24. Juli 2008 Hurrikan Dolly ist mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 160 Stundenkilometern auf die texanisch-mexikanische Küste aufgetroffen. Die Wucht der Böen knickte Bäume um, Reklametafeln flogen durch die Luft. Bisher ist nichts über Todesopfer bekannt.
Mit Sorgen beobachten die Behörden beiderseits der Grenze die Dämme entlang des Rio Grande. Wegen starker Regenfälle wird mit Überschwemmungen gerechnet, doch zunächst hielten die Deiche. Auf seinem weiteren Weg landeinwärts schwächte sich der Hurrikan ab. Inzwischen wurde Dolly wieder zu einem tropischen Sturm herabgestuft.
Texas: Notstand in 14 Landkreisen
Dolly hatte als Hurrikan der Stufe zwei die Küste des amerikanischen Bundesstaates Texas bei South Padre Island erreicht, wie Meteorologen mitteilten. Das Unwetter bedroht das dicht besiedelte Tal des Rio Grande, in dem rund zwei Millionen Menschen leben.
Der texanische Gouverneur Rick Perry hatte in 14 Landkreisen vorsorglich den Notstand verhängt, um schneller Hilfe leisten zu können. Darüber hinaus aktivierte er 1200 Mitglieder der Nationalgarde. In San Antonio wurden für etwaige Evakuierungsmaßnamen 250 Busse bereitgestellt. Mehr als 50.000 Hauhalte in Texas waren zeitweise ohne Strom.
Mexiko: Furcht vor Überflutungen
Auch in den angrenzenden Gebieten Mexikos hatten sich die Bewohner für den herannahenden Hurrikan gewappnet. An der Mündung des Rio Grande versuchten Soldaten Menschen zu retten, die ihren Häusern festsaßen. Mindestens eine Familie wurde mit einem Schlauchboot in Sicherheit gebracht. Viele hatten es abgelehnt, die staatlichen Unterstände aufzusuchen. Statt der ursprünglich 23.000 Menschen, die in Sicherheit gebracht werden sollten, suchten nach Behördenangaben nur etwa 13.000 Einwohner Zuflucht in den 21 staatlichen Schutzräumen.
Nach Angaben von Gouverneur Eugenio Hernandez sind etwa 50 Viertel der Grenzstadt Matamoros akut von Überschwemmungen bedroht. Der starke Wind ist nicht mehr das Problem. Wir müssen uns jetzt über den intensiven Regen während der nächsten 24 Stunden Sorge machen, erklärte der Regierungschef des Staates Tamaulipas.
Strom abgeschaltet, Fabriken geschlossen
In der Stadt wurde der Strom abgeschaltet, weil die Verantwortlichen fürchten, dass abgerissene Stromleitung Kurzschlüsse verursachen und Menschen töten könnten. Die meisten Fabriken sollen an diesem Donnerstag geschlossen bleiben. Rund 4800 Soldaten und andere Sicherheitskräfte sollen im Sturmgebiet Streife fahren, um Plünderungen zu verhindern. Der Ölkonzern Shell erklärte, von rund 70 Ölbohrinseln und Plattformen im westlichen Golf von Mexiko seien Arbeiter in Sicherheit gebracht worden.
Dolly ist schon der zweite Hurrikan der Saison. Der Höhepunkt der Wirbelsturm-Saison liegt in den Monaten August und September. Meteorologen erwarten für diese Saison sechs bis neun starke Hurrikane. Der erste Hurrikan Arthur hatte mehrere Todesopfer gefordert.
Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AFP, AP, dpa, REUTERS