
Sehr viel kann gelernt werden aus der Losung "Experimente vermeiden Grundsatzkonflikte". Aus der überschwenglichen Freude über die Verneidung von Grundsatzkonflikten spricht letztlich nur die antidemokratische Haltung des Autors. Natürlich ist eine Autoritäre Regierung wesentlich Flexibler und durch die enge Verflechtung zwischen Staat und Wirtschaft lässt sich auch so einiges Veranstalten. Es gibt natürlich freie Hand für einen autoritären Staat und vieles braucht auch nicht Diskutiert werden. Die Unbenennung von autoritärer und anti-demokratischer Entscheidungsfindung in experimentelle Flexibilität ist eine Unverschämtheit. Genau diejenigen die dies an China loben und dort Geschäfte machen Stützen diese Situation. Gerne darf damit China jeden Überholen, nur sehr unwahrscheinlich das dieser rasante Wandel von ca. einer Milliarde Menschen, die unter den Experimenten zu leiden haben, noch lange mitgetragen wird. Interessant wäre zu erfahren ob Herr Heilmann zwischen Trier und Harvard auch mal für längere Zeit in China war und dort mit den Menschen gesprochen hat. Vielleicht käme er dann auch zu einer anderen Einschätzung und würde nicht Wanderarbeiter als als motivierte zufriedene Selfmademen verhöhnen.

China verdankt sehr wohl seinen Aufstieg zu einem großen Teil der Imitation westlicher Industrie. Eigene neue Innovationen sind bisher nicht erkennbar. Dies kann sich nur durch freie Geister ändern und nicht nur durch Vorsagen und Nachsagen. Früher war dies anders: Mit allerlei Innovationen war man damals den meisten anderen Völkern überlegen. Die chinesische Medizin muß man als sehr große Innovation betrachten und selbstverständlich Taijiquan, Kung Fu, Chan Buddhismus(Zen) und Taoismus als Wissenschaft des Geistes.

ich stimme meinen Vorredner zu, dass wir Chinesen vor d. achzige Jahren tatsächlich "aus Not" eine engere soziale Bindung untereinander hatten. Naja, platt ausgedruck "alle waren arme Scheine." 2008 ist für die Mehrheit der Chinesen ein Wendepunkt. Die einprägende Ereignisse sind 1) Tibet Ausschreitung und weltweit anti-China Stimmung 2) erdbeben in Sichuan mit über 70.000 Opfer 3) Olympia Spiele, ebenfalls mit vielen anti-China-vorprogramm Eigentlich negative Ereignisse. Aber das Gute dabei ist: WIR CHINESEN STEHEN WIEDER ZUSAMMEN UND LIEBEN UNSER LAND AUS DEN TIEFSTEN HERZEN. Und wir lieben uns Chinesen selbst, wir sind stolz auf unser Land, unsere Kultur und die Reforme. Je lmehr die undifferenzierte Berichte über China, umso mehr selbstbewußter verhalten wir Chinesen. Gerade die Studenten, die Professoren, die eliten chinas, haben ihre traditionell überkritische Haltung China selbst und KpCh gegenüber, geändert. Alle Chinesen in- und ausland haben sich nie so zusammengehalten wie jetzt. Ich selbst und viele junge Chinesen in meiner Bekanntenkreis, haben unsere Traumvorstellung v. westliche freie Presse und Demokratie beendet. Wir betrachten den West nicht mehr als Idealwelt. 2008 hat mein Leben verändert.Ich bin neu geboren

Der in dem Interview so wohlwollend und als Vorteil beurteilte Kollektivismus wird auch in China mit wachsendem Wohlstand an Bedeutung verlieren. Denn solcher Gemeinsinn existiert nur durch Not oder Zwang. Informierte und moped- oder autofahrende Chinesen werden immer weniger zu dieser Verzichtsmentalität zugunsten des Kollektivs bereit sein, weil davon hauptsächlich die Feudalherren profitieren (in diesem Fall Sozialisten und Bürokraten). Man kann das gut in Japan und Südkorea sehen, wo die junge Generation zur traditionellen Aufopferung für Gruppen- oder Staatsinteressen kaum noch bereit ist. Das könnte den Vorteil Chinas als Produktionsstandort mit ameisenfleißiger anspruchsloser Arbeiterschaft reduzieren, doch es entsteht auch Raum für Kreativität, von der das Land profitieren wird.

