21. Mai 2008 Das hessische Umweltministerium lädt für kommenden Mittwoch zu einer Wolfs-Runde ein. Ziel des Expertentreffens am runden Tisch sei es, über das Vorgehen nach der Rückkehr des Wolfs nach Hessen zu beraten, sagte Ministeriumssprecher Torsten Volkert in Wiesbaden. Eingeladen seien Vertreter der Naturschutzverbände, des Landesbetriebs Hessen-Forst, der Schafzüchter und Experten aus Bundesländern, in denen sich bereits seit geraumer Zeit Wölfe angesiedelt und auch vermehrt haben. Vor zwei Wochen war bekanntgeworden, dass ein Wolf im nordhessischen Reinhardswald gesehen wurde. Ein Jäger hatte das Tier fotografiert.
Vermutlich handelt es sich um einen jungen, zugewanderten Wolf. In der Region hatte es seit mindestens 150 Jahren keine Wölfe mehr gegeben. In dem 20.000 Hektar großen, fast menschenleeren Waldgebiet an der Grenze zu Niedersachsen haben die streng geschützten Tiere nach Ansicht von Fachleuten gute Lebensbedingungen. Das hessische Umweltministerium wertet die Rückkehr des Wolfs nach Hessen als positives Zeichen bei den Bemühungen zur Erhaltung der biologischen Vielfalt.
Schon mehrere Schafe gerissen - vom Wolf?
Am runden Tisch sollen Experten aus anderen Bundesländern über ihre Erfahrungen mit Wölfen berichten. Hessen wolle dabei lernen, was zu tun sei und wie es weitergehen könne, wenn sich zu dem einen bisher bekannten Tier weitere gesellen, sagte Ministeriumssprecher Volkert. Regelungen aus anderen Bundesländern könnten gegebenenfalls übernommen werden. Wir müssen das Rad ja nicht neu erfinden. Naturschützer hatten ein Wolfs-Management und eine aktive Rolle der Landesregierung gefordert. Unter anderem müssten Experten geschult werden, die in der Lage seien, vom Wolf gerissene Tiere zu identifizieren.
In der Gegend sind bereits mehrere Schafe gerissen worden. Ob sie tatsächlich von dem Wolf und nicht von großen Hunden getötet wurden, sei bisher nicht eindeutig geklärt, sagte Volkert. Für von Wölfen gerissenes Vieh gibt es bisher keine Entschädigungsregelung. Wir werden die Tierhalter aber nicht allein lassen, versicherte Volkert.
Text: FAZ.NET mit lhe
Bildmaterial: dpa
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