen ist, aber nun habe ich doch gekündigt. Ich habe die FAZ gerne gelesen, einersetis wegen der guten Inhalte, aber auch wegen der Rechtschreibung. Selten habe ich mich so gefreut wie an dem Tag, an dem die FAZ ankündigte, zur alten Schreibung zurückzukehren, seit einem dreiviertel Jahr war dann leider ersichtlich, daß die Zeitung die Anpassung an das verordnete Chaos plant. Ich mag mir das nicht antun, wie Hubert Spiegel (ausgerechnet!) in seinem vorletzten Kommentar auf der ersten Seite schrieb, verdirbt man sich mit den vielen Varianten der neuen Schreibung sein Sprachgefühl und seine Sicherheit zu schreiben. Und muß dauernd überlegen, wird das jetzt groß geschrieben oder klein, getrennt oder zusammen... In Zukunft werde mehr Zeit für Literatur haben, die gibt es ja noch weitgehend in einer einheitlichen Schreibung, das hat ja auch etwas für sich.

Hat nicht Nonnenmacher 2000 in einem Interview gesagt, die FAZ würde 50 Jahre gegen den Strom schreiben können? Leider sind es nur 6 geworden.

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03. Dezember 2006 22:42

Unterschichtorthographie

Stefan Westphal (westan)

Seit der Freigabe des Privatfernsehens laufen die Macher der Bildungsunterschicht hinterher - mit verheerenden Folgen für das Niveau aller Fernsehkanäle.
Der Schritt der FAZ enttäuscht mich, auf den zweiten Blick aber macht er mich zutiefst besorgt. Nun ist es also heraus: Die FAZ läuft nun auch "dem Markt", oder besser: Politikern und Bürokraten hinterher. Standpunkte die wir einst rational begründet in dieser Zeitung lesen konnten, sind nun plötzlich "verhandelbar": Von "Kompromiß" ist die Rede in der Vorab-Rechtfertigung, die uns die Redaktion in der Ausgabe vom 2.11.2007 mit dem Kommentar von Hubert Spiegel von der ersten Seite mit dürren Ärmchen entgegenreckt. Am ärgerlichsten finde ich, daß diese Rechtfertigung uns mit genau denselben Scheinargumenten abspeist, die die FAZ selbst kritisiert hat, als sie aus dem Munde der Rechschreibreformern kamen: "Um der Einheitlichkeit Willen" und "Den Kindern gegenüber in der Verantwortung".
Einen Fernseher habe ich schon lange nicht mehr. Eine Zeitung aus Papier ab kommendem Monat auch nicht mehr. Was dank des inzwischen breiten internationalen journalistischen Angebots auf dem Netz zum Glück ja auch nicht mehr nötig ist - wenn es auch zutiefst traurig ist.

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03. Dezember 2006 22:12

schade.. ein weiterer (junger) Abonnent weniger!

J. Böhmer (jbsinger)

Die Entscheidung der FAZ zu diesem Schritt ist überaus bedauerlich und mündet natürlich meinerseits in der entsprechenden Konsequenz der Kündigung. Gerade mir als jüngerem Leser der FAZ, der die "Gnade der frühen Geburt" in Sachen Rechtschreibung hatte, diente die FAZ stets als Möglichkeit, den Verlust der orginär erlernten Rechtschreibung weitgehend zu verhindern; wird man doch im täglichen Leben mit derart vielen Varianten der Rechtschreibung konfrontiern, daß die Gefahr eines unbewussten Sichzueigenmachens dieser Reform besteht. Die FAZ war Garant für die richtige hergebrachte deutsche Schreibweise. Jetzt nicht mehr - schade!

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03. Dezember 2006 20:58

Endlich ist es soweit

Malte Will (maltewill)

Die richtige Entscheidung - ohne Frage. Weshalb sollte es man neuen Lesern schwerer machen?
Die FAZ ist doch keine Zeitung _nur_ für "alte Leute". Als 20jähriger kennt man die (ver)alte(te) Rechtschreibung schon gar nicht mehr und ist immer wieder verwirrt, wenn man ein "so daß" o.ä. liest.
Die FAZ ist ab dem 1. Januar 2007 mein absoluter, unangefochtener Favorit.
Sie haben Mut gezeigt, den richtigen Weg einzuschlagen - danke dafür!

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03. Dezember 2006 18:01

Volkes Wille !

Christian Mitterdorfer (cactus)

Danke, daß die F.A.Z. wenigstens 6 Jahre auf Sprachbeliebigkeit verzichtet hat.Es ist symptomatisch für unsere Zeit, daß wir immer mehr entmündigt werden, die Sprachbildung und Anwendung derselben immer oberflächlicher werden! Ähnlich wie bei der Gesundheitsreform ist auch die künstlich vom Zaun gebrochene Sprachdeformation in einer unerträglich volksfernen und diktatorischen Vorgangsweise durchgepeitscht worden! Undemokratisch, an Diktaturen erinnernd, haben selbsternannte Halbgebildete und Dilletanten sich angemaßt, dem "Trottelvolk" endlich einen
Einheitschreibstil zu verordnen.Wie wäre es, wenn wir eine Justizreform von solchen Staatsverordnern durchführen ließen? Undenkbar? Nein, in einer Zeit der Beliebigkeit ist in Deutschland und Österreich (mit einem fast noch perfekt vorhandenen kaiserlichen Beamtentum) scheinbar alles möglich! Es geht die Welt gewiß nicht unter wegen einer versauten Rechtschreibreform - aber der Zeitgeist ist so verheerend.Volkes Wille - um Gottes Willen! Nein,nein, die "Pseudoeliten" haben das Sagen!
Gute Nacht,Deutscher Kulturkreis.

mfg.Chris Mitterdorfer

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03. Dezember 2006 17:49

Gut gehandelt!

Martin Kröll (Martin_Kroell)

Sehr gut, sich damals gegen den galoppierenden Schwachsinn zu stellen, aber auch gut, jetzt diesen Schritt mit eben diesen Einschränkungen zu machen, der kein Einknicken bedeutet.
Irgendwann hätte es sonst auch ideologisch werden können, und Ideologien orientieren sich nicht am wirklichen Leben.

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03. Dezember 2006 17:15

Die FAZ desavouiert sich...

Roland Wagner (rolwa)

... mit diesem Schritt selbst – und sie desavouiert ihre eigenen Autoren, die jahrelang wohlbegründet und kenntnisreich gegen die Reform angeschrieben haben. Der Kommentar von Herrn Spiegel, bislang ein ausgewiesener Reformgegner, ist unwürdig und peinlich in seinen argumentativen Verrenkungen: Man kann nicht der "Einheitlichkeit" wegen die Reform annehmen und gleichzeitig verkünden, daß man sie natürlich nicht so ganz annimmt. Mit dem klebrigen, falsch fürsorgetriefenden "Arme-Kinder"-Argument kann die FAZ auch nicht punkten: Im Namen der "armen Kinder" wurde der ganze Schlamassel angerichtet, in Namen der "armen Kinder" wurde wider bessere Einsicht der Unsinn durchgezogen, im Namen der "armen Kinder" vollzieht jetzt die FAZ ihren charakterlosen Schwenk. Gegen die scheinseriöse FAZ-Argumentation war seinerzeit die BILD-Springer-Konzern-Erklärung ein Vorbild an intellektueller Redlichkeit.

Journalisten können offenbar wie die Juristen ALLES vertreten. Daß aber – anders als bei Juristen – durch solcherlei Manöver ihre grundsätzliche Glaubwürdigkeit leidet, fällt ihnen offenbar nicht auf. Die FAZ möge bitte nie, nie, NIEMALS wieder auch nur einen halben reformkritischen Nebensatz äußern - es wäre lächerlich und peinlich.

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03. Dezember 2006 15:57

FAZ-NET-Umfrage

Helge Hohmeier (hhohmeier)

Die FAZ hat jahrelang kritisiert, daß die Kultisminister gegen den Willen der Bevölkerung entschieden haben.

Jetzt entscheidet die FAZ offensichtlich gegen den Willen ihrer Leser.

Bitte verschaffen Sie sich wenigstens über eine FAZ-NET-Umfrage ein Meinungsbild!

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03. Dezember 2006 15:55

Ruhig Blut und genießt - ggf. den letzten Monat (I)

Ronald Jirges (Ronaldfazo)

"Meine" FAZ ändert ihre Schreibweise. Nun ich freu' mich wieder auf die vielen interessanten und teils heiteren Leserkommentare (nicht nur online) - wie im Zuge der sukzessiven Layout-Veränderungen. Nach "kurzer" Lektüre der bisherigen Leserkommentare bin ich der Meinung, dass sich viele Gewohnheitsleser der FAZ nun erst recht im Zuge der veränderten Schreibweise ihrer vertrauten Tageszeitung mehrmals die Augen reiben und die eine oder andere Träne verlieren werden - Abokündigungen inbegriffen. Aber es bleibt doch alles beim Alten: Die FAZ ist und bleibt ein anspruchsvolles Medium in Deutschland - vielen Dank hierfür und die Herausgeber/ Verantwortlichen beneide ich keineswegs um ihre schwierigen Entscheidungen im Zuge der Markterfordernisse. Inhaltlich möchte ich bei dieser Gelegenheit noch zwei Kritikpunkte/Wünsche (vorab) in diese Debatte einbringen - dürfen: Obwohl ich schon gespannt auf die "neue" Schreibung bin, möchte ich doch gern auch die Begründung "meiner" Tageszeitung (Vorschlag: in Form einer Kolumne) wissen, warum nun die jeweilige Ausnahme - sprich alte (Recht-)Schreibweise - den Vorzug erhalten hat; schließlich lässt man sich auch gern überzeugen.

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03. Dezember 2006 15:46

Kündigungen - Zeit für Notbremse!

Helge Hohmeier (hhohmeier)

Lesen Sie überhaupt die FAZ-NET-Leserkommentare? Und wenn ja, wer liest sie?

Haben Sie registriert, wie viel bittere Enttäuschung in den Kommentaren steckt?

