12. August 2005 Der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber ist wegen verschiedener Äußerungen über Ostdeutschland in die Kritik geraten.
Auf einem Dorffest in Eglofs in Baden-Württemberg sagte Stoiber am 4. August: Wir freuen uns über die Entwicklungen in den neuen Ländern. Wir wissen, daß das schwierig ist. Und ich weiß, daß natürlich auch Bayern, Baden-Württemberg gerade auch für die neuen Länder enorm in den Finanzausgleich finanzieren. Aber ich akzeptiere es nicht, daß letzten Endes erneut der Osten bestimmt, wer in Deutschland Kanzler wird, meine sehr verehrten Damen und Herren. Das wird nicht mehr sein. Wir leisten jedes Jahr, wir leisten jedes Jahr etwa 120 bis 130 Milliarden Euro Finanzausgleich zur Aufbausituation der neuen Länder. Aber es darf nicht sein, und das ist der Appell auch an alle Vernünftigen - es darf nicht sein, daß letztlich die Frustrierten über das Schicksal Deutschlands bestimmen.
Am 10. August sagte Stoiber bei einer Wahlkampfveranstaltung in Schwandorf in der Oberpfalz laut einer Aufzeichnung des Bayerischen Rundfunks: Wenn es überall so wäre wie in Bayern, hätten wir überhaupt keine Probleme. Nur, meine Damen und Herren, wir haben leider nicht überall so kluge Bevölkerungsteile wie in Bayern. Die Stärkeren müssen manchmal die Schwächeren ein Stück mitziehen. Das ist nun halt mal so. ... Ich will nicht, daß noch einmal im Osten die Wahl entschieden wird.
Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AP
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