13. Mai 2004 Wenige Stunden nach einem palästinensischen Anschlag auf ein Militärfahrzeug hat Israels Armee bei einem Raketenangriff im südlichen Gaza-Streifen mindestens sieben Menschen getötet.
Die Raketen seien am Donnerstag von einem Kampfhubschrauber auf eine Gruppe Palästinenser im Flüchtlingslager Jidna in Rafah abgefeuert worden, sagten Augenzeugen. Der Angriff habe sich in der Nähe des Ortes ereignet, an dem militante Palästinenser am Mittwoch ein Armeefahrzeug angegriffen und fünf Soldaten getötet hatten.
Überreste der Toten übergeben
Nach einem zweitägigen Armeevorstoß mit heftigen Gefechten zogen israelische Soldaten aus einem Viertel von Gaza-Stadt ab. Die Truppen hatten dort nach Leichen israelischer Soldaten gesucht, die militante Palästinenser am Dienstag bei einem Anschlag getötet und mitgenommen hatten. Militante Palästinensergruppen erklärten, die Armee sei nach einer von Ägypten vermittelten Übereinkunft zur Rückgabe der Leichenteile abgezogen. Die Überreste der Toten wurden wenig später Israel übergeben.
Augenzeugen berichteten nach dem Raketenangriff in Rafah, Ambulanzen hätten die Überreste der bei dem Angriff zerfetzten Leichen der Palästinenser geborgen. Zuvor hatte die Armee ihre Truppen aus Seitun in Gaza-Stadt abgezogen, das als Hochburg radikaler Palästinenser gilt. Israel hatte angekündigt, die Truppen so lange in der Stadt belassen zu wollen, bis alle Leichen geborgen seien.
Auf einer Pressekonferenz in Gaza-Stadt gaben Mitglieder der radikalen Al-Aqsa-Brigaden bekannt, sie hätten die Leichenteile der sechs am Dienstag getöteten Soldaten zunächst dem ägyptischen Geheimdienst ausgehändigt. Die Al Aqsa-Brigaden sind ein Ableger der Fatah-Bewegung von Palästinenser-Präsident Jassir Arafat. Die Vereinbarung sei unter der Bedingung geschlossen worden, daß sich Israel aus Seitun zurückziehe.
Arafat schaltete sich ein
Palästinensische Sicherheitskräfte übergaben die Leichenteile später an einem Kontrollpunkt bei Gaza-Stadt der israelischen Armee. Sie hätten die Überreste der Toten vom ägyptischen Geheimdienst erhalten und auf Geheiß Arafats Israel ausgehändigt, hieß es weiter. Israel will die Identität der Toten nun von Gerichtsmedizinern prüfen lassen, wie das Militär in einer knappen Erklärung mitteilte.
Radikale Palästinenser hatten am Mittwoch ein israelisches Armeefahrzeug in die Luft gesprengt und nach israelischen Angaben dabei fünf Soldaten getötet. Zu dem Anschlag im südlichen Gaza-Streifen hatte sich der Islamische Dschihad bekannt, der gemeinsam mit der Hamas zu den radikalsten Feinden Israels zählt. Bereits am Dienstag waren beim schwersten Schlag palästinensischer Extremisten gegen die israelische Armee seit anderthalb Jahren im südlichen Gaza-Streifen die sechs Soldaten im Gaza-Streifen getötet worden, deren Überreste nun Israel übergeben wurden.
Text: Reuters
Bildmaterial: REUTERS
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