13. Mai 2008 Der Naturschutzbund (Nabu) Hessen sieht die Rückkehr eines Wolfs in den nordhessischen Reinhardswald als große Chance zum Erhalt der Artenvielfalt. Weit wandernde Jungtiere geben uns immer wieder eine Chance, die mittelalterlichen Ausrottungsfeldzüge gegen viele faszinierende Tiere wieder gut zu machen, sagte der Nabu-Landesvorsitzende Gerhard Eppler in Wetzlar. Oft reiche dazu menschliche Zurückhaltung. Wo Rückkehrer nicht erschossen würden, hätten Luchse, Wölfe oder Biber gute Möglichkeiten, wieder eine Heimat zu finden.
Am vergangenen Donnerstag hatte der Landesbetrieb Hessen-Forst von Beobachtungen eines Wolfs im Reinhardswald bei Kassel berichtet. Ein Jäger fotografierte das Tier. In der Region hatte es seit mindestens 150 Jahren keine Wölfe mehr gegeben.
Wölfe fressen den Wald nicht leer
Der Nabu erwartet von der Landesregierung eine aktive Rolle beim Schutz des Wolfs. So sollten etwa Experten für den rund 20.000 Hektar großen Reinhardswald geschult werden, die in der Lage seien, vom Wolf gerissene Tiere zu identifizieren. Wölfe fressen den Wald nicht leer, sagte Eppler. Sie würden vielmehr kranke und schwache Tiere reißen und damit den Wildbestand gesund halten. Die Öffentlichkeit müsse über den Wolf und seine Lebensweise informiert werden, damit keine unnötige Angst entstehe oder es nicht zum Abschuss des Wolfs komme. In Deutschland ist die Jagd auf Wölfe verboten.
Angst braucht nach Nabu-Angaben vor dem Wolf niemand zu haben. Die Nähe des Menschen störe die scheuen Tiere nicht, wenn sie Gebiete hätten, in denen sie ungestört leben und ihren Nachwuchs aufziehen könnten. Der Nabu hofft, dass bald weitere Wölfe zuwandern, damit es überhaupt Nachwuchs geben kann.
Text: FAZ.NET mit dpa
Bildmaterial: dpa
