Parteien vor der Wahl

Wer geht, wer kommt?

Der Reichstag in Berlin: Wer darf künftig rein?

Der Reichstag in Berlin: Wer darf künftig rein?

16. August 2005 Das Bundesverfassungsgericht hat erst spät entschieden: Es wies die Organklage zweier Abgeordneter gegen die vorgezogene Wahl als unbegründet ab. Der Wahlkampf läuft hingegen schon lange auf Hochtouren.

Die Ankündigung einer Neuwahl durch Bundeskanzler Schröder hat die Parteien unter erheblichen Zeitdruck gesetzt: In diesem Wahlkampf muß alles schneller gehen. Vor allem kleinere Parteien fühlen sich dadurch benachteiligt - auch ihre Klage ist in Karlsruhe anhängig.

Erinnerungen an die erste gesamtdeutsche Wahl

Der Bundeswahlleiter hat unterdessen schon vor Wochen die Fristen zur Aufstellung der Kandidaten in den Wahlkreisen und auf den Landeslisten der Parteien verkürzt, mit Erlaubnis des Bundesinnenministers. Schon jetzt stehen deshalb die Landeslisten der Parteien fest, mitsamt den Spitzenkandidaten.

Mit dem Verfahren zur Verkürzung der Kandidatenaufstellung hat der Bundeswahlleiter an die Wahl für den ersten gesamtdeutschen Bundestag von 1990 angeküpft. Erinnerungen an diese Wahl werden auch deshalb wach, weil sich die Generation der Bürgerrechtler, die in der DDR den Weg zum Sturz der SED und zur Einheit Deutschlands ebneten, mit der Wahl im September aus dem Bundestag größtenteils verabschiedet - und zwar ausgerechnet in dem Augenblick, da die Nachfolger der SED unter neuem Etikett und im Bündnis mit einer neuen westdeutschen Linkspartei von einer Renaissance des Sozialismus in Deutschland träumen. (Siehe auch: DDR-Bürgerrechtler: Helden der Wende treten ab)

Text: FAZ.NET
Bildmaterial: picture-alliance/ dpa/dpaweb

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SPD

Schreiner, Schröder, Schwanitz

Kanzler Schröder führt die SPD in den Wahlkampf

Spezial Die große Zeit der jungen Sozialdemokraten steht 2005 noch nicht an: Die SPD bestreitet den Wahlkampf mit bekannten und bewährten Kandidaten wie etwa dem Vorsitzenden Müntefering oder Innenminister Schily.

Union

Stoiber, Müller, Schäuble

Die Kanzler-Kandidatin wähnt sich kurz vor dem Ziel

Spezial In der Union ist vor der Wahl einiges in Bewegung geraten: In Berlin steht erstmals eine Frau an der Spitze der Landesliste - eigentlich eine grüne Tradition. In Sachsen werden einige DDR-Bürgerrechtler nicht mehr aufgestellt.

Bündnis 90/Die Grünen

Ohne Vollmer und Volmer

Frontmann Fischer gibt die Richtung vor

Spezial Die Grünen haben immer deutlich gemacht, daß sie die Neuwahl nicht wollten. Dennoch waren sie in allem die ersten, die Vorbereitungen dafür zu treffen. Sie ziehen unter ihrem Parteipatriarchen Joschka Fischer in den Wahlkampf.

FDP

Nicht wieder mit einem Kanzlerkandidaten

Guido Westerwelle: Spitzen-, aber kein Kanzlerkandidat

Spezial Die FDP kämpft nur in Ostdeutschland mit neuen Gesichtern für den Machtwechsel in Berlin. Ansonsten kam alles wie erwartet: Die alten sind die neuen Köpfe der FDP für den Wahlkampf 2005.

Linkspartei

Alte marxistische Bekannte

Oskar Lafontaine ist Nummer 1 in Nordrhein-Westfalen

Spezial Der frühere SPD-Vorsitzende Lafontaine ist das bekannteste Mitglied der erst 2005 gegründeten linkssozialistischen WASG, tritt aber als Spitzenkandidat der Linkspartei an, die früher PDS hieß. Alles klar?

DDR-Bürgerrechtler

Die Helden der Wende treten ab

Vera Lengsfeld (CDU) wittert parteiintene Intrigen

Den früheren Bürgerrechtlern der DDR ist nicht nur ihre Geschichte als Oppositionelle gemeinsam, sondern auch das gegenwärtige Gefühl politischer Ausgrenzung. Im neuen Bundestag werden sie noch schwächer vertreten sein.