05. April 2003 Die Behörden in Saudi-Arabien haben einen Deutschen wegen des Verdachts auf Beteiligung am Terroranschlag von Djerba festgenommen. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes (AA) bestätigte am Samstag einen entsprechenden Bericht des Nachrichtenmagazins Der Spiegel.
Danach droht allerdings die Freilassung des Duisburgers, weil die deutsche Justiz keinen Haftbefehl erlassen habe und somit kein Auslieferungsantrag gestellt werden könne. Bei dem Attentat auf der tunesischen Ferieninsel Djerba im April 2002 starben 21 Menschen, darunter 14 Deutsche.
Bin Ladin-Vertrauter
Der zum Islam konvertierte Deutsche polnischer Abstammung gelte als Vertrauter von Terrorchef Usama Bin Ladin, berichtet das Magazin. Der Terrorverdächtige sei im November überraschend nach Saudi-Arabien ausgereist. Bitten der deutschen Behörden, in Riad ermitteln zu dürfen, seien nicht beantwortet worden.
Die amerikanischen Behörden drängen laut Spiegel auf die Auslieferung des Mannes, den sie für ein hochrangiges Al-Qaida-Mitglied hielten. Er habe in Afghanistan zeitweilig mit Bin Ladin in einem Wohnkomplex gelebt. Nach Angaben der AA-Sprecherin wurde die Bundesregierung von Saudi-Arabien Anfang der Woche über die Festnahme des Deutschen informiert.
Text: dpa