Nach der Wahl: Putin und Medwedjew teilen sich die Bühne auf dem Roten Platz

Präsidentenwahl

Russen folgen Putins Willen

Bei der international kritisierten Präsidentenwahl in Russland sind die Bürger dem Willen Putins gefolgt und haben mit klarer Mehrheit für dessen Wunschnachfolger Medwedjew gestimmt. Der kündigte an, den politischen Kurs seines Vorgängers fortzusetzen. Die Opposition klagt über Wahlfälschung.

Lesermeinungen zum Beitrag

05. März 2008 11:03

Vieles Untertrieben - Frau Kolegova

Gabor von Zoltan (Putinras)

Wenn alles überall in dieser von Ihnen so rosarot gemalten Harmonie ablief... Warum sollte es der Kreml denn nötig gehabt haben eine Wahlbeobachtung , die diesen Namen verdient, mit allen Mitteln zu verhindern?

Und warum gibt es denn wohl nur Kandidaten, wie Sie sie beschreiben? Also solche, die keine echte Alternative bieten können, nachdem ernsthafte Kaliber aufgrund fadenscheiniger Gründe ausgeschlossen wurden?

Bereits zwei - im Übrigen äusserst naheliegende - Fragen, die Ihnen doch zu denken geben müssten.

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05. März 2008 07:29

An den Haaren herbeigezogene Behauptungen

Gabor von Zoltan (Putinras)

"...so besteht auf jeden Fall die Gefahr, dass der Westen keine andere Wahl akzeptiert als die vom Westen gewünschte..." schreibt da einer in allem Ernst.
Und was würde der böse, böse Westen dann tun, um seinem Willen Nachdruck zu verschaffen? (Wohlverstanden: Derselbe Westen, der nicht einmal den Mumm hat, angesichts des Giftmordes von London und Moskaus offenkundigem Bemühen die Ermittlungen zu torpedieren, Tacheles zu reden!).
Lichterketten? Böse Briefe? Oder ein Sitzstreik in Brüssel?
Dem Westen vorzuwerfen er sei Schuld am mangelnden Demokratiebewusstsein in Russland, weil er bei den faktisch undemokratischen Wahlen kuscht, um daraus zu schliessen, dass er dies jedoch bei demokratischen nicht tun würde, ist - vorsichtig ausgedrückt - wirr.

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04. März 2008 14:47

Vieles uebertrieben

Anastasia Kolegova (Nastja2101)

Ich komme aus Russalnd und habe natuerlich an den Wahlen teilgenommen. Niemand stand hinter meinem Ruecken und beobachtete mich in einem verschirmten Raumchen die Stimme abgeben. Klar gibts jetzt das was in der Presse als Zwang bezeichnet wird. Wie wir scherzen - es geht nicht um das Wahlrecht, sondern eher um die Wahlpflicht. In manchen staatlichen Behoerden wird mit Nachdruck empfohlen waehlen zu gehen. Aber es gibt dann keine Kontrolle. Dem Chef kann man beliebige Gechsichten auftischen.
Im Grunde hatte man als vernuenftiger Mensch keine Wahl. Sjuganov stinkt nach sowjetischer Vergangenheit, Shirinovskij verspricht das Blaue vom Himmel herunter (z/.B.Gehalter bis ueber 13 000Euro) und macht sich dabei laecherlich, Bogdanov...wer ist denn das noch?Medwedjew scheint nuechtern zu sein, endlich jemand aus Intelligenz, mit Doktor-Titel. Schliesslich kann er sich selbstandig und frei machen wie einmal unbekannter Putin nach Jeltzin-Grossvater

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03. März 2008 17:10

Der Beitrag des Westens

Kamil Khadisov (Kkkama)

Würde Russland dem Westen Zugeständnisse machen und sich auf das Spiel einlassen, dass man die Opposition im Sinne des Westens zulässt und ihr sogar den Anschein der Herausforderung verleiht, so besteht auf jeden Fall die Gefahr, dass der Westen keine andere Wahl akzeptiert als die vom Westen gewünschte. Und dazu käme es zu einer Gefahr von Gewalt und Chaos, nur auf Armenien schauen.
In diesem Sinne ist der Westen Mitschuld an dem Zustand der Demokratie in Russland, dass es keine Wahl gibt.

