Bosnien

Tausende bei Beisetzung der Opfer von Srebrenica

Kein Ende der Trauer

Kein Ende der Trauer

11. Juli 2003 Etwa 20 000 Bosnier, mehrheitlich Muslime, haben am Freitag in der früheren UN-Schutzzone Srebrenica an der Beisetzung von 282 Opfern der vor acht Jahren von serbischen Truppen verübten Massaker teilgenommen. Bei der Trauerfeier waren die Führer der muslimisch-kroatischen Föderation, Vertreter der bosnischen Serbenrepublik sowie internationaler Organisationen anwesend.

Mustafa Ceric, Führer der bosnischen Islamischen Gemeinschaft, bezeichnete das Massaker vom 11. Juli 1995 als die größte Schande seit Menschengedenken, weil die Welt das Schlachten von Unschuldigen nicht verhindert habe. Damals hatten die Truppen unter dem Befehl von Serbengeneral Ratko Mladic Srebrenica eingenommen und darauf rund 8000 muslimische Männer jeden Alters ermordet.

Blutgetränkte Erde

Fatmira Ahmetovic, Mutter eines der identifizierten Opfer, sagte daß ihr Sohn nun endlich die Ruhe gefunden haben. „Statt daß ich, seine Mutter, ihn umarme, umarmt ihn nun diese blutgetränkte Erde“, sagte sie nach der Beerdigung. An der Trauerfeier nahmen auch Frauen aus Belgrad, Vertreterinnen diverser Menschenrechtsgruppen, teil. Bei der Gedenkfeier vor einem Jahr hatten Polizisten der Serbenrepublik, die Friedensaktivistinnen aus Serbien abgeschoben.

Die Massenerschießungen in der Umgebung von Srebrenica gelten als schlimmstes Kriegsverbrechen in Europa seit des Ende des Zweiten Weltkrieges. Mladic und sei politischer Führer, Radovan Karadzic, sind deswegen von UN-Kriegsverbrechertribunal angeklagt und befinden sich weiter auf der Flucht.

Der internationale Streitschlichter in Bosnien-Herzegowina, Christian Schwarz-Schilling (CDU), kritisierte den mangelnden Willen zur Festnahme der Kriegsverbrecher in Bosnien. „Solange die Hauptkriegsverbrecher in Bosnien nicht abgeurteilt werden, ist ein dauernder Schaden der Glaubwürdigkeit des Westens gegeben“, erklärte er zum 8. Jahrestag des Massakers.

Text: dpa
Bildmaterial: AP

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