25. Juli 2003 Eine hochgiftige Spinnenart aus Australien hat den Weg bis nach Japan geschafft und droht, zur internationalen Plage zu werden. Die Redback-Spinne oder lateinisch Latrodectus, erkennbar durch einen roten Strich auf dem Körper, sei an Bord von Öltankern nach Japan gekommen und habe sich an die Kälte angepaßt, warnte der Arachnologe Robert Raven vom australischen Queensland Museum am Freitag.
Allein am Bahnhof der japanischen Stadt Osaka gebe es inzwischen schon so viele Redback-Spinnen wie in Städten im australischen Hinterland zur Sommerzeit. Hat die Spinne erst einmal Osaka erobert, wird es nicht viele Orte dieser Welt geben, in denen sie nicht glücklich werden könnte, prophezeite Raven. Sogar in Belgien seien schon kälteresistente Exemplare aufgetaucht.
Keine Todesfälle mehr seit Einführung des Gegengifts
Die Redback-Spinne ist mit der ebenfalls giftigen Schwarzen Witwe verwandt. Nur der Biß des Weibchens ist ggefährlich und zudem äußerst schmerzhaft. Bevor in den 50er Jahren ein Gegengift gefunden wurde, starben Berichten zufolge in Australien mindestens 13 Menschen an einem Spinnenbiß. Seither nicht mehr. Jährlich fordern in Australien mehr als 250 Menschen ein gegengift wegen eines Spinnenbiß' an. Doch da Redbacks ihr Nest nur selten verlassen, werden Menschen fast nur gebissen, wenn sie ein Körperteil direkt in das Netz halten. Zudem sind die Bisse wegen der kleinen Kiefer der Spinnen nicht sehr effektiv.
Als erste Hilfe bei einem Biß gibt das Australian Museum an, die Stelle zu kühlen. Dabei soll kein Druck auf den Biß ausgeübt werden. Am besten sammelt man die Spinