13. Februar 2007 Bei den Verhandlungen über eine Beendigung des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms in Peking ist offenbar eine Einigung erzielt worden. Nordkorea hat sich am Dienstag zum schrittweisen Abbau seines Atomprogramms bereit erklärt. Das bestätigte der chinesische Chefunterhändler Wu Dawei bei einer abschließenden Sitzung aller Delegationen.
Die sechs beteiligten Staaten verständigten sich in einem Entwurf eines Abkommens auf konkrete Schritte, die zu bestimmten Stichtagen zu erfüllen seien. Außerdem einigten sich die Verhandlungspartner auf die Rückkehr westlicher Inspektoren nach Nordkorea. Im Gegenzug für die nukleare Abrüstung erhält Nordkorea umfangreiche Energielieferungen.
Noch müssen alle Staaten den Entwurf billigen
Washington habe die Vereinbarung gebilligt, sagte der amerikanische Unterhändler Christopher Hill. Der südkoreanische Gesandte Chun Yung Woo vermutete, der Vorschlag sei auch für Nordkorea akzeptabel. Es wäre der erste substantielle Fortschritt in den Verhandlungen seit mehr als drei Jahren. Das Abkommen muss noch von allen an den Sechs-Parteien-Gesprächen beteiligten Ländern gebilligt werden - neben den beiden koreanischen Staaten und den Vereinigte Staaten sind dies China, Russland und Japan.
Die New York Times berichtete, in dem Entwurf werde Nordkorea aufgefordert, die Nuklearanlagen in Yongbyon innerhaft von 60 Tagen für immer stillzulegen. Zu den Energielieferungen an Nordkorea lagen unterschiedliche Angaben vor.
Das ist nur der erste Schritt
Der japanische Außenminister Taro Aso dämpfte die Erwartungen hinsichtlich der Tragweite der Vereinbarung. Ein Abkommen allein bedeute noch nicht, dass der Konflikt beigelegt sei: Das ist nur der erste Schritt, und wir müssen sehen, ob konkrete Schritte folgen, sagte Aso in Tokio.
Das Verfahren erinnert an die erste gemeinsame Erklärung vor gut zwei Jahren, als im September 2005 die Einigung ebenfalls bei einem Empfang mit dem chinesischen Staatsrat feierlich verkündet worden war. Damals hatte sich Nordkorea zumindest grundsätzlich zu einer Aufgabe seines Atomwaffenprogramms bereit erklärt. Doch brach wenige Tage später wieder Streit zwischen Nordkorea und den Vereinigten Staaten aus, weil die Vereinbarung völlig unterschiedlich interpretiert wurde.
Text: FAZ.NET mit dpa und AP
Bildmaterial: AP, dpa
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