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03. März 2008 12:57

Wahlbetrug hin oder her.

Stefan Sieber (schoener-laufen)

Darum gehts doch im Kern gar nicht. Da verstehe ich auch die Vorkommentatoren nicht, die sich da so kleinlich aufregen. Wie die Wahl abläuft war schon vor Wochen klar absehbar! Uns stört doch eigentlich auch nicht das neue Wiedererstarken Russlands - besser eine kontrollierende Staatsmacht als ein Machtvakuum und Nährboden für Terrorismus oder?
Nein, was uns Europäer stört und zugleich Angst macht ist das Zerrinnen demokratischer Strukturen und der Weg Russlands zurück in eine "Diktatur". War man vor Jahren nicht Hoffnungsvoll, dass sich Russland in Richtung einer souveränen Demokratie entwickelt könnte. Wer den Kalten Krieg erlebt hat, der fürchtet nichts mehr als dass sich Russlands politisch wieder zurück entwickelt in Richtung UDSSR - nur diesmal ohne Kommunismus.

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03. März 2008 12:56

Schlechtes Ergebnis

M. Abels (abelsm)

Ich bin, ehrlich gesagt, überascht, wie schlecht Herr Medwedjew abgeschnitten hat.
Wenn bei einer Wahl, zu der ausser dem Ziehsohn des ach so geliebten Führers nur ein Beton-Kommunist, ein prügelnder Schreihals und ein unbekannter Unbedeutender zugelassen wurden, weniger als 70% sich für Medwedjew entscheiden, scheint die bedingungslose Gefolgschaft in der russischen Bevölkerung doch nicht so ausgeprägt zu sein, wie man es auch in Russland selbst oft behauptet.
Angesichts der gnadenlosen Manipulation der gesamten Gesellschaft kann man wohl von einem relativ schlechten Abschneiden sprechen.

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03. März 2008 11:42

Das ist ja sooooooooo langweilig…

Andreas Koerner (follow22)

Es ist interessant, wie politische Entwicklungen Russlands diskutiert werden. Schirinowski, dessen Partei im rechten Flügel angesiedelt ist, und der starke antisemitische Tendenzen nachgesagt werden, der 1999 eine Monarchie einführen wollte, wird ebenso zum Kritiker stilisiert wie Sjuganow, der Ex-und nun im neuen Gewand daherkommende Kommunist oder Kasparow, dem enge Verbindungen zum CTNSP nachgesagt werden, der in seinen Beiträgen im Wall Street Journal die Rückkehr in die Privatisierungspolitik der 90er Jahre Russlands fordert, als der Ausverkauf des Landes stattfand. Ich nenne das verwunderlich. Russland ist keine Demokratie, die EU ist eine. Die EU, in der rund zwei Drittel der Gesetzgebungen der letzten Jahre entschieden wurden, die nicht einmal mehr durch nationale Parlamente abgesegnet werden. Wo in Deutschland der Souverän nicht einmal per Volksentscheid über die EU-Verfassung abstimmen darf, über etwas, was der Grundpfeiler des neuen europäischen Systems ist und die Zukunft der Menschen entscheidend bestimmen wird. Wunder über Wunder der wahren Demokratie. Erst mal vor der eigenen Tür kehren...

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03. März 2008 11:35

Neidisch auf Russland?

Matthias Mueller (helenos)

Der ewige Feind der West-Europäer und ihres Ablegers der USA, Russland, hat sich so stark stabilisiert nach dem Untergang der Sowjetunion, dass sich die Wahlen dort vor ihrer Austragung entscheiden. Im Gegensatz dazu weiß der "Westen" nicht was er tun soll: Irak? Iran? Kosovo? Kurdistan? Venezuela? Kuba? Mittelamerika? China? Vietnam? Indien? Pakistan? Afghanistan? Nigeria? Angola? Kongo? Kenia? Nord-Korea? Tibet? Lybien? Israel? Somalia? Sudan? Saudi Arabien (Bin Laden family)? etc. Überall Fragezeichen, die der Westen sich selbst setzt weil irgendwie nirgendwo etwas positives für ihn zu holen ist. Kommentare zur Russland-Wahl ala diesem Artikel sind da nicht verwunderlich- Russland hat Ziele klar vor seine Augen, der Westen hat die Ziele verloren, glaubt welche zu kennen und verliert nach und nach an Boden...während alle weltregierenden Imperien in der Geschichte für gewöhnlich 400 Jahre hielten, schafft es die USA keine 20 Jahre bis Russalnd sie einholt und selbst China und Indien haben das Zeug die USA ins Abseits zu befördern. Die USA träumt wieder vom Kennedy aka Obama, also was tun Obama?
PS: Beispiel Tschetschenien: Westen verlor seinen Stelvertreter-Krieg dort haushoch, kein seiner Söldner überlebte (Basayev etc.).