Haben Sie registriert, wie viele FAZ-Kündigungen bereits in diesen Kommentaren ausgesprochen wurden?

Meinen Sie nicht, daß es höchste Zeit wäre, eine Krisensitzung der Redaktion einzuberufen (auch wenn heute Sonntag ist) und die Notbremse zu ziehen, um noch größeren Schaden von der FAZ abzuwenden?

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03. Dezember 2006 15:26

Umstellung ist fast bedeutungslos

Dietrich Eckhardt (Diekhardt)

Eigentlich sind doch nur die Ausbildungswege hart von den jeweils geltenden Rechtschreibregel betroffen. Aber in der täglichen Praxis des einfachen Bürgers ist die ganze Aufregungen nicht zu verstehen. Bei der täglichen Lektüre vieler Zeitungen, nehmen wir als Beispiel "Fränkischer Tag", Bamberg, ist es eigentlich völlig egal nach welcher Rechtschreibregel verfahren werden sollte. In vielen, vielen Texten finden sich ganz elementare Textfehler; das hat normalerweise nichts mit Verstößen gegen alte und neue Rechtschreibregeln zu tun. Sondern die eigentliche Ursache ist wohl viel eher, dass es einfach keiner nach dem Schreiben mehr ließt - der Autor nicht, der Redakteur ebenso wenig (oder können die es nicht richtig?) und Korrektoren gibt es wohl nicht mehr! (Und eben die Korrektur- Programme sind wohl eher etwas für ängstliche Bürger, zudem: der Computer macht vielleicht auch noch seelenlos?) Man setzt es den Lesern einfach vor! Und der geneigte Leser ist dann gehalten die Gründe für den Text-Jammer zu verstehen bzw. Erklärungen zu finden.
Wir benötigen Korrektoren bei den (Zeitungs-) Verlagen!!! Und das könnte sogar Arbeitskräften Sold und Brot geben!

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03. Dezember 2006 15:26

Schlag ins Gesicht Ihrer Leser

Helge Hohmeier (hhohmeier)

Normalerweise schreibt eine Zeitung für ihre Leser. Sie aber scheinen die Wünsche Ihrer Leser ignorieren zu wollen.

Eigentlich müßten Sie sich der Tatsache bewußt sein, daß in Ihrem Leserkreis Werte wie Schriftästhetik, Schreibtradition sowie Unabhängigkeit von Schrift und Sprache einen hohen Rang genießen.

Bislang konnten Sie diesen Anforderungen genügen, und die Lektüre Ihres Blattes war ein Genuß. Jetzt aber erfolgt ein Schlag ins Gesicht Ihrer Leser, die Sie deshalb vermutlich zum Teil auch als Leser verlieren werden.

Nach wie vor erscheinen die Bücher aller namhaften Literaten in der klassischen Rechtschreibung. Selbst die Kultisminister geben inzwischen zu, daß die Reform ein Fehler war (siehe Spiegel 1/2006). Jeder weiß, daß die Reform der Reform nur ein peinlicher Versuch der Politik war, das Gesicht zu wahren. Warum will die FAZ jetzt diesen peinlichen Versuch mittragen?

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03. Dezember 2006 15:14

ich war so stolz auf meine FAZ...

Volker Alipaß (drumdoctor)

Als die NDRS eingeführt wurde, habe ich gedacht, dass wohl keine anderen Sorgen zu bewältigen gewesen wären, bzw. diejenigen, die dafür verantwortlich zeichnen, eben keine andere Art und Weise, sich profilieren zu können, parat hielten. Möglicherweise im Sinne des Buchhandels etwas Konjunkturschub, aber so ein Entwurf zur Volksverunsicherung konnte nur auf Gegenwind stoßen dachte ich, und wollte nicht glauben, was da passiert. Die FAZ wollte mit klarem Bekenntnis nicht an dieser zeitraubenden Angelegenheit teilnehmen, was sie mir noch lieber machte. Schließlich baut eine Menge bildender Literatur auch auf diese alte deutsche Rechtschreibung und unser Bildungsnotstand konnte und kann sich dieses entstandene Chaos gar nicht erlauben. Wenn auch sinnvolle Reformelemente gegeben sein mögen, ist in jedem Fall der Zeitpunkt eines Inkrafttretens viel zu früh gewählt. Unser krankes Bildungssystem mit zuwenig Möglichkeiten, zuwenig Chancengleichheit und zuwenig Individualität wird sich nicht in einem Jahr zu einem besseren transformieren lassen, umso sinnloser der Einsatz einer "Neuen Deutschen Rechtschreibung" in diesen Zeiten... schade, dass eine charakterstarke und niveauvolle Tageszeitung sich in diesem Strudel mitreißen lässt.

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03. Dezember 2006 14:42

Eine traurige Nachricht

Marcus Prost (marcusprost)

Diese Nachricht verdirbt einem völlig die Freude auf das Weihnachtsfest.
Ein Stück Lesekultur wird ab Januar verloren gehen. Und warum? Mir ist kein schlüssiges Argument für die neue Rechtschreibung bekannt.
Gerade von der FAZ hätte man erwarten können, daß sie standhaft bleibt.

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03. Dezember 2006 13:53

Unglaublich!

Christian Müller (muelchcc)

Ich kann noch nicht glauben, was ich gestern in der FAZ lesen mußte. Wie konnte es nur zu dieser Entscheidung kommen?

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03. Dezember 2006 13:43

Keine gute Idee

stefan weidle (sweidle)

Ich denke, die FAZ hätte ihre Leser befragen sollen, bevor es zu einem derart drastischen Schritt kommt. Ich hätte selbstverständlich mit NEIN votiert. Im Grunde nutzt diese Maßnahme niemandem: Die Kinder werden in der reformierten FAZ auch nicht dieselbe Orthographie finden wie in ihren Schulbüchern, und wir Gewohnheitsleser werden unnötig verärgert. Eine verbindliche Orthographie wird es in diesem unserem Lande ohnehin nie mehr geben, das ist das einzige Ergebnis dieser unsinnigen Reformiererei. Da hätte es auch niemanden gestört, wenn die FAZ bei der bewährten Schreibung geblieben wäre.
Stefan Weidle

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03. Dezember 2006 09:07

Nicht navollziehbar

Daniel Groß (Meko)

Die Begründung, mit der die FAZ ihren Leser weismachen möchte, dass der Widerstand nun ausgestanden sei und genau jetzt der richtige Zeitpunkt sei, in den Dschungel des reformierten Reformwerkes einzutauchen, ist äußerst fadenscheinig. Wie nicht anders zu erwarten hat das Ergebnis der ewigen und häufig schlicht unsinnigen weil ideologisch bedingten "Nachbesserungen" der Reform zu einem Chaos geführt, dass wahrscheinlich nicht mal mehr diejenigen Leute überblicken, die unmittelbar beteiligt sind. Und jetzt steigt die FAZ mit ins Boot: Wir machen uns unsere eigene Rechtschreibung, weil wir die klugen Köpfe sind, die beurteilen können, in welchen Fällen die reformierte Schreibweise akzeptabel ist.

Leider fehlt dabei der Blick über den Tellerrand: für uns Erwachsene ist es schon eine Zumutung sich in dem entstandenen Wirrwarr zurechtzufinden und sicher zu sein, einen Text orthographisch korrekt verfasst zu haben. Für Kinder ist dies schlichtweg unmöglich. Das Ergebnis sehe ich Tag für Tag an meinem Arbeitsplatz Schule: auch dort macht sich jeder seine eigene Rechtschreibung. Und nun ist auch die FAZ in die Reihe derjenigen Medien einzuordnen, die diese Entwicklung unterstützen. Das ist schlimm, vor allem aber nicht nachvollziehbar.

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02. Dezember 2006 23:27

Mein Gott!

Clemens Adolphs (Clemens_Adolphs)

Was geht denn unserer Sprache bitteschön an Ausdrucksstärke verloren? Wurde der Genitiv gestrichen? Haben wir die Flexion zum Teufel gejagt? Soweit ich unterrichtet (im wahrsten Sinne des Wortes) bin, ändert sich an der Grammatik nichts. Das Argument der verlorenen Ausdrucksstärke greift also nicht.

Und weiter: Die Sprache und die Rechtschreibung haben sich so oft geändert dass es doch sehr verwundert, dass jetzt an den alten so verbissen festgehalten wird, welche doch ebenso willkürlich entstanden sind, wie man es den neuen Regeln nun vorwirft.

Gewiss: Man hätte sich die Reform von Anfang an sparen (auch dies leider im wahrsten Sinne des Wortes) können. Aber jetzt ist sie nun einmal da und da finde ich es wirklich lächerlich, aus Trotz sein Abonnement zu kündigen.

Ich werde die F.A.Z. jedenfalls auf gar keinen Fall kündigen, wenn sich die inhaltliche Qualität der Artikel nicht zum Schlechten hin verändert.

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02. Dezember 2006 22:30

Welche Einheitlichkeit?

Egbert Kimm (Egbert_Kimm)

In Zukunft wird die FAZ sich also um der Einheitlichkeit der deutschen Sprache an die neue Rechtschreibung anpassen - in Maßen und mit vielen Ausnahmen. Es wird somit genauso beliebig werden wie in den anderen Zeitungen, wo man die unterschiedlichsten Varianten der neuen Schreibung finden kann, wie ja auch in den Wörterbüchern. Damit trägt die FAZ dazu bei, auch bei ihren Lesern das Sprachgefühl zu ruinieren.

Daß ausgerechnet die Schüler für diese Kehrtwende herhalten müssen, empfinde ich als unehrlich. Die Lehrer haben schon längst aufgegeben, nach den neuen Regeln zu korrigieren, kaum einer kennt die letzten beschlossenen Varianten, meist wird in den Schulen bei dem Thema Rechtschreibreform nur noch müde abgewunken. Es ist den meisten egal geworden, wie man schreibt, selbst was die elitäre FAZ da macht ist doch kaum noch eine Nachricht wert.