..gibt es nich, so könnte man sagen. Ich gebe Herrn Druben Recht, Angst kommt oft aus Unkenntnis. China zu kennen fällt aber besonders schwer, einfach aufgrund der Außmaße und der im Artikel erwähnten Heterogenität des Landes. Daher sind auch die Apelle aus der "aufgeklärten" westlichen Welt, zum Beispiel zum Thema Menschenrechte, oft etwas deplaziert. Wie China seinen Schwenk in der Wirtschafts- und Gesellschaftsodrnung vollzogen hat ist beachtlich. Ob es Bestand hat, wird sich zeigen. In jedem Fall kann man solch ein Land einfach nicht regieren wie z.B. Deutschland, das wird auch in 50 Jahren nicht möglich sein. Es gelten dort andere Gesetzmäßigkeiten, die chinesischen Oberhäupter denken z.B. wesentlich langfristiger - eher in Jahrzehnten - immer verbunden mit 3000 Jahren lebendiger Geschichte. Trotzdem sollten der deutsche Staat und auch Europa ihre Standpunkte zu diversen Themen - auch zu ethischen - ruhig weiter verdeutlichen, nur vielleicht nicht so rechthaberisch und überlegen wie es bisher Geschehen ist. Das stößt den Leuten nur vor den Kopf und wirkt arrogant, ist also nicht zielführend. In diesem Punkt hat Herr Steinmeier eine wesentlich sensiblere und bessere Politik gemacht als die meisten anderen Staatsvertreter.

China wird uns abhängen … China hat ein Pro-Kopf BIP von ca. 2400 $ p.a. Dtl. ca. 34000 $ p.a. Selbst wenn die chin. Wirtschaft w um 10% p.a. wächst: das sind 240 $ p.a.; für Dtl. sind das 0.7% Wachstum. Ob die chin. Ind. allerdings dauerhaft um 10% wachsen kann? C. ist im Moment Werkbank der Welt. C. mag gut kopieren und Produkte verbessern, aber eigene, richtige Innovationen? Und hier liegt der Kern des chin.Übels: technologischer Fortschritt kann nicht in Pekings Amtsstuben geplant werden. Eh die Notwendigkeiten des Marktes im Planungsministerium angelangt sind, haben freie Wirtschaften längst Lösungen geliefert. Dennoch: ernste Mahnung an Europa! Das allseitsbeliebte präventive Verbot mit Erlaubnisvorbehalt, allg. Verbote, Beschränkungen und Auflagen machen es unseren Unternehmern nicht gerade leicht in diesem Wettbewerb mitzuhalten. Brüssel muss sich konsequent zu entschlacken. Europa geht nich an China zugrunde, eher an Brüssels Regulierungswut - die jede Innovation und Unternehmenstätigkeit im Keim erstickt.

Sie irren. Die japanische Gefahr wahr absolut keine Illusion. Dem Ansturm Nippons sind während der 70er und 80er Jahre in Europa ein Großteil der Maschinenbau- und Konsumgüterindustrie, der Werften, zahlreiche Autoproduzenten und nahezu die gesamte Büroelektronikindustrie zum Opfer gefallen. Das Fehlen der letzteren trägt auch dazu bei, dass unsere Unternehmen im Bereich der Kommunikationstechnolgien bestenfalls die zweite Geige spielen. Das war doch schon ziemlich handfest. Wenn man das auf die größere Masse der chinesischen Volkswirtschaft hochrechnet, dann dürfte von unserem Wirtschaftsraum wohl nicht mehr viel übrig bleiben. Wir könnten natürlich gegensteuern. Aber dafür sind unsere Meinungsführer viel zu träge bzw. zu gut abgesichert.

Ob China ein Beispiel für andere Länder sein kann? Ich glaube nicht. Wenn China ein Land mit 50 Mio Einwohner wäre, würde sich kaum ein Investor die Eigenwilligkeiten und Risikien des dortigen Wirtschaftssystems gefallen lassen...

Im Blick auf China mischt sich oft, wie auch hier, Faszination mit Angst. Doch so sehr wir auch anerkennen müssen, dass andere Völker andere Wege gehen (wollen), so sehr sollten wir ein politisches System nicht nur am wirtschaftlichen "Erfolg" messen. Und ja: Es gibt allgemein-menschliche Werte und auch die Chinesen haben ähnliche Bedürfnisse wie wir. Auch sie wollen sich unabhängig informieren und ihre Meinung frei äußern können. Auch sie haben einen Sinn für soziale Gerechtigkeit und politische Transparenz. Und auch eine chinesische Regierung muss sich vor dem Volk legitimieren. Da fehlt mir das Verständnis, wenn, wie hier geschehen, die Schicksaale der vielen chinesischen Wanderarbeiter verharmlost werden.

Stimme Herrn Teuber hinsichtlich dem Verhaeltnis Diktatur - Demokratie grundsaeztlich zu. Spricht man von den Millionen unqualifizierten Arbeitskraeften in China - wir haben in Deutschland zumindest Hunderttausende davon. Nur werden diese bei uns ausgehalten und Vermoegen transferiert. Solange sich Leistung in Deutschland nicht auszahlt, werden zu nehmends mehr Deutsche gerne in China arbeiten.