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03. März 2008 10:31

Was ist denn schon Wahlbetrug?

Dirk Meid (dimed)

Was regen wir uns denn über das bißchen Wahlbetrug auf?
Angesichts der Ermordung von Kritikern und kritischen Journalisten in Russland, dem Morden in Tschetschenien oder der Erpressung unfolgsamer ehemaliger Satellitenstaaten mit dem Abdrehen der Gas- und Ölversorgung mutet die aktuelle Wahlinszenierung geradezu harmlos an.
Egal wer Präsident ist: die Macht in Russland hat der, der die Energiereserven und das Geld kontrolliert und dazu wird er russische Bürger eh nicht gefragt.
Für Deutschland ist es nun endlich an der Zeit, die von Schröder begonnen Nähe zu Russland wieder etwas kritischer zu betrachten.

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03. März 2008 09:51

wer lacht denn?

Carpathian Wolf (c-wolf)

Ich glaube die meisten die hier schreiben haben keine Ahnung was da vor sich geht, das kann man auch nicht begreifen, es sei denn man hat selbst einige Jahre unter ein totalitaeren Regime gelebt (Bsp. DDR, Ostblock).
Das ist nur die Spitze des Eisbergs, da passiert wesentlich mehr im Hintergrund und es ist auch egal wer Praesident wird, denn die Faeden werden anderswo gezogen. Hauptsache der Geldfluss bleibt erhalten.
Und als Randbemerkung - geht es in manche Vorstaende in D nicht aehnlich vor sich?

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03. März 2008 07:41

Putins Wille?

Alexander Sobeslavsky (Sobeslavsky)

Die Russen folgen nicht Putins "Willen" sondern vielmehr dem Brechtschen Spruch "erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral", denn angesichts der beträchtlichen Wirtschaftsleistungen der Regierungszeit Putins (egal ob nun Erdölpreis usw.) ist es so gar nicht verwunderlich, dass die Russen die Fortsetzung wählen. Wenn es in Deutschland ein Kanzler Müller von der Biertrinkerunion aus Kleinkleckersdorf schaffen würde das Lebensniveau der Bevölkerung um 100% zu steigern, die jetzigen Schulden von zig Milliarden in einen Haushaltsüberschuss von zig Milliarden zu verwandeln, die Kirminalität unter den jungen Migranten gegen Null laufen zu lassen usw. , wäre ich schon sehr erstaunt, wenn sich die deutsche Bevölkerung für Herrn und Frau dem. Kanzler aus CDU/SPD entscheiden würde.

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03. März 2008 01:18

@Herr Widinger

Markus Leibold (MSL)

Ihren Nationalismus hätten sie gern in Russland lassen können, wir hatten hier 39-45 und noch eine Zeit lang danach genug davon und wollen ihn eigentlich nicht neu importieren...
Ach ja: In den Anfängen des kalten Krieges war Russland übrigens noch fester als heute davon überzeugt, zuletzt zu lachen - vergessen sie nicht, dass eine verbesserte Wirtschaftleistung strukturelle Anpassungen voraussetzt, die das gegenwärtige Russland so nicht wird bewältigen können - und dann holt man gegenüber dem Westen zwar auf, bleibt aber trotzdem dahinter ;)

Wer zuletzt lacht, lacht halt am Besten ;)

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02. März 2008 22:36

Wo bleibt die freie Presse im Westen?

xxx yyy (User_ohne_Namen)