Ein Jammer. Nun sind es nur noch die anspruchsvollen Literaturverlage, die sich an die bewährten Regeln halten, alle anderen schreiben, wie sie wollen. Springer anders als Spiegel und der Spiegel anders als die FAZ und so fort. Jeder hat dann seine Hausortographie, genau das wollte ja die FAZ vor 6 Jahren nicht mehr mitmachen.

Als Leser der FAZ graut mir vor dem neuen Jahr.

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02. Dezember 2006 22:10

F. A. Z. in Neuschrieb

Klaus Eicheler (Eicheler)

Die Erkenntnis, daß die "Reform" nichts taugt und man sich daher um Korrekturen bemühen muß, hatte schon der "Rechtschreibrat" – lange nach der F. A. Z., die nach dem Praxistest zur bewährten Rechtschreibung zurückkehrte.
Für mich ist rätselhaft, wie der Entschluß, Minderwertiges anzuwenden, wo doch Bewährtes zur Verfügung steht, getroffen werden konnte. An den sachlichen Argumenten gegen die "Reform" hat sich nichts geändert. Die "klugen Köpfe", die hinter der F. A. Z. stecken sollen, haben wohl kaum Reformwillfährigkeit gefordert. Auch halte ich Bedenken, in zu große Entfernung zur Bildzeitung zu geraten, für unwahrscheinlich; ebenso den Druck der Redakteure, endlich ihre Artikel in "Neuschrieb" verfassen zu dürfen. Wohlverhaltenszusagen gegenüber Kultusbehörden? Kaum. Im Meer der Beliebigkeitsschreibungen kann die F. A. Z. nicht "Abweichlerin" sein – wo es keine Linie gibt, kann man nicht abweichen, und, abgesehen von allen Argumenten für die bewährte Rechtschreibung, steht diese gleichberechtigt neben allen anderen Hausorthographien.
Warum also? Die Erklärungsversuche sind dürftig.
Die Einheitlichkeit der Orthographie durch eine weitere Variante fördern zu wollen, ist absurd.

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02. Dezember 2006 21:51

Das darf doch nicht wahr sein !

Robert Rheinert (Mahlerianer)

Da habe ich stets auf die Vernunft der FAZ gebaut, sich dem Unsinn der "Rechtschreibreform" zu verweigern, ja ich habe sogar ihre Erklärungen und Kommentare zu diesem Thema ausgeschnitten und aufbewahrt - und jetzt das.
Schrieb noch Hubert Spiegel am 28.2.2002 unter »Bank Rott Erklärung« u. a. "Die Regeln … kann man beobachten und beschreiben, aber nicht vorschreiben". Und jetzt kapituliert die Hüterin der deutschen Sprache doch vor diesem Diktat von "Experten", die keiner je gebraucht hat. Ich verstehe die Welt nicht mehr. Als ob es nicht schon ärgerlich genug wäre, daß in der FAZ seit einiger Zeit immer mehr englisch/denglische Sprachbrocken à la "Technologie" und "Event" kritiklos nachgebetet werden!
Man bedenke »Ein Volk, das seine Sprache verkommen läßt, ist reif für die Sklaverei« (Rémy de Gourmont)

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02. Dezember 2006 21:36

Schafsnatur

Ralf Kirstan (PetroniusArbiter)

Die Verwendung der bewährten Rechtschreibung machte die FAZ so markant und ließ sie aus der Masse der Printmedien positiv herausstechen als eine Zeitung mit "Rückgrat" und Charakter. Zugleich war sie dadurch jedoch auch "progressiver" als jeder eifernde Reformbefürworter es je sein könnte: Hatte sie doch augenscheinlich das abzuschütteln vermocht, was die Mentalität der Deutschen insgesamt - und jene der eifernden Reformbefürworter im besonderen - schon in der ach so imperialistischen Kaiserzeit besonders ausgemacht hatte: einen devoten Untertanengeist mit seiner Tendenz zu vorauseilendem Gehorsam. Anstatt jedoch auf diese Dualität von "Konservativismus" und "Progressivität" werbewirksam hinzuweisen und neue Leser zu gewinnen durch den Beweis, daß hinter der FAZ tatsächlich zu Recht ein kluger (Charakter-)Kopf stecke, entscheiden sich die Herausgeber jetzt auf einmal doch dafür, auf kultusministeriell vorgeschriebene Bahnen einzuschwenken und in der Masse der mit wilhelminischem Untertanengeist beseelten Schafsköpfe unterzutauchen. Ob das dem Absatz wohl förderlicher ist? Mir fällt dazu nur Goethe ein: "Und auf vorgeschriebnen Bahnen Zieht die Menge durch die Flur; Den entrollten Lügenfahnen Folgen alle - Schafsnatur!"

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02. Dezember 2006 19:45

Auch die FAZ wird niveaulos

C. B. Sturm (CBest)

Leider besitze ich kein Abonnement, das ich kündigen könnte. Die stets akuellen und fundierten Informationen auf FAZ.net werden jedoch durch die Umstellung auf eine weder gebotene noch durchdachte (oder gar sinnvolle) Rechtschreibung wohl erheblich geschmälert werden, da Form und Inhalt in der Wahrnehmung des Lesers nun mal nicht scharf zu trennen sind.

Angesichts der zu Recht entschiedenen Ablehnung ebenjenes vermeintlichen "Regelwerks" durch diese Zeitung noch vor einigen Monaten hätte ich eine solche Selbstverleugnung und Blamage der Herausgeber nicht für möglich gehalten. Bleibt zu hoffen, dass nun viele Abonnenten der FAZ kündigen, damit dem Absturz ins intellektuelle wie journalistische Bodenlose und dem damit verbundenen Ansehensverlust auch ein finanzieller Denkzettel folgt. Wer will schon das Niveau eines Lokalblatts erhalten, wenn er die FAZ bestellt?

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02. Dezember 2006 19:09

Armes Deutschland

Michael Menzel (Galenos)

Das ursprüngliche Motiv, diese „Rechtschreibereform“ überhaupt durchzuführen ist ziemlich unbestritten aus niederen Beweggründen bekannter Kreise erfolgt. Eine angebliche Erleichterung für zahlreiche des Deutschen in Wort und Schrift ohnehin nicht mächtigen Schülern und Lehrern ist nur vorgeschoben. Diese Gruppe genießt das willkürlich erzeugte Chaos in dem ihre Unfähigkeit nicht länger als Makel gilt, sondern sie als mutige Reformatoren in der mediokren Soße mitschwimmen.
Die geschriebene Sprache und ihre Differenziertheit ist seit Jahrtausenden ein Maßstab für die Güte der Kultur einer Gesellschaft. Ja, sie bestimmt den Grad der Denkfähigkeit einer Gesellschaft. Einstein hat einmal sinngemäß gesagt: „Man soll die Dinge so einfach wie möglich erklären, nur nicht noch einfacher“. Um einem Mitmenschen einen Gedanken, möglichst genau mitzuteilen, bedarf es der größtmöglichen Konvention über die verwendeten Begriffe. Möglichst viele davon innezuhaben, entscheidet, ob eine „Gedankenübertragung“ gelingt.
Die obrigkeitsverordnete Verarmung der Deutschen Schriftsprache wird vordergründig nicht viel verändern aber sie ist ein kleiner Schritt zurück in Primitivität und Anarchie; wird die Dichter und Denker geistig ärmer machen.

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02. Dezember 2006 18:35

Als Tiger gestartet

Michael Hoepfner (m.hoepfner)

Die FAZ: Als Tiger gestartet und als Bettvorleger gelandet. Schade und traurig zugleich. Dies dann aber noch mit "dient der Einheitlichkeit der Rechtschreibung" zu verbrämen, verrät Ihre bisher vertretene richtige Einstellung zu dieser "Reform". Und das ist dann eher erbärmlich.

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02. Dezember 2006 17:59

Rechtschreibung

Jürgen Henschel (henschel41472)

Mit großem Bedauern habe ich erfahren, daß die FAZ/FAS die bewährte Schreibweise aufgeben wollen.
Inhaltlich stimme ich Herrn Prof. Ickler zu und werde wohl auch mein Abonnement kündigen.
Ich hoffe sehr, daß die FAZ sich nicht anpassen wird !

Dr. Jürgen Henschel
41472 Neuß

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02. Dezember 2006 17:54

Staatshörigkeit

Markus Fischer (Kantreck)

Die FAZ hat jahrelang verdienstvoll auf die Unmöglichkeit der Rechtschreibreform hingewiesen. In letzter Zeit wurde es auffallend still, nur noch Leserbriefe wurden manchmal zum Thema noch abgedruckt.
Und nun dieses Umfallen - dann lieber gleich Zeitungen lesen, die gar nicht erst die Hoffnung erweckten, hier würde etwas um der Sache der deutschen Sprache willen getan.
Das Thema Rechtschreibreform wird unterdrückt, es wird gemacht, was der Staat will. Das einzige, was die Kultusministerkonferenz zustande gebracht hat ist die Rechtschreibreform, von keinem gerufen, von niemandem benötigt
Um der Einheitlichkeit willen werde man sich anpassen, aber nicht so ganz. Ja, was denn nun?
Ich hätte gern eine freie Presse - wo ist sie? Wenn die Presse auf dem Gebiet der Sprache tut, was der Staat will, dann wahrscheinlich auch auf anderen Gebieten. Hochmütige Bevormundung "im freiesten Staat der deutschen Geschichte" (beliebte Phrase, wenn man vermeiden will, zu sagen, daß "Freiheit" lediglich ein Wort mit acht Buchstaben ist). Warum keine Leserumfrage? Weil man das Ergebnis schon vorher wußte.
Mein Probeabonnement der FAZ habe ich wohlweislich bisher nicht in ein normales verlängert, nun werde ich es bestimmt nicht mehr tun.

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02. Dezember 2006 17:19

Wahre Schönheit kommt von innen!