Ist das wohltuend!!! Endlich mal einer der nicht mit Klischees und Vorurteilen argumentiert sondern sich der Mühe unterzieht mit Tatsachen und Fakten die Fragen zu beantworten. Ich beende gerade einen zehntägigen Deutschlandaufenthalt und habe in vielen persönlichen Gesprächen jede Menge Unsinn über China zu hören bekommen. Fakten interessieren nicht, es geht nach dem Prinzip:"Der liebe Gott erhalte mir meine Vorurteile. Ich bin froh das es wieder nach Beijing zurückgeht. Ist das mit Zukunftsangst zu begründen???

Wie der Experte betonte, weiß niemand eigentlich nichts genaues in China. Das ist das Kernproblem auch dieses Experten. Ob er recht hat oder nicht weißt die Zukunft. Eins ist meiner Meinung nach aber auch sicher: die chinesischen Machthaber werden genausowenig wie Machthaber weltweit Ihre Macht teilen. Das heißt auch, daß sie zu aufmüpfige Unternehmer, die die Zelle einer Innovation sind, trotz ihrer Innovativität abkanzeln. Das werden wir geschweige denn irgendjemand in China zu hören bekommen, wenn es nicht genehm ist. Auch auf lokalem Niveau sind Genehmigungen notwendig. Von daher mache ich mir um die Innovationskraft der Chinesen keine Sorgen. Mit ihrem riesigen Markt können sie noch mehr als die Amerikaner über Nacht Millionäre schaffen, auch mit absolutem Schrott. Das geht in Deutschland so nicht. Bei uns dagegen sind die Erfinder besser, da wir einfach viel gründlicher sind als irgendjemand anders auf der Welt. Leider würdigen wir unsere eigene Innovationskraft zu wenig und reglementieren diese wo wir können. Von daher sind wir es selber schuld, wenn China uns überholt. Aber eine bahnbrechende Innovation werden wir aus China in meiner Lebenszeit, glaube ich, nicht erleben. Sven Eric Utsch 57080 Siegen

An den "Experten" Herrn Heilmann: Trotz aller Ihrer naiven Ausführungen ,das Wesentliche haben Sie offensichtlich nicht begriffen: Wenn westliche Staaten der chinensischen Entwicklung,dem chinesischen Gesellschaftssystem "unterlegen" sein sollten,dann doch nur dadurch,daß es sich hier um Demokratien handelt,während in China ein diktatorischer Staatsdirigismus vorherrscht. Ob es hier so einfach wäre,die eigene Währung ein ganzes Jahrzehnt lang schon künstlich niedrig zu halten,um allein dadurch schon Wettbewerbsvorteile zu schaffen ?! Allein die Abermillionen von nicht oder wenig ausgebildeten Menschen schafft ein Millionenheer von willigen und billigen Arbeitskräften.Aufgrund fehlender Gewerkschaften,fehlender Opposition und fehlender persönlicher Freiheitsrechte können diese gar nicht "gerechte" Entlohnung verlangen.Ein Gleichgewicht zwischen "West und Ost" wird so auch hier künstlich verhindert. Über Ihre Ausführungen zu den Millionen Ameisenarbeitern,denen es doch nicht so schlecht ginge ,die vielmehr veritabele "Kleinunternehmer" seien und vieles andere freue ich mich umso mehr. Schließlich bekommt man heutzutage weitaus weniger als früher die Gelegenheit,herzhaft zu lachen

Der Stillstand in Deutschland ist wesentlich verursacht durch nicht mehr funktionierende demokratische Prozesse. Angeblich werden bereits 80% der Gesetze in Brüssel gemacht und im Deutschen Bundestag nur noch durchgewunken. Der Preis, der dafür bezahlt wird, ist, dass kein ernsthafter ordentlicher Gesetzgebungsprozess mit Begutachtung und auch ergebnisoffenen öffentlichen Debatten mehr stattfindet. Als Folge werden unsere gesetzlichen Rahmenbedingungen täglich schlechter und weniger wettbewerbsfähig. Mit dem Vertrag von Lissabon soll dieser Zustand auch noch zementiert werden. Wir brauchen dringend eine Rückbesinnung zu echten demokratischen Prozessen - in diesem Punkt könnten wir China überlegen sein. Dann sind wir auch wieder zu Innovation in der Lage. Innovation zentralen bürokratischen Organen anzuvertrauen, das machen die "kommunistischen" Chinesen anscheinend gar nicht - aber wir in Brüssel. Das ist doch eine verkehrte Welt!

... war die Japan Hysterie der 80er. Ich erinnere mich noch, wie die Japaner alle unsere Firmen schlucken sollten, wie ein paar Quadratkilometer eines Parks in Tokyo soviel wert war wie ganz Kalifornien und und und. Wir sollten das alles sehr gelassen sehen und uns darauf konzentrieren selbst so gut wie möglich zu werden. Wenn wir (und besonders auch deutsche Unternehmen) selbst immer besser werden und bei uns da beste herausholen, machen wir langfristig auf jeden Fall nichts falsch. Schon in Japan sind vor 20 Jahren viele Manager und Experten gründlich auf die Nase gefallen.