
"Die Nato müßte im Süden statt zu kämpfen zuallerst den Aufbau des Landes betreiben..."
Das ist sehr schlau dahergesprochen.
Der Aufbau des Landes kann erst dann in Angriff genommen werden,wenn es keine Selbstmordanschläge oder Angriffe von Talibangruppen mehr gibt.
Welche (staatliche wie nichtstaatliche) Hilfsorganisation kann und will unter den obigen Voraussetzungen sich dauerhaft in einem Land aufhalten und dort mit Erfolg arbeiten.
Daß der Norden vergleichsweise ruhig ist ,hat absolut nichts mit den deutschen Truppen dort zu tun oder ist so,weil sich die Deutschen "besser als andere zu benehmen wüßten" .
Der Norden war nie Talibangebiet,aus dem Norden speiste sich der Anti-Talibanwiderstand ,die "Nordallianz" !
In Südafghanistan und im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet entscheidet sich die Zukunft des Landes .
Ein nicht unerheblicher Teil des Problems ist Pakistan.
Aus dessen Gesellschaft kommt ein erklecklicher Teil der Islamisten ,die nicht nur in Afghanistan operieren.
Auf dessen Gebiet formieren sich die Taliban immer wieder.

Sie bezeichnen hier Kritiker der amerikanischen Strategie in Afghanistan als unbelehrbar und geschichtsvergessen.
Das trifft doch wohl eher auf Sie zu. Vielleicht rufen Sie sich in Erinnerung, dass die Rote Armee mehrere Jahre lang einen Krieg gegen die afghanischen Mudschaheddin geführt hat. Dieser Krieg ist sicherlich mit äußerster Härte und großem Aufwand geführt worden und ging trotzdem verloren.
Genau dasselbe Schicksal wird die Nato erleiden, wenn sie sich zumindest im Süden weiterhin darauf beschränkt, die Taliban zu bekämpfen und gleichzeitig den Wiederaufbau vernachlässigt. Dieses Land ist m.E. nur zu befrieden, wenn den Menschen eine Perspektive gegeben wird, so dass die Taliban die Unterstützung der Bevölkerung verlieren.

Flugzeuge zu schicken ist eine allemal bessere und sichere Weise einen Beitrag im Süden zu leisten als Bodentruppen. Letzteres würde sicherlich zu Verlusten führen. Flugzeuge sehr wahrscheinlich nicht.
Und manche Leute sollten sich wirklich besser informieren bevor sie hier wilde Behauptungen aufstellen. Die Recce Tornados sind wirklich nur zur Aufklärung gedacht, da sie die gesamten Waffenstationen an der Unterseite des Rumpfs für ein Sensorpod verwenden. Eine geeignete Bombenlast kann gar nicht transportiert werden.
Also bitte nicht mit den normalen IDS Tornados verwechseln. Außer Deutschland hat nur noch Italien die Recce Version.
Ja, man kann das mit Drohnen machen, aber Flugzeuge haben sogar gewisse Vorteile gegenüber Satelliten. Man kann gezielt und kurzfristig Ziele anfliegen ohne sich nach den Überflugszeiten der Satelliten zu richten. Wenn diese dem Feind bekannt sind, könnte er sich auch relativ einfach verstecken.

schreibt:
<Meine Generation (Jahrgang 84) will nur Frieden und Freiheit, für alle, die es auch wollen. Aber wir wollen nicht auf Knien rutschen für Taten oder Hilfeleistungen aus vergangenen Zeiten.>
Das ist bezeichnend für unsere Jugend, die nie etwas anderes kannte und zum Dank auch noch undankbar wird.
Jeder vernünftige Mensch will Frieden und Freiheit. Was dem wie selbstverständlich im Frieden lebende "Jahrgang 84" offensichtlich nicht mehr klar scheint, ist die einfache Tatsache, daß man Frieden und Freiheit nicht zum Nulltarif und Gegenleistungen bekommt.
Will heissen, daß Deutschland nicht 50 Jahre profitieren kann, um sich dann sang- und klanglos aus der NATO verabschieden kann. Mal völlig davon abgesehen, daß GERADE Deutschland als Export-Weltmeister von Sicherheit und Stabilität auf der Welt am meisten profitiert.
"Auf Knien rutschen" würde als erstes der "Jahrgang 84" , wenn er denn tatsächlich mal mit den Realitäten der Welt konfrontiert wäre in einer Welt OHNE NATO, den Garanten für Frieden und Sicherheit.
Zeit darüber nachzudenken, bevor es zu spät ist. Wir scheinen allmählich vom 60-jährigen Frieden verwöhnt und die Jüngeren halten diesen schon für selbstverständlich.
Gruß
Dr. Elisabeth Müller

Bei der Entsendung wird sicherlich das Auswärtige Amt ein gewichtiges Wort mitzusprechen haben.
Steinmeier ist aber viel zu sehr Bürokrat als dass diese Entsendung ohne weiteres erfolgen wird.

