Islam

Mit dem Ramadan beginnt das Fasten

Erstes Freitagsgebet im Ramadan

Erstes Freitagsgebet im Ramadan

16. November 2001 Seit dem 11. September richtet sich auch in unserem Kulturkreis das Augenmerk verstärkt auf den Islam. Mit friedlichen Gebeten feierten am Freitag 100.000 Muslime den Beginn des Ramadans in der El-Aksa-Moschee, einem der Heiligtümer des Islam. Was hat es mit dieser Zeit des Fastens auf sich?

Das Fasten im Monat Ramadan ist eine der so genannten fünf Säulen des Islam, gehört also zu den Pflichten, die jeder Gläubige erfüllen muss. Die anderen Säulen sind das Glaubensbekenntnis, die fünf Mal am Tag gesprochenen Pflichtgebete, die Almosensteuer sowie die ein Mal im Leben durchzuführende Wallfahrt nach Mekka.

Tagsüber ist Essen und Trinken verboten

Während der dreißig Tage des Ramadans sind Muslime zum rituellen Fasten angehalten. Vom Beginn der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang nehmen sie weder Nahrung noch Getränke zu sich. Auch Genussmittel wie Tabak sowie sexuelle Aktivitäten sind untersagt.

Viel Wert legen Muslime auf die innere Dimension dieser Zeit der Besinnung und Einkehr: Die Gläubigen sollen ihre Beziehungen zu Gott stärken. Zugleich ist der Ramadan eine Zeit der Güte, der Buße und der Versöhnung. Sie soll genutzt werden, um Frieden zu stiften.

Kranke und Schwache sind ausgenommen

Zur Einhaltung des Fastens sind prinzipiell alle erwachsenen Muslime beiderlei Geschlechts verpflichtet. Ausgenommen sind Personen, bei denen das Fasten die Gesundheit schädigt. Deshalb sind Kranke, Altersschwache, Schwangere, stillende Mütter, menstruierende Frauen und Reisende von dieser Pflicht befreit. Sie müssen die versäumten Fastentage nachholen, sobald ihr Zustand es erlaubt. Chronisch Kranke oder Schwerstarbeiter sollen für jeden der versäumten Tage einen Bedürftigen speisen.

Begonnen werden die Tage im Ramadan zumeist mit einem leichten Essen vor Sonnenaufgang. Sobald es dämmert, fängt die Zeit des Fastens an. Nach Sonnenuntergang wird sie traditionell mit einer Dattel oder einem Schluck Wasser gebrochen. Erst nachdem das Bittgebet gesprochen wurde, beginnt die mit besonderer Sorgfalt zubereitete Mahlzeit. Dazu werden oft Freunde und Verwandte eingeladen. Häufig wird das Fastenbrechen auch gemeinsam mit anderen Glaubensgenossen in der Moschee gefeiert.

Dreitägiges Fest am Ende des Ramadan

Das Ende des Ramadan wird mit dem dreitägigen „Fest des Fastenbrechens“ begangen. Es beginnt am ersten Tag des auf den Ramadan folgenden Monats. Da sich der islamische Kalender am Mond und nicht an der Sonne orientiert, lässt sich der Tag des Fastenbrechens nicht genau datieren.

Text: @eric
Bildmaterial: AP

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