Rainald Maaß (dr.maass)

In einem ersten Kommentar habe ich zwar geschrieben, die Entscheidung der FAZ greulich sei. Aber deshalb gleich das Abonnement kündigen? So ist auch manch ein Kommentar reichlich greulich. Oder vielleicht doch gräulich, weil nicht differenziert? Was zählt, sind letztlich doch die fundierten Inhalte. Daher werde ich meine Informationen auch künftig im faz.net beziehen.
Dr. Rainald Maaß, Heidelberg

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02. Dezember 2006 17:11

Schade

Christoph Meiring (meiringc)

Wenig verständlich halte ich das Vorgehen der Verlagsleitung, demnächst mit einer Murks-Rechtschreibung die Zeitung erscheinen zu lassen. Wenn man den Kommentar in der eigenen Sache liest, drängt es sich einfach auf, daß die Redakteure diese Umstellung ohne innere Überzeugung auszuführen haben.
Ich kann die Entscheidung des FAZ-Verlages einfach nur bedauern. Die Kündigungen werden zu recht erfolgen.

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02. Dezember 2006 17:01

Worum es geht - und worum nicht.

Friedrich Forssman (harakure)

Es geht um die Sprache, die kein grobes Werkzeug sein darf, sondern ein nuanciertes sein muß. Es geht darum, sich dem Staat, wo er sich in Dinge einmischt, die ihn nichts angehen, zu widersetzen. Es geht darum, den besseren Argumenten zu folgen und nicht der Masse.

Es geht nicht um die Schüler. Sie haben nie von der Reform profitiert, sie sind wohl auch nicht die Zielgruppe der F.A.Z. Es darf nicht um Einheitlichkeit um ihrer selbst willen gehen: ohnehin ein lächerlicher Grund bei gleichzeitiger Vorlage einer weiteren privaten Ausnahmeliste.

Die F.A.Z. schreibt in ihrem Einknick-Artikel von "Unsinn" der Reform, von "falschen Schreibweisen", denen sie nur in "einigen Ausnahmefällen" nicht folgen will, von "Fehlentscheidungen" - und beugt sich alldem: zu einem unverständlichen Zeitpunkt, mit haarsträubenden Begründungen.

Selbstverständlich ist das das Ende meines Abonnements. Tschüs, F.A.Z., grüezi, N.Z.Z., die wenigstens von Anfang an einen klaren Kurs hatte.

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02. Dezember 2006 16:49

Rechtschreibung

Theodor Ickler (TheodorIckler)

Die F.A.Z. hat jahrelang (auch unter meiner Beteiligung) ausführlich dargelegt, warum die reformierte Rechtschreibung - auch nach ihrer halben Reparatur und Verschlimmbesserung - nicht hinnehmbar ist. Sie hat auch die Intrigen aufgedeckt, mit denen zuletzt der Rechtschreibrat (dem ich angehörte) zur vorzeitigen Beendigung seiner Arbeit genötigt wurde - und sich nur zu gern nötigen ließ. Die Nachrichtenagenturen haben gerade beschlossen, noch nicht zum 1. Januar, sondern erst zum 1. August 2007 umzustellen. Unter diesen Umständen empfinde ich das Einknicken der Herausgeber als eine unglaubliche Schande. Mich stört noch mehr als die Reformschreibung die symbolische Unterwerfungsgeste. Meine Kündigung ist - nach vierzig Jahren - schon eingereicht.

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02. Dezember 2006 16:38

Eine „Hand voll selbst ernannter“ Experten unterwandert die gesamte Bevölkerung.

Jürgen Kessel (J.Kessel)

Wie grober Unfug sich trotz zunächst klar überwiegender Ablehnung allmählich durchsetzt, dafür ist die Rechtschreibreform ein hervorragendes Lehrbeispiel: Selbst die Einsicht, daß es sich um einen mißlungenen Schulversuch handelt, veranlaßt die Entscheidungsträger in Politik und Bildung nicht zum Abbruch. Schwenken nun vielmehr mit der FAZ auch die letzten professionellen Anwender um?
Als ausschlaggebendes Argument ist zu vernehmen: Die Schule lehrt es jetzt so, daher sollen sich alle danach richten.
Gerät die deutsche Sprache nun international auf den Rückzug, ist das noch eine relativ harmlose Auswirkung. Was geschähe aber, wenn in der Schule mit ähnlicher Argumentation vermeintlich einfachere Methoden auch in Naturwissenschaften oder Mathematik eingeführt und diese dann von den professionellen Forschern und Entwicklern übernommen würden? Deutschland verlöre im wirtschaftlichen und kulturellen Wettbewerb weiter an Boden. Sollte es sich als Glück erweisen, wenn der Bildungshorizont derzeit einflußreicher Schulversuchspädagogen naturwissenschaftlich noch eingeschränkter ist als sprachlich?
Übrigens: Weitere einschlägige Lehrbeispiele für die schleichende Durchsetzung groben Unfuges findet man beim Börsengang der Deutschen Bahn!

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02. Dezember 2006 16:34

FAZ passt sich an

Bernhard Sporkmann (bsfaz)

Falls Sie glauben, dadurch Ihre Auflage zu erhöhen, werden sie erleben,
daß das Gegenteil der Fall sein wird. Die meisten Ihrer bisherigen Leser werden sich verraten fühlen, was sich in diesem Forum schon zeigt.
Einheitlichkeit ist kein Wert an sich. Wenn sie das wäre, gäbe es überhaupt keine Kultur. Warum nehmen Sie nicht die Anregung aus einem Beitrag auf und fragen vorher zumindest Ihre Abonnenten?

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02. Dezember 2006 16:01

Konsequenz

Andreas Henicke (ahenicke)

Für mich ist der Verzicht auf DAS Alleinstellungsmerkmal unerklärlich. Die FAZ ist wieder eine unter vielen. Ich habe für mich die Konsequenz gezogen und zum Quartalsende gekündigt. Ab Januar bin ich dann beim Bäcker wieder frei in der Wahl zwischen FAZ, SZ, Zeit und (ja, doch) Spiegel.

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02. Dezember 2006 15:47

FAZ bleibt FAZ ...

Gerhard Dünnhaupt (dunnhaupt)

... ganz egal, welche Rechtschreibung sie benutzt.

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02. Dezember 2006 15:02

FAZ vergrößert das Chaos

Frank Rosenbauer (RedeGold-de)

Nun macht sich also auch die FAZ ihre eigene Rechtschreibung: Im Großen und Ganzen dem Wahrig folgen - der leider selbst schon viele Abweichungen von der Amtlichen Regelung beinhaltet ...

Warum bloß?

Ich verstehe, wenn jemand in alter Rechtschreibung schreiben möchte.

Ich verstehe auch, wenn jemand in neuer Rechtschreibung schreiben möchte.

Ich verstehe aber nicht, wenn sich jemand seine eigene Rechtschreibung zusammenbastelt.

Das hat nämlich nichts mehr mit Rechtschreibung zu tun!

Wie wär's denn mit konsequenter kleinschreibung oder STÄNDIGER GROSSSCHREIBUNG?

Wenn jeder schreibt wie er will, entsteht Chaos.

Schade, dass die FAZ da mitmacht.

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02. Dezember 2006 14:08

Schade

Daniel Küstner (DanielKuestner)

Schade eigentlich.

Allerdings fand ich den Verzicht auf das lange ſ in den Frakturüberſchriften (Fraktur benutzen, aber ob der Lesbarkeit kein langes ſ, alſo bitte!) noch blödſinniger.

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02. Dezember 2006 14:08

Gesetzliche Rechtschreibung

Marvin Parsons (mapar)

Nur als Hinweis für die Reformfans:

Es gibt kein "Gesetz" zur Einführung der neuen Rechtschreibung. Es gibt eine Verordnung für die Schulen, von der Kultusministerkonferenz vorbei an allen demokratischen Verfassungsorganen erlassen, auf Druck und Befehl von ein paar ideologischen Spinnern und von Schulbuch- und Wörterbuchverlagen, die mit der "Rechtschreibreform" das große Geld gemacht haben.

Mehr gibt es nicht. Wirklich nicht. Jeder, der außerhalb der Schule die neue Rechtschreibung verwendet, tut dies in vorauseilendem Gehorsam und aus Untertantengeist; im besten Fall aus Unkenntnis.

Denn das vorgeschobene Ziel der Schreibvereinfachung wurde nicht erreicht. Allein schon die angeblich logischere ss-Schreibung hat die Fehler der "Jugend", die nichts anderes kennt und damit angeblich keine Probleme hat, vervielfacht. Wer das nicht glaubt, sollte sich mal in Internetforen umsehen, in denen junge Leute schreiben. Oder einfach nach Schreibweisen wie "Ergebniss" googeln, die auf die "einfache" Regel "nach kurzem Vokal ss" zurückzuführen sind.

Die Reformfans würden sicher auch 2+2=5 rechnen, wenn die KMK das für die Schulen beschließen würde, denn schließlich kann man den armen Kindern das Richtige dann nicht mehr zumuten.

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02. Dezember 2006 13:53

FAZ - Danke, NEIN!!!

Alexander Ryba (AlexRy)

Es ist sehr bedauerlich, daß eine Zeitung wie die F.A.Z. sich einer Rechtschreibweise der "Masse" anpaßt, die von der Mehrheit der gebildeten Bevölkerung abgelehnt wird. Zu was soll dies denn noch in der deutschen Sprache führen? Überall, wo man hinblickt Anglizismen, ein Mangel an Ausdrucksstärke und und...

Kein Wunder, daß Deutschland in der PISA Studie schlecht abschneidet, wofür sicherlich nicht die Kinder der ausländischen Mitbürger verantwortlich gemacht werden können, da es viele gibt die Deutsch besser beherrschen als manche Deutsche.

Als vor Jahren bei der F.A.Z. begonnen wurde, die Leserbriefe zu zensieren und diese abzuändern, kündigten viele aus meinem Bekanntenkreis ihr Abo. Dank der Anpassung an die NEUE Rechtschreibung werden sicher noch mehr Kündigungen folgen, da die Qualität bei den Artikeln verloren geht, auch wenn diese gut sind!

Ich kann jedem Leser nur anraten sein Abo zu kündigen und solche Trends nicht weiter zu unterstützen, dann Leserloyalität sollte gepflegt und nicht mit Füßen getreten werden!!!

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02. Dezember 2006 13:44

Bitte Umfrage starten.