Über Russland beschwert man sich, dass dort die Medien nicht frei sind, jedoch wo sind diese freie Medion im Westen. Wieder mal wurde irgendeine Lehrerin erfunden, die angeblich zur Wahl gezwungen wurde. Ich habe 3 Tanten in Russland, die alle Lehrerinnen sind, seltsam, dass die von solchen Sachen nichts mitkriegen. Eine hat übrigens Sjuganov gewählt, keiner hat sie natürlich bis zur Kabine begleitet, aber wenn sie wählt, hat sie auch nie verheimlicht. Aber wahrscheinlich wird Medvedev ihr jetzt persönlich kündigen, weil sie den falschen gewählt hat. Aber irgendwo ist es verständlich, eine Wahl, wo man den Sieger schon vorher kannte ist einfach zu langweilig. Und wenn man nichts dazu erfindet, dann guckt bzw. liest das doch kein Mensch. Das ist nur die Sorge um die Einschaltquoten bzw. Leserzahlen. Die Medien in Russland sind zwar nicht frei, aber wenigstens geben dort die Journalisten im nachhinein oft zu, dass sie bei manchen Artikeln aus persönlichen Gründen nicht objektiv berichtet haben. In Russland sind 70 % für Putin, gegen Putin weniger als 10 %. In westl. Medien kommen aber zu 96 % solche rus. Bürger zu Wort, die gegen Putin sind. Und wo ist jetzt der Unterschied zu rus. Medien?

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02. März 2008 21:34

starkes Russland

Unix Imperios (imperios)

Natürlich gab es Wahlbetrüge, wo gibt es aber keine Fälschungen? Wenn man die Wahlen in USA anguckt, hat da George W. Bush etwa keine Wahlbetrügen durchgeführt?!
Die Wahl der Kandidaten ist ziemlich klein, das muss man ja zustimmen.Aus allen ist Medwedjew wenigstens der, der wirklich etwas in Russland verändern könnte. Die Veränderung und die Stärkung Russlands ist natürlich für Europa und USA ungünstig, deswegen wird das, wie üblich kritisiert.
Starkes Russland braucht weder EU, noch USA oder sonst wer.
Das Land ist gross, da kann man nicht die europäische Demokratie durchsetzen, das würde gar nicht gehen, das gute Beispiel ist dafür Irak, wo USA verzweifelt, die Leute versucht zu demokratisieren, obwohl sie jahrelang in einem Regime lebten.
Deswegen denke ich, dass Medwedjew und Putin ziemlich starke Partie ist, die wirklich versuchen wird das Russland richtig auf die Beine zu stellen, denn Putin, meiner Meinung nach, würde niemals als schlechter Präsident in die Geschichte Russlands reingehen wollen.

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02. März 2008 20:49

Heuchelei

Martina Weinich (Weinich)

Ich kann es nicht mehr hören. Da mäkelt eine selbsternannte Experten-Clique von Journalisten und politisch Interessierten an den Wahl-Bedingungen einer jungen Demokratie herum, während die demokratischen Defizite 'unserer' EU weitgehend unkommentiert bleiben.
Rußlands Bürger durften wenigstens wählen, was man in Bezug auf die EU-Untertanen selten berichten kann. Hier verweigert man dem Souverän (in fast allen Staaten) eine Stellungnahme zu viel weitreichenderen Entscheidungen wie etwa der EU-Verfassung (=Reformvertrag) und ähnlichen Projekten der Brüsseler Bürokratie.


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02. März 2008 19:32

Unglaublich,

Michael Menzel (Galenos)


mit welchen Methoden, unter welchen Umständen und welchen grotesken Zahlen ein Staat im 21. Jahrhundert eine "Wahl" zelebriert.
Nun ja, es sind nicht die 99% Wahlen von Ulbricht und Honnecker aber im Prinzip bedeuten sie das gleiche, nämlich, daß diese Welt von Oligarchien regiert wird. Dabei geben sich die westlichen und östlichen nichts. Die Mthoden sind geringfügig modifiziert, - das Volk, die Menschen verkommen zu einem manipulierten "Wünsch' dir was" Stimmvieh und sind jeglichen Einflußes auf ihr Schicksal enthoben. Eine Wahl wude zelebriert, das ist jedem informierten Weltbürger klar, die nicht einmal unter der Lupe Reste demokratischer Elemente enthält. Wer hätte das gedacht, daß die ehemaligen Demokratien in Ost und West so enden würden.

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