Wer von der Diskussion "um das deutsche Afghanistanengagement ermüdet" ist, sollte aufhören zu denken und Beiträge zu schreiben.
Wenn sich die Länder, die nachvollziehbare "geopolitische Interessen" in Afghanistan anmelden könnten, in eine Reihe stellten, käme Deutschland wahrscheinlich an 135. Stelle.
Haben die Amerikaner nichts aus dem Scheitern der Russen gelernt, die schon Ambitionen auf Afghanistan hatten, als wir alle noch nicht geboren waren? Das ganze Afghanistan-Abenteuer, dessen ursprünglicher Zweck war, BinLaden's habhaft zu werden, ist wiederum Scheitern zum verurteilt und die Zeiten hegemonialer Bestrebungen als Selbstzweck sind längst vorbei.
Wenn schon von Verteidigung der Freiheit gesprochen wird, dann sollte man den stellvertretenden Kampf der Amerikaner im Irak anerkennen, der uns dafür schützen sollte, daß ein Diktator die Ölversorgung der gesamten westliche Welt erpresserisch beherrsche. Aber nein, dafür werden die Amis noch beschimpft, weil die Pazifisten in ihrer grenzenlosen Naivität nicht begreifen, daß dort der Ort wäre, unsere Freiheit zu bewahren - und nicht in der Felsenwüste Afghanistans.

Keine 48 Stunden nach den Anschlägen auf das World Trade Center und das Pentagon, und bevor irgendwelche Einzelheiten über deren Hintermänner bekannt waren, verpflichteten sich die 19 Mitglieder der Allianz, die Anschläge in den USA wie einen Angriff auf das eigene Land zu werten.
Der Beschluss kommt einem Persilschein für die Kriegsvorbereitungen der USA gleich. Ohne dass der Gegner überhaupt bekannt war, sprach die Nato eine Kriegserklärung aus und übernahm damit im voraus die politische Verantwortung für die militärischen Vergeltungsschläge, die die US-Regierung zur Zeit vorbereitet. Praktisch hat der Beschluss allerdings keine unmittelbaren Konsequenzen. Die Entscheidung über die Form der Unterstützung für die USA, einschließlich des Einsatzes eigener Streitkräfte, bleibt den Regierungen der einzelnen Mitgliedsländer vorbehalten.
Dieser "NATO-Fall" hat die Aufrüstung Europas insbesondere Deutschland vorangetrieben und die Regierungen sehen sich darin gestärkt, diese auch noch weiter fortzusetzen.
Es ist aber auch bekannt, dass sich die USA um kollektive Bedürfnisse wenig schert, wenn diese von anderen Interessen (europäischen) überlagert werden.
Afghanistan ist kein NATO-Fall mehr!

und Schluß! Es ist zusehends ermüdend, wenn immer
wieder, in Endlosschleife sozusagen, Sinn und Zweck
des deutschen Afghanistanengagements in Frage gestellt
wird.
Es handelt sich hier schlicht um ureigene, geopolitische
Interessen. Das zu erkennen, sollte auch schlichteren
Gemütern möglich sein. Unsere Freiheit wird de facto am
Hindukusch verteidigt. Und wer vorne mitspielen/ mitreden
will, der muß irgendwann raus aus der Deckung/Etappe.
Aufklärungstornados sind da noch das Mindeste, was zu
leisten ist.

