30. Juli 2006 Daß Hitze und Dürre der Landwirtschaft schwer zu schaffen machen, spüren die Bauern gerade wieder. Die Winzer freuen sich, aber für die Landwirte bedeutet der Klimawandel starke Veränderungen. Sie müssen sich in Zukunft mit höheren Anforderungen an das Management des Betriebs auseinandersetzen. Die jährlich drohenden Hitzeperioden erfordern Voraussicht, besonders im Hinblick auf die Betriebskosten.
Voraussicht ist auch bei der Pflanzenzucht geraten. Schon jetzt beschäftigen sich Wissenschaftler weltweit mit der Züchtung trockenresistener Kulturpflanzen. Weizen, Roggen, Gerste müssen dem Wetter standhalten. Was in tropischen Ländern lange gang und gäbe ist, wird auch bei uns von großem Interesse sein. Wer nun aber glaubt, Mangobäume und Bananenstauden bei sich ziehen zu können, mag vorerst enttäuscht sein.
Carsten Thies, Agrarwissenschaftler von der Universität Göttingen, weiß aus seiner Erfahrung als Landwirt von den Problemen zu berichten, die die Hitze den deutschen Bauern schon jetzt beschert. Das Getreide wird vorzeitig notreif, man spricht auch von Kummerkorn, berichtet der Forscher. Die Grünflächen trocknen aus, das Viehfutter wird knapp. Rinder und Pferde sind erschöpft. Der Landwirt Thies weiß sich jedoch zu helfen: Er gönnt seinen Pferden die eine oder andere Dusche.
Text: abog. / Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 30.07.2006, Nr. 30 / Seite 3
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