Andreas Gahde (gahde_hh)

Sehr geehrte Herausgeber, ich kann mir nicht vorstellen, daß sie im Sinne Ihrer Leser handeln. Die Fluktuation die Sie erwartet wird enorm sein und ich prognostiziere, daß Sie am Ende mit weitaus weniger Lesern dastehen werden. Ihre konsequente Haltung der letzten Jahre verdient meinen Respekt, genauso inkonsequent ist es aber, jetzt umzuschwenken und damit die Meinung in der Bevölkerung zu ignorieren, so wie es bereits alle Landesregierungen getan haben. Ich rufe Sie daher auf, zumindet unter Ihren Lesern eine Umfrage zu starten, ob dieser Schritt von den Lesern mitgetragen wird oder nicht. Letzteres dürfte wahrscheinlich sein.

Mit Ihrer Aufgabe sinkt die Wahrscheinlichkeit beträchtlich, daß es eine weitere Reform der Reform geben wird, die uns unsere Sprache wieder zurück gibt und den Willen der Bevölkerung umsetzt.

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02. Dezember 2006 13:32

fügsames, folgsames Volk

Michael Thum (stefanvolker)

Die Frage, die den Entscheidungsträgern in Deutschland am seltesten in den Sinn kommt:
"Was will eigentlich das Volk?"
Warum auch? Das deutsche Volk läßt sich alles, auch den größten Blödsinn, gefallen und ist auch noch stolz auf seinen Untertanengeist.
Erich Kästner hat vergeblich gedichtet:
Ihr solltet nie so tief sinken, von dem Kakao, durch den man Euch zieht, auch noch zu trinken.
Deutschland war, ist und bleibt ein Obrigkeitsstaat.

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02. Dezember 2006 13:29

Fragwürdiges Ziel der Einheitlichkeit

Michael Senn (SENN1965)

Ich bin überrascht und schockiert, daß jetzt auch die FAZ "umgefallen" ist und sich der - selbst in der neuesten Version - immer noch mangelhaften und unästhetischen Neuschreibung anpassen will. Man darf wohl darüber spekulieren, ob nicht von politischer Seite erheblicher Druck ausgeübt wurde.
Das Ziel der Einheitlichkeit kann für eine Qualitätszeitung wie die FAZ doch nicht an erster Stelle stehen. Man sieht, daß es in anderen Ländern und Sprachen sehr wohl anders geht und mehrere Rechtschreibungen nebeneinander existieren können. Man denke nur an Norwegen, wo die beiden Rechtschreibvarianten Bokmal und Nynorsk (und einige weitere) nebeneinander existieren, oder an Griechenland (mit seinen Varianten Dimotiki und Katharevousa). Auch wäre es wohl undenkbar und (zum Glück!) überhaupt nicht durchsetzbar, von New York über London bis hin nach Neu-Delhi, Hongkong und Canberra einheitliche Schreibweisen des Englischen einzuführen.
Trotz einiger Verbesserungen bei der NDR werden wir nun weiterhin mit unästhetischen Schreibweisen (wie "Flusssand", "Brennnessel" und "Schifffahrt") oder grammatikalisch falschen ("heute Morgen") konfrontiert. Ich kann nur hoffen, daß die "Reform der Reform" nun trotz allem weitergeht ...

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02. Dezember 2006 13:08

Schön wär`s

Andrea Weigelt (Andrea.Weigelt)

Ich bin Mutter von 2 Söhnen und weiss um die Vorteile der Reform.

Natürlich gibt es absolut unlogische Dinge, aber die klaren Regelungen für die Buchstabenverdoppelung, die Verwendung von ß und ss vereinfachen die Rechtschreibung sehr.

Vielleicht sollten die Damen und Herren Redakteure einfach mal früher nach Hause gehen und Ihren Kindern beim Lesen und Schreiben lernen helfen. Da würde sich so manche Überheblichkeit legen. So wird z.B. Tollpatsch wird mit eine kurzen "o" gesprochen, ebenso wie nummerieren mit einem kurzen "u".

Letztlich ist der einzige Ort, an dem die korrekte Rechtschreibung gefordert wird die Schule. Hier werden die Schüler für die korrekte Rechtschreibung benotet und diese Note entscheidet ggfs. über den Verbleib an der Schulform und spätere Ausbildungs- und Studienplätze.

Allen anderen Menschen steht es frei, ob sie sich dem Diktat unterwerfen wollen oder nicht. Im Zweifel ist es Literatur. Oder Ausdruck der Persönlichkeit.

Allerdings würde ich es vorziehen, wenn die FAZ die Rechtschreibung verwendet, die gelehrt wird. Denn dann kann ich meinen älteren Sohn auch beruhigt die FAZ zum Lesen geben.

Vielleicht sollten Sie progressiv sein und überlegen. ob die Ausnahmen wirklich sein müssen

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02. Dezember 2006 13:06

Die Ausnahmen -Deutsche Rechtschreibreform und FAZ-Redaktion

Franz-Josef Becker (FJB1MAINZ2)

Mit gewissem Genuß und kommunikativer Leichtigkeit habe ich die FAZ bisher gelesen aufgrund der Entscheidung der FAZ-Redaktion/Geschäftsleitung, die bisherigen Rechtschreibregeln beizubehalten. Wenn die FAZ jetzt „bis auf wenige Ausnahmen“ diese Praxis aufgibt, so darf ich erwarten, dass auch in dieser Zeitung die Rechtschreibe-Unlogik um sich greift und z.B. „aufwendig“ zu „aufwändig“ wird, während „notwendig“ „notwendig“ bleibt! Der Versuch, diese Reform ausländischen Deutsch-Sprachschülern logisch zu vermitteln, ist zum Scheitern verurteilt.
Den aktuellen Reform-Schritt zu begründen mit „Fehlentscheidung auf die sogenannten Volks-Etymologien“ lässt Schlimmes .befürchten:
Nicht nur, dass die deutsche Sprache in der EU und ihren Institutionen zu einer Minderheiten-„Regionalsprache“ geworden ist und zahlreiche Mitarbeiter aus Europäischen Nachbarländern von den Deutschkursen ferngehalten hat; zu befürchten ist auch die Abkehr von „volksetymologisch begründeten Fehlentzwicklungen“ bei Stadt-, Land- Fluß-Namen wie z.B.: KÖLN wird zu COLONIA AGRIPPINA+div. Ergänzungen der röm. Originalbenennung, und Brüssel zu „BRUOSCELLA“ das aber dann von „BRUOSCELLA“(=BRUCHSAL) nicht mehr zu unterscheiden ist. Franz-Josef Becker, BRÜSSEL

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02. Dezember 2006 12:56

Rechtschreibreform

Jan-Christopher Pien (jan_pien)

Leute, die die Kaufentscheidung für eine bestimmte Zeitung von der in dieser verwendeten Rechtschreibung abhängig machen, sind für mich das Sinnbild für das reformunwillige Deutschland. Was ist so schlimm an einer Reform der Schreibweisen? Warum macht man da so einen Staatsakt draus? Solang es genug Menschen, die selbst für eine solch nichtige und kleine Reform unempfänglich sind, gibt, wird es wohl kaum mit irgendwelchen Reformen in diesem Land vorangehen. Deshalb begrüße ich das Einlenken der F.A.Z. sowie der Süddeutschen und des Spiegels.

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02. Dezember 2006 12:24

Halb so wild; FAZ hat im großen und ganzen recht

Lukas Werth (lukaswerth)

Ich finde die Entscheidung der FAZ in Ordnung, auch daß sie sie mit anderen Zeitungen abgestimmt hat. Im übrigen, und da unterscheide ich mich vielleicht ein bißchen von ihrer Haltung, sehe ich die Möglichkeit verschiedener Schreibweisen nicht als Katastrophe. Ich will nichts eingebleut bekommen, schon gar nicht, daß mir ab jetzt die Dinge eingebläut werden.

Regeln können Variationen anbieten. Wenn mich der Inhalt interessiert, lese ich auch Emails, deren Inhalt auf Großscheibungen verzichtet, ein deutsches Buch dieser Art zu lesen wäre mir jedoch lästig, wenn auch kein Greuel, dann schon eher ein Gräuel.

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02. Dezember 2006 12:04

Bedauerlich, aber nachvollziehbar

Alexander Woick (alex.woick)

Daß die FAZ nun doch die neue Rechtschreibung verwenden wird, ist zwar bedauerlich, aber nachvollziehbar.

Ich glaube jedoch nicht so recht den Argumenten, die sie ins Feld führt. Ich glaube vielmehr, daß die Stellung des Rebellen nun nicht mehr zu halten ist. Die Rechtschreibung ist nun gesetzlich endgültig fixiert und unabwendbar, und dementsprechend hat man sie zu verwenden. Umso mehr in einem Gewerbe, in dem die Schrift und Schreibung zu den wichtigsten Werkzeugen gehört ist sie wie ein Gesetz, bei dem man auch nicht die Wahl hat es zu ignorieren, auch wenn es einem nicht paßt.

Wenn die FAZ die alte Rechtschreibung weiterhin verwendet hätte - ja wie lange denn? Ein Jahr, 10 Jahre, oder "für immer"? Irgendwann erkennt man so oder so, daß man sich der Realität anpassen muß. Und je länger man sich der Realität widersetzt, desto unglaubwürdiger wird man am Ende.

Also treffen wir uns dort, wo die FAZ gerade ankommt. Nur die gegebene Begründung, nunja.

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02. Dezember 2006 11:45

Lesen Sie Zeitung? Oder lesen Sie Schreibung?

Matthias Rüttgen (MRuettgen)

Es ist schon merkwürdig, wenn jemand sein Abo kündigt, weil eine Zeitung die Rechtschreibung ändert. Ich lese eine Zeitung mehr wegen der Texte und weniger wegen ihrer Schreibung. Aber möge jeder nach Façon selig werden...

Einheitlichkeit wird es nur nach wie vor nicht geben. Irgendwie ist die aktuelle Anarchie der Schreibung angenehm gewesen, und die FAZ weiß ja auch, daß sie zur Anarchie mit beigetragen hat. Und die Anarchie ist da. Zu viele schreiben weiterhin "alte", wie es so schön heißt, und viele gehen dazu über, andere gehen zur "neuen" über, und niemand schreibt nach Wahrig oder Duden, sondern alle haben ihre Hausorthographie. Ich hätte es besser gefunden, wenn die FAZ bei der "alten" geblieben wäre. Einfach so.

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02. Dezember 2006 03:11

Anpassung

Reinhard Markner (r_markner)

Der staatstragende Herdentrieb obsiegt über den liberalen Eigensinn. Joachim Fest hinterließ uns die schöne Parole "Ich nicht". Seine Zeitung ruft ihm hinterher: Wir doch.

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02. Dezember 2006 01:30

Das wars

Marvin Parsons (mapar)

Auch ich werde mir die FAZ nicht mehr kaufen. Sicherlich werden für mich ganze Schulklassen einspringen und den Umsatz mehr als wettmachen.

Die Farce namens Rechtschreibreform hat gezeigt, was in Deutschland möglich ist; auf wieviel Untertanengeist und Servilität solch eine Bürokratenmafia setzen kann, um noch so unsinniges durchzudrücken.

Jetzt ist kein Halten mehr: Rundfunkgebühr für PCs, weigehende Entrechtung der Käufer von Bild- und Tonträgern usw.; alles in Deutschland kein Problem. Staatsbürgerliche Rechte und Demokratie sind vielen deutschen fremd oder zuwider. Nachdem die von keinem Gesetz oder Verfassungsorgan gedeckte "Rechtschreibreform" schon so eine orgiastische Welle vorauseilenden Gehorsams ausgelöst hat, werden noch so absurde richtige Gesetze auf Befehl der entsprechenden Lobby oder Mafia umso begeisterter "umgesetzt" werden.

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02. Dezember 2006 00:55

Bedauerliche Anpassung an den vermeintlichen Mainstream

Thorsten Seßler (those1)

Einer der besten Gründe, die FAZ in den vergangenen Jahren zu kaufen, bestand für mich darin, daß es sich um eine der letzten Qualitäts-Tageszeitungen handelte, die man noch im Wortsinne _lesen_ konnte – ohne alle paar Zeilen an sinnentstellenden Getrenntschreibungen und absurden Phantasieschreibweisen hängenzubleiben, was mich seinerzeit zur Kündigung meines FR-Abonnements veranlaßt hatte. Nun also weicht auch die FAZ der Arroganz der Bürokraten-Clique aus Bildungsverweigerern, die Theodor Ickler in seinem Beitrag "Ja, da kann man nur noch gehen" vom 25. Februar d. J. so treffend porträtierte. Dieser Überschrift muß ich mich jetzt leider auch in bezug auf meine FAZ-Lektüre anschließen.

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02. Dezember 2006 00:39

Etiam si omnes, ego non

Martin Enzinger (FlorianGeyer)

Joachim Fest fehlt der FAZ!

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02. Dezember 2006 00:23

Aus alt mach neu

Katharina Thomas (Katlis)

Muß sich jetzt auch die FAZ nach unten orientieren? Daß die neue Rechtschreibung Unfug ist, darin werden wohl die meisten Leser übereinstimmen. Wem soll mit diesem Umschwung gedient sein? Etwa den Schülern, die nun selbst in dem vermutlich äußerst seltenen Fall, daß sie einen Blick in die FAZ werfen, mit sprachlichem Chaos konfrontiert werden?

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02. Dezember 2006 00:15

passt doch

Jörg Krämer (ErlicM)

Deutsch für Dumme passt nunmal in unsere Zeit

Für mich bleibt Philosophie Philosphie
und im Wasser schwimmt ein Delphin

Sprache ist ein Spiegel des Denkens und Bestandteil der Kultur


Passt doch zum Plan dumme ungebildete unsolidarische Konzernsklaven zu schaffen unfähig über ihr Fachwissen hinaus Zusammenhänge zu erkennen und ! formulieren


irgenwann wird ghettotalk offizielle Sprache


Für mich bleibt Philosophie Philosphie
und im Wasser schwimmt ein Delphin

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02. Dezember 2006 00:11

Enfin

Daniel Pötter (berlindaniel)

Hat aber lange gedauert.

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02. Dezember 2006 00:11

Rechtschreibung

Eckhard Raabe (eraabe)

Schade, dass die FAZ kapituliert hat.

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01. Dezember 2006 23:51

Ohne den Mißbrauch unserer Schüler wäre es nicht gelungen

Carl Andersson (CAndersson)

Vielen Dank dafür, daß Sie solang durchgehalten haben!

Dank Ihnen wird unseren Schülern mehr Gestaltungsfreiheit zugelassen. Dank Ihnen wird unserer Sprache mehr Leben zukommen.

Reformbedürftig ist aber vor allem die Vorstellung, in den Schulen soll die Marschordnung vorgegeben. Die FAZ hätte nicht die Schulen folgen sollen, sondern die Schulen die FAZ! Die Anmassung unseres Staates, eine solche Macht für sich zu beanspruchen, eine mißlungene Rechtschreibreform in totalitärer Art aufzuerlegen, wäre ohne den Mißbrauch unserer Schüler unmöglich gewesen. Wenn ein Lehrer eine Orthographie nur tadeln könnte, wenn es ungewöhnlich oder unklar wäre, wäre Konsensus in der Gesellschaft und nicht eine abartige Bürokratie richtungweisend gewesen.

Uns bleibt nach wie vor die Aufgabe, die zum Teil repressive Unterdruckung unserer Schüler in einer Dienstleistungsmentalität umzuwandeln. Der Schüler, in Vertretung seine Eltern, wünscht sich Werkzeuge für das Leben. Lange nachdem seine Lehrer verschwunden sind, muß er sein eigenes Leben führen und am Ende auch allein vor Gott verantworten. Der Schüler soll deshalb im Mittelpunkt unserer Pädagogik stehen und nicht unsere Ordnungswahn.

Sie haben tapfer standgehalten, liebe FAZ. Hut ab!

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01. Dezember 2006 23:44

Unnötig und unverständlich

Andreas C. Werner (acwerner)

Bislang war die FAZ für mich ein Refugium, in welchem ich mich sicher wähnen konnte, von den Auswirkungen dieser "Rechtschreibreform" verschont zu bleiben. Schade, daß Sie unnötig und unverständlicherweise dem faulen Reformkompromiß mit diesem Schritt Ihre Referenz erweisen. Sehr bedauerlich ist es auch, daß drei große renommierte Blätter wie Süddeutsche, Spiegel und FAZ es nicht vermögen, gemeinsam in die entgegengesetzte Richtung zu gehen, nämlich Beibehaltung der bisherigen Rechtschreibung. Damit ist die letzte Hoffnung genommen, daß der auch von der FAZ vielfach kritisierte Kompromiß des "Rechtschreibrates" vielleicht doch noch, zumindest punktuell, zu Fall kommt. Zu befürchten ist, daß auch die Ausnahmen, die die FAZ jetzt zur Besänftigung der Leser beibehalten will, nur eine zeitlang Bestand haben werden. Spätestens, wenn Stängel über das Thema gewachsen sind, wird es sehr gräulich, und die Infantilisierung der Schriftsprache setzt ihren Siegeszug fort.

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01. Dezember 2006 23:42

Sooooooo!!!

Peter Neises (XGROBMOTORIKERX1)

Mir, der ich selten selbst geschrieben, was ich zum Druck beförderte und, weil ich diktierte, mich dazu verschiedener Hände bedienen mußte, war die konsequente Rechtschreibung immer ziemlich gleichgültig. Wie dieses oder jenes Wort geschrieben wird, darauf kommt es doch eigentlich nicht an, sondern darauf, daß die Leser verstehen, was man damit sagen wollte.

Johann Wolfgang von Goethe

und daran halte ich mich-mehr oder weniger

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01. Dezember 2006 23:24

Abo Kündigung

Rudolf Raith (rraith)

Werde morgen (2. 12.) mein FAZ-Abo kündigen.
Vielen Dank!

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01. Dezember 2006 22:40

F.A.Z. paßt Rechtschreibung an - 'Enheitlichkeit' in der Dummheit?

Rolf Joachim Siegen (rolfS2)

Die F.A.Z. passt sich an (zu) vieles an.

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01. Dezember 2006 22:28

Sehr traurig, das war's dann wohl ...

Matthias Jacobs (vmjacobs)

Sehr, sehr enttäuschend, daß Sie jetzt einknicken; von der FAZ hätte ich das wirklich nicht erwartet.

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01. Dezember 2006 22:27

keine rechte Schreibung

Ulrich Reich (Umkulu)

Warum liebe FAZ kommt jetzt dieser Schritt? Vertraut Ihr nicht mehr dem schlauen Kopf des geneigten Lesers?
Herzlich willkommen im reformierten Nirvana der deutschen Sprache! Jetzt auch wird das schlimmste Stückwerk auch noch von Ihrer Redaktion gestützt. Darauf kann ich dankend verzichten!!!

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01. Dezember 2006 21:55

Einheitlicher Unsinn

Reiner Gehret (keingeist)

Die Einheitlichkeit wurde zerstört. Und sie wird auch durch diesen FAZ-Akt nicht wiederhergestellt. Also werden wir zukünftig in Zeitungen nur noch Minderwertiges lesen. Auch meine Schulkinder lasen bisher die FAZ am Sonntag, sicher nicht zu ihrem Nachteil. Zukünftig werden sie aber Unvernünftiges aus Frankfurt am Sonntag ebensowenig lesen wie ich selbst.

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01. Dezember 2006 21:43

Es ist ein Stück Freiheit,

Michael Menzel (Galenos)


daß jeder noch die Rechtschreibung pflegen darf, die von den größten Schriftstellern des zwanzigsten Jahrhunderts verwendet wurde.

Es tut mir leid, daß die FAZ dem Kollektivzwang nicht standhalten konnte. Zumindest erklärt sie, zukünftig wenigstens die größten noch verbliebenen Idiotien der Reform der Reform der Reform zu vermeiden. Eine Schändung der Kultur, die ausschließlich einem politischen, infantilen, machtbesessenen Spiel entsprang.

So, wie sich die Bedeutung des Wortes "Reform" gewandelt hat im Rahmen des Niedergangs der politischen Kultur, verbunden mit einer fortschreitenden Dekadenz der Gesellschaft an sich, so verfallen auch die Attribute, die einst einen ehernen Sockel von Werten, die nie in Frage gestellt wurden und mit deren Erhalt eine Nation nahezu 50 Jahre gut gefahren war, bildeten.

Ja, - "viele Hunde sind des Hasen Tod"! Es gab schon immer diese Mitläufer, die durch ihr massenhaftes Auftreten und ihren Vorwurf an die vermeintlich Zurückbleibenden, in Wahrheit jedoch Bewahrenden, richteten: "Sie haben die Zeichen der Zeit nicht verstanden"!

Ist es Zeichen unserer Zeit, daß vieles in kleinen Schritten "vor die Hunde" geht?

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01. Dezember 2006 21:35

Einheitlichkeit und Recht und Freiheit

Julius Franzot (JFranzot)

Fèr uns Schriftsteller hat seit Jahren die Stunde der Verunsicherung geschlagen, sehr zur Freude der Berufskorrektoren und -Lektoren.
Die FAZ wäre gut beraten, die neudeutsche rechtschreibung, so wie in der Schule unterrichtet, gelten zu lassen und nicht selbstherrlichen Auslegungen nebliger Bestimmungen das Feld zu überlassen.
Ob 3 x s sinnvoll ist oder nicht, das soll an der Stelle entscheiden werden, die laut Gesetz dafür Zuständig ist und nicht den Zeitungsredakteuren.
Wenn befohlen wird, Neudeutsch zu schreiben, dann gibt es kein FAZ-Deutsch und auch kein Währig-Deutsch.
Am Anfang war Luthers Bibel das Mass aller Dinge, dann kam der Duden und jetzt gibt es die Kommission.
Es ist ausserdem nicht zu verantworten, wenn die Schüler, die genug ndere Sorgen haben, noch von der Zeitungslektüre verunsichert werden.
Ein Volk, eine Sprache, eine Rechtschreibung, sollte sie auch von erfolgreichen Journalisten nicht empfohlen werden.

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01. Dezember 2006 21:30

Schlagzeile in der F.A.Z.: F.A.Z berichtet über sich selbst

Sophia Orti (rum)

Sehr produktiv.

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01. Dezember 2006 21:26

Feige eingeknickt

Hans-Dieter Schmidt (HDSchmidt)

Jetzt sind Sie doch feige eingeknickt vor der Willkür inkompetenter Politiker. Schade.
Hans-Dieter Schmidt
(Leser seit 24 Jahren)

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01. Dezember 2006 21:11

Das Volkswissen auf dem Vormarsch

C. Müller (Chrizz)

Machen wir uns nichts vor. Die neue Rechtschreibung paßt einfach in unsere Zeit. Wir wandeln uns in allen Bereichen in Richtung auf eine Verhandlungskultur. Wissensgrundlagen sind da keine Ausnahme, wie wir am Beispiel Wikipedia sehen. Warum sollten also private Meinungen über etymologische Zusammenhänge nicht auch gleichberechtigten Eingang in die offizielle Rechtschreibung finden? Und wer froh darüber ist, endlich eine eindeutige Regel für das "ß" zu erkennen, hat vielleicht jetzt seine späte Chance. Wenn das in ein oder zwei Generationen auch schon wieder zu viel verlangt erscheint, kommen wir vielleicht dann unserem Endziel näher: laßt uns gleich zur Lautschrift wechseln!

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01. Dezember 2006 21:10

Rechtschreibung!

Ali Seiler (kewil)

Scheißdreck! Jetzt noch viel Farbe und große Fotos. Bald ist Schluß, dann könnt ihr an die PISA-Generation verkaufen!

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01. Dezember 2006 20:34

Einheit in der Vielfalt?

Michael Thum (stefanvolker)

Von welcher Einheitlichkeit ist hier eigentlich die Rede, wenn noch nicht einmal die Wörterbücher (Wahrig, Duden, Ickler, Mackensen) einheitlich sind, jeder empfiehlt etwas anderes; geschweige denn die verschiedenen Verlagsorthographien?
Zudem hat der Rechtschreibrat doch ausdrücklich darauf hingewiesen, daß noch weitere Bereiche der Rechtschreibung bearbeitet und zurückreformiert werden müssen.

Und wieder einmal spielt der Wille der Bevölkerungs-mehrheit, wie bei so vielen anderen wichtigen Themen, (EU-Verfassung, EU-Osterweiterung, Abschaffung der DM) keine Rolle.

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01. Dezember 2006 20:25

Als nächstes bitte ein modernes Layout!

H. G. A. Zoll (zolls)

Nachdem die FAZ in dieser Frage nun ihren absurden Sonderweg verlassen hat, wäre als nächstes ein zeitgemäßes Layout fällig - statt der halbherzig verschlimmbesserten Aufmachung, in der sich diese einstmals so elegante Zeitung derzeit präsentiert. Das ausgezeichnete Webdesign von FAZ.net zeigt ja, dass es geht!

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01. Dezember 2006 20:21

Inkonsequent

Andreas Reinhold (beffchen)

Ich habe mein FAZ-Abonnement damals u.a. deswegen gekündigt, weil es m.E. einer Zeitungsredaktion nicht zusteht, über die Richtigkeit einer Rechtschreibreform zu entscheiden. Wer sich privat für diese oder jene Schreibweise entscheidet, kann das gerne machen. Ein Organ, das an der politischen und kulturellen Bildung unserer Gesellschaft maßgeblich beteiligt ist, darf Kritik üben, aber keine eigenen Regeln aufstellen, schon gar nicht, wenn unsere Kinder, die ja schon genug Irrungen und Wirrungen mitmachen mussten und müssen, darunter zu leiden haben.

Nun gibt die FAZ - petit à petit und sich windend - nach. Das ist inkonsequent. Denn die wichtigsten Kritikpunkte, die damals zur Entscheidung führten, bei der alten Rechtschreibung zu bleiben, bestehen meines Wissens weiterhin.

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01. Dezember 2006 20:15

Ich wußte es!

Richard Wolf (Lupulus)

Es war schon lange an vielen Details bei der Gestaltung der Zeitung abzulesen, daß smarte Manager auch hier den Geist der Zeit einführen wollen: ich erinnere nur an die vielen Farbbildchen, die Comics, die blöden Farbkästen (wie für Grundschüler), die unsägliche "Neuauflage" von "Bilder und Zeiten", eine Beleidigung für alle, die die alte Tiefdruckbeilage noch gekannt haben uv.a.m.

Daß sich ein Hubert Spiegel dafür hergibt, den Kotau vor der staatlich verordneten Dummheit zu begründen, ist traurig. Jedes, aber auch wirklich jedes Argument, das er anführt, ist von der F.A.Z. selbst in Hunderten von klugen Artikeln wiederlegt worden.

Sie wissen im übrigen sehr gut, warum Sie nicht die Leser selbst dazu befragen: diese Entscheidung ist ein Affront gegen die überwältigende Mehrheit Ihrer Leser, und sie ist feige dazu. Sie sollten sich dafür schämen.




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01. Dezember 2006 19:55

Sprache ist ein lebendiges Ding

B. Keim (bkeim)

Der Eifer mit dem man sich bemüht die ein oder andere Schreibweise als die alleinverbindliche, -seligmachende durchzusetzen, ist deutscher als es die deutsche Sprache je war.

Wer sich selbst mit unserer Sprache auseinandersetzt, wird also weiterhin wonniglich, bei vielen sich bietenden Gelegenheiten, in ihren Möglichkeiten schwelgen dürfen.

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01. Dezember 2006 19:53

Das war's

Mario Scholl (Patentscholl)

Die FAZ war die letzte Zeitung, die ich gelesen habe. Nach der Rückkehr des Springer-Verlags zur neuen deutschen Dummschreibe überfliege ich die Berliner Mogenpost nur noch.

Jetzt muß sich also trotz aller dagegen sprechenden Argumente die FAZ diesem Unsinn anschließen. Schade um die guten Artikel, die dann leider in einer unerträglichen und uneleserlichen Weise (Schlossstraße) angeboten werden.

Ich werde mein Abo beenden und mich der Literatur zuwenden.

Dr. Schol

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01. Dezember 2006 19:41

Eigene Halbheit

Alexander Will (willa)

Aha, die FAZ passt sich also der neuen Schreibweise an. Wegen der Einheitlichkeit, sagen die Verantwortlichen.

Aber eben nicht ganz.

Das Resultat: Eine FAZ-eigene Variante der Rechtschreibung. Da wäre es ehrlicher gewesen, bei der bewährten Rechtschreibung zu bleiben - wie es hoffentlich viele Menschen in diesem Lande tun werden.

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01. Dezember 2006 19:24

Bedauerlicher Unfug

Matthias Künzer (kuenzer)

Im Besonderen wird morgen Abend jeder Einzelne in der Redaktion Rechtschreibtipps brauchen. -- Dieser Unsinn mit der vermehrten Großschreibung wird nicht dadurch sinnvoller, daß er an der Schule gelehrt wird. Mein Bruder lernte an der Schule die Konsonanten ohne Vokale auszusprechen. "B" statt "be", "h" statt "ha". Hat das außerhalb der Schule jemals jemand gemacht?