Sicherlich hat Deutschland der NATO einiges zu verdanken. Jedoch sehe ich trotzdem immernoch keinen Grund, sich deswegen deren Forderungen vorbehaltlos beugen zu müssen. Was wird hier erwartet? Ewige Dankbarkeit und Ergebenheit? Meine Generation (Jahrgang 84) will nur Frieden und Freiheit, für alle, die es auch wollen. Aber wir wollen nicht auf Knien rutschen für Taten oder Hilfeleistungen aus vergangenen Zeiten.
Humanitäre Hilfe von Deutscher Seite halte ich durchaus für angebracht, hier allerdings geht es um Tornados, im Artikel harmlos bezeichnet als "Aufklärungsflugzeuge", in Wahrheit aber immer noch Kampfflugzeuge, Jäger, die ohne weiteres mit einem ansehnlichen Waffenarsenal bestückt werden können. Wo ist die Grenze? Wann werden wir wieder aktiv in einen Krieg eintreten? Möchte das irgendjemand?
Desweiteren braucht man keinen Doktortitel, um sich zu diesem Thema eine eigene Meinung zu bilden. Nur weil sie anders ist, muss es nicht heißen, dass sie falsch oder unqualifiziert ist. Ich wenigstens, maße mich nicht an, Menschen mit einer entgegengesetzten Ansicht abzuurteilen, indem ich ihnen vorwerfe, nichts (aus der Geschichte) gelernt zu haben oder nichts zu verstehen. Alles liegt im Auge des Betrachters.

"Überlegungen zum Einsatz dieser Flugzeuge (Anm.: Tornados )waren im Sommer durch Generalinspekteur Schneiderhan zurückgewiesen worden, aber nicht aus grundsätzlichen Erwägungen, sondern weil das unwirtschaftlich sei."
Hat sich daran heute etwas geändert?
Es ist unglaubwürdig, daß ein Waffensystem wie der Tornado, der zwischen 50-100 Millionen € pro Stück kostet nur zum Knipsen von Wüstenbildchen nach Afghanistan verlegt werden soll. Entweder soll das die Einführung eines massiven Kampfeinsatzes der BW durch die Hintertür sein oder die bestehende Tornado-"Flotte" ist so abgewrackt, daß sie nur noch dafür etwas taugt. Schwer für einen Außenstehenden zu beurteilen.
Für die Luftaufklärung stehen wer weiß wie viele Alternativen zur Verfügung. Angefangen von Drohnen bis zu orbital niedrigen Satelliten.
Das ganze klingt nach Mogelpackung für den Deutschen Steuerzahler. Nun ja, vielleicht sucht man schon jetzt verzweifelt nach einem Faß ohne Boden in man die künftig erhöhte Mehrwertsteuer verbrennen kann.
Krankenkassenbeiträge für Tornado-Einsätze - macht sich doch auch gut?

Ich würde die militärischen Fähigkeiten der Bundeswehr nicht unterschätzen, sondern ihr im Ernstfall eine Verteidigungsfähigkeit zutrauen, die der Amerikaner in nichts nachsteht. Es kann aber nicht von Vorteil für Deutschland sein, wenn es willentlich seine Fähigkeiten zu anderen als zu Verteidigungszwecken einsetzt, oder sich von Bündnispartnern dazu erpressen lässt. Von daher ist der Satz Strucks, die Sicherheit Deutschlands müsse auch am Hindukusch verteidigt werden, einer der gefährlichsten Sätze, die ein deutscher Politiker nach dem Krieg formuliert hat. Die Weisheit für Deutschland kann nicht darin liegen, seine militärischen Fähigkeiten in irgendeiner Weise unter Beweis stellen zu müssen, sondern im Vertrauen auf sie eine Politik der Deeskalation zu verfolgen. Die Geschichte zeigt, daß militärischer Übermut, und das damit angerichtete Unrecht, wenn sich das Blatt wendet, mit gleicher Gewalt und Härte auf den Verursacher zurückfällt. Ein kritischer Dialog hätte auch im Irak früher oder später zu einem Einlenken, ähnlich wie bei Gaddafi in Libyen, geführt. Diese Spirale der Gewalt darf Deutschland nicht unterstützen. Irak und Afghanistan müssen sich selbst überlassen werden, um größeren Schaden zu verhindern.

