20. April 2001 Die Kluft zwischen Arm und Reich in Deutschland wächst offenbar weiter. Dies gehe aus dem ersten Armut- und Reichtumsbericht der Bundesregierung hervor, berichtet die Süddeutsche Zeitung in München in ihrer Samstagsausgabe.
Demnach gebe es in der Bundesrepublik mittlerweile 1,5 Millionen Vermögensmillionäre; 1978 sei ihre Zahl noch auf 217.000 geschätzt worden. 13.000 Bundesbürger hätten 1995 ein Jahreseinkommen von mehr als einer Million Mark gehabt. Dagegen hätten Ende 1998 aber 2,88 Millionen Menschen von der Sozialhilfe gelebt, darunter als größte Gruppe 1,1 Millionen Kinder und Jugendliche. Als Geringverdiener würden 20 Prozent der Bevölkerung eingestuft. In dem Bericht werde eine erhebliche Ungleichverteilung der Vermögen in Deutschland festgestellt, schreibt die Zeitung. So habe 1998 ein Zehntel der westdeutschen Haushalte über 42 Prozent des Privatvermögens verfügt, während sich 50 Prozent der Bevölkerung mit einem Anteil von 4,5 Prozent hätten bescheiden müssen.
Extreme Unterschiede zwischen West und Ost
Extrem unterschiedlich sei auch
die Vermögensverteilung zwischen West- und Ostdeutschland. So
habe sich das durchschnittliche Vermögen je Westhaushalt auf gut
254.000 Mark belaufen, im Osten seien es rund 88.000 Mark
gewesen. Auch bei den Einkommen habe die Ungleichheit leicht,
aber kontinuierlich zugenommen, bilanziere die Bundesregierung.
Die Regierung versichere in dem Bericht, sie unternehme erhebliche Anstrengungen, um Armutsrisiken zu minimieren und soziale Ausgrenzung zu verhindern. Der unter Federführung des Arbeitsministeriums erarbeitete Bericht soll am Mittwoch vom Bundeskabinett beschlossen werden.
Text: @see mit Material von AFP, Reuters
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