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01. Dezember 2006 19:15

Die Macht der Gewohnheit

Jan Philipp Kampmann (jpkampmann)

Daß sich hier eine Neuerung nicht argumentativ, sondern durch Gewohnheit, durch "Übergreifen" auf die Betroffenen, durchgesetzt hat, ist bedauerlich. Noch bedauerlicher ist es allerdings, wenn die, die sich ganz bewußt davon abgrenzten, weil sie es nicht nötig hatten, und deswegen auch durchaus bewundert oder - in diesem Fall - bevorzugt wurden, sich durch einen Rückzieher in die breite Masse verkriechen. Warum? Erwachsene können so oder so schreiben, wie sie es möchten, und ich als Schüler kenne von meinen etwa 100 Mitschülern eines zwölften Gymnasialjahrgangs nur 7 oder 8, die regelmäßig die FAZ lesen - und die sind sich des Unterschiedes zwischen neuer, alter und jetziger Rechtschreibung bewußt und schaffen den Spagat zwischen Lesen und Schreiben. Sich hier als Vorreiter irgendeiner vagen "Einheit", als Retter der Gesellschaft profilieren zu wollen, ist arm.
Bislang habe ich, als kleines Zeichen für mich selbst des nicht enden wollenden Widerstandes, gerne 15 Rechtschreibfehler in meinen Klausuren akzeptiert (mancher Lehrer streicht selbst ein "daß" nicht einmal an, von einem "Vorschuß" ganz zu schweigen), nur: diese Zeiten sind vorbei. Mit der FAZ ist der letzte Verfechter der alten Rechtschreibung gestorben.

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01. Dezember 2006 19:04

Rechtschreibung

Kornelius Kleinlein (KleinK)

Vielen Dank dafür, daß Sie solange durchgehalten haben. Ich bin mir sicher, ohne den Widerstand der FAZ und anderer Verlage wäre die Rechtschreibreform ohne Abstriche durchgedrückt worden. Vielen Dank auch dafür, daß Sie die schlimmsten Verunstaltungen auch weiterhin nicht mitmachen - das gibt Anlaß zu der Hoffnung, daß sich auch hier die Vernunft gegenüber der Bürokratie durchsetzen wird.

Was aber wird aus Worten wie Mißstand, Prozeßstoff ...
Gibt es denn gar keinen Ausweg mehr davor, die Schreibweise mit drei "s" zu vermeiden?

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01. Dezember 2006 19:03

An Herrn Lamek

Albrecht Selge (Albrecht_Selge)

Ach, Herr Lamek, Sie schrieben zornig: "hoch lebe der plebs !"

Wenn, dann bitte *die* plebs. Das sollte ein Patrizier wie Sie eigentlich wissen...

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01. Dezember 2006 18:49

Schade. Aber besten Dank für sechs Jahre Widerstand.

Klaas Bähre (janklaas)

Ja, ausgesprochen schade. Ich halte die Entscheidung auch für falsch, schon, weil sie denen, die weiterhin nach der alten Rechtschreibung zu schreiben gedenken, ein wichtiges Argument nimmt: "Tja, schauen Sie, die anständigste deutsche Zeitung macht das auch. Aber schreiben Sie ruhig weiter wie Lieschen Müller und der Spon. :o)"

Dennoch war das Einknicken wohl auf die Dauer unvermeidlich. Vielen Dank jedenfalls für sechs Jahre tapferen Widerstandes gegen diesen Unfug.

Und ewige Schande über Spiegel und SZ wegen ihrer Dann-lieber-doch-nicht-Rückkehr im Jahr 2004!

Es hat auch einen Vorteil, daß nun noch mehr Leute umschwenken werden: Es wird immer exklusiver, "alt" zu schreiben.

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01. Dezember 2006 18:47

Ist das bisherige Deutsch gottgegeben?

Werner Hannappel (Brooce)

Auch ich bin der Meinung, dass Sprache etwas wunderbares ist. Aber nur, wenn Ihr auch erlaubt ist, sich anzupassen, sich zu verändern, zu leben.
Ich verstehe die bisherigen Schreiber so, dass sie gegen Reformen "ihrer" deutschen Sprache sind.
Ich finde fast alle angegangenen Punkte der Reform gut und sinnvoll. Zu Anfang tut es weh "Stängel" oder "Gräuel" zu lesen, aber es ist nur konsequent. Auch dass wir nun eine eindeutige Regel für "ß" und "ss" haben, finde ich gut.
Es muss gestattet sein, alle paar Jahrzehnte Sprachregelungen einer Überprüfung zu unterziehen ohne dass die Regelnden gleich als Idioten und Ignoranten hingestellt werden.
Insofern: Kopfschütteln meinerseits und: Daumen hoch, FAZ.
Die, die an den alten Regeln festhalten, möchte ich fragen:
Warum nicht gleich zurück zum Deutsch von Goethe? Oder 1930?
Warum muss gerade um das Deutsch von 2005 gekämpft werden?

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01. Dezember 2006 18:36

Wirklich greulich!

Rainald Maaß (dr.maass)

Und ich weigere mich, die Entscheidung als gräulich zu empfinden, sie ist einfach nur greulich. Aber nachts sind bekanntlich ja alle Katzen grau.
Dr. Rainald Maaß, Heidelberg

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01. Dezember 2006 18:34

Kümmelspalter!

Mark Spoerer (MarkSpoerer)

Wie kann man nur die Entscheidung, ob man eine nicht eben billige (Qualitäts-) Zeitung abonniert oder nicht, von der gewählten Rechtschreibvariante abhängig machen?! Wer solche Prioritäten setzt, hat im Leben sicherlich nicht viel zu lachen und wird früh am Infarkt dahinscheiden...

Mark Spoerer

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01. Dezember 2006 18:29

Wie wichtig ist Einheit?

Alexander Kriegisch (kriegaex)

Darüber denke ich schon geraume Zeit nach. Ich selbst, männlich, 35 Jahre alt, Informatiker, gehöre zu jenen, welche zwar Neuem grundsätzlich offen gegenüber stehen, nichtsdestoweniger noch immer die alte Rechtschreibung bevorzugen und praktizieren. Ich gehöre sogar zu den Konservativen, die noch immer die schon in der alten Schreibweise veralteten "ph" in Telephon, Phantasie, Graphik gebrauchen.

Ihre Entscheidung, wie auch immer Sie sie argumentativ zu stützen versuchen, habe ich spontan bedauernd zur Kenntnis genommen. Jenseits der Spontaneität bin ich aber auch der Meinung, daß es für eine Sprache wichtig ist, feste Regeln bzgl. Rechtschreibung, Interpunktion und Grammatik zu haben. Das war vor der Reform schließlich auch so. Inzwischen schreibt jeder alles, wie er möchte, scheint mir. Diesen Vorwurf mache ich mir durchaus auch selbst, da ich mich nicht an die aktuellen Regeln halte, obgleich ich manche für tatsächlich logischer finde als die vorherigen.

Was ich seltsam finde, ist Ihr Spagat zwischen neuerdings konservativ-reformierter Schreibweise und der vereinzelten Beibehaltung klassischer Schreibweisen (vgl. Ihre Tabelle). Deutschlands wichtigste Zeitung sollte hier konsequenter sein als ein Einzelner (z.B. ich).

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01. Dezember 2006 18:20

keine gute Entscheidung

Günter Weber (GWeberBV)

Dieses Einknicken der FAZ ist aus meiner Sicht sehr bedauerlich. Nach sovielen Jahren sollte es doch deutlich geworden sein, daß dieser Zeitung durch die Beibehaltung der alten Rechtschreibung keine Nachteile entstehen. Leider gibt es keine Konurrenz zur FAZ. Daher werde ich mein Abo nicht kündigen. Auch wenn ich dies als Zeichen meiner Mißbilligung gerne täte.

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01. Dezember 2006 18:19

Bedauerlich

Leopold Merz (leomerz)

ja, schade daß Sie sich anpassen. Ich danke Ihnen aber für Ihre große Courage sich der Debiliät des sogenannten "Rechtschreibrates" und aller Beteiligten so lange wiedersetzt zu haben.

In diesen kleinen Auswüchsen staatlicher Allmachtsphantasien zeigt sich auf welche Instituionen in der BRD Verlaß ist wenn es darauf ankommt. Andere reagierten mit Kadavergehorsam oder nutzen die Situation schamlos zum eigenen Vorteil (Duden, Schulbuchverlage).

Nochmals Danke!

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01. Dezember 2006 18:10

Einheitlicher Kündigungsgrund

Karl-Heinz Isleif (Isleif)

Liebe Redaktion,
Unsinn wird nicht dadurch erträglicher, daß er einheitlich ist. Bitte betrachten Sie mein Abonnement als gekündigt.
Karl-Heinz Isleif
Tokyo, Japan

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01. Dezember 2006 18:08

FAZ knickt auch ein

Christian Singewald (Singewald)

Das ist typisch für Deutschland! Die FAZ war so mutig und ist standhaft geblieben .... nun knickt auch sie ein ! Aber das ist ein typisch deutsches "Phänomen" (möchte gar nicht wissen wie das nun geschrieben wird ... )! Aber ist nun ein Grund mehr zu überlegen, ob ich nun nach Jahrzehnten als Leser abspringe! Jeden morgen das verunstaltete Deutsch zu lesen ... das werde ich sicher nicht ertragen!

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01. Dezember 2006 17:58

Rechtschreibung

Dieter Lamek (dieterlamek)

Das ist sehr bedauerlich - nun folgt Ihr nicht einer Mehrheit, sondern einer Verdummung der Deutschen und nicht dem Verstand. Alles was Ihr nun getan habt - in Abstimmung oder nicht - ist eine weitere Scharte in die deutsche Sprache und deren Ausdrucksweise - also wollt jetzt auch Ihr nur alles auf den kleinsten (meist dummen) geimeinsamen Faktor reduzieren - hoch lebe der plebs !
Schade.
Dieter Lamek
Buchenbusch 18
63263 Neu-Isenburg

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01. Dezember 2006 17:57

Rechtschreibung

Klaus Schulte (schultek)

Der Schritt, den die FAZ damit geht, war überfällig! Berechtigt sind allerdings die Vorbehalte; dem etwas konservativeren Wahrig zu folgen, ist eine gute Entscheidung.

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01. Dezember 2006 17:40

Und schade, ...

Herrmann Mueller (Herbie_2005)

... daß ich die Zeitung so nicht mehr abonnieren kann.

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01. Dezember 2006 17:29

Lacrymabilter

Francois-Xavier Weiss (fxweiss)

Schade, daß nun auch die FAZ dem Zeitgeist hinterherläuft.

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