Einige Leserkommentare zum Thema NATO zeigen sehr deutlich, daß offenbar nicht im geringsten begriffen wurde was wir als BRD-Bürger der NATO in den letzten 60 Jahren zu verdanken hatten.
In linken Kreisen der BRD hat sich offensichtlich trotz aller gescheiterter sozialististischen Experimente (mit Abermillionen Toten) des 20. Jahrhunderts (Stalin-Sowjetunion, Mao-China, PolPot-Kambodscha,Fidel/Che-Kuba, Nordkorea etc.) noch immer nicht die Erkenntnis durchgesetzt, daß nicht die NATO unser Feind ist.
Im übrigen auch nicht die USA. Immerhin haben wir es den US-Amerikanern erstens zu verdanken, daß dem 3. Reich ein Ende bereitet wurde und zweitens der Vormarsch der Kommunisten gestoppt wurde, s.a Berlin-Blockade.
Wer immer noch nicht versteht warum die NATO in Afghanistan eingreift, wird niemals etwas begreifen.
Manche sind eben unbelehrbar und lernresistent (erlebte Geschichte betreffend).
Gruß
Dr. Elisabeth Müller

Mit Tornados, Partisanen bekämpfen zu wollen,
heißt keine Rücksicht auf die Zivilbevölkerung nehmen zu wollen,
heißt diese dezimieren zu wollen,
heißt die Afghanen gegen Deutschland aufzubringen,
heißt Deutschland in diesen Sumpf hineinziehen zu wollen,
aus dem der verantwortungsbewusste Teil Amerika heraus will.

Deutschland ist seit 50 jahren Mitglied in der Nato(die übrigens nicht nur aus den USA besteht)- und dies vorbehaltlos und vor allem zum eigenen Nutzen .
Dieses Land hat die kommunistische Bedrohung nur Dank der Nato überlebt und dies in profitabler Art und Weise.
Hätte das Bündnis von jeher in dem Sinne funktioniert,daß sich jedes Mitglied diejenige Beteiligung hätte heraussuchen können,die seinen Befindlichkeiten am Nächsten wäre(oder gar keine BEteiligung),so hätten die Bündnismitglieder nicht einmal die ersten Jahre überlebt.
Bestenfalls ist darauf Rücksicht zu nehmen,welches Land was am Besten kann.
Deutschland kann sich in Afghanistan in keinster Weise von seinen Bündnisverpflichtungen drücken.Auch nicht mit den Hinweisen,man täte an anderer Stelle bereits genug.
Was die Nato in Afghanistan tut und warum,bedarf kaum weiterer Erläuterungen.Wer noch nicht begriffen hat,um was es dort geht,der will es auch gar nicht begreifen.

Als das deutsche Kontingent noch im Süden, in Kabul, untergebracht war, war die Lage dort ruhig. Jetzt sind die Deutschen in der Lage, mit ihrem Konzept des Wiederaufbaus auch den Norden zu stabilisieren, während Amerikaner, Kanadier und Briten die Holzhammermethode anwenden und damit Gegenreaktionen, sprich Widerstand, hervorrufen. Die Amerikaner müssen ihr Konzept ändern und den Wideraufbau vorantreiben, statt die Zivilbevölkerung zu terrorisieren. Mehr deutsche Waffen sind nicht nötig. Im Norden hält die Zivilbevölkerung die Taliban in Schach, weil sie den Wideraufbau nicht gefährdet sehen will, während die Amerikaner sie durch ihre Politik stärken.

Deutschland in einen Krieg zu verwickeln.
Unsere Oberen müssen ganz schön Naive sein, im städtischen, ländesweit und bundesweit sind Sie unfähig, nun möchten Sie sich noch weltweit der Unfähigkeit beweisen.
Warum werden unsere Oberen nicht nach Leistungen bezahlt, dann würden Sie schneller verhungern.

Was machen wir da eigentlich?! Welche Verpflichtung haben wir dort überhaupt?! Ich würde sagen, Keine. Weder in Afghanistan, noch im Irak, noch sonstwo. Wir haben hier keinen Krieg angefangen. Die NATO (=USA :0) will doch nur nicht mehr eigenes Kapital und humanes Kanonenfutter investieren, weil Bush und Konsorten (erst jetzt!) gemerkt haben, dass das mit der Demokratie in solchen Gebieten nicht ganz so einfach geht. Das ist eben nicht der Mond, wo man seine übergroße Flagge einfach in den Boden rammt, und niemand widerspricht. Da gibt's auch Menschen, die nicht mehr, aber auch nicht weniger wert als ein Amerikaner.
(Das erinnert mich immer an die Katastrophenfilme, wenn sich im Chaos der stählerne Held durch die Menge nach vorn drängt und mit ernster, gewichtiger Miene sagt:
"Lassen sie mich durch. Ich bin Amerikaner.")
Und jetzt wollen sie es uns ausbaden lassen.
Getreu dem Motto:
Ich geh dann mal schon, du hälst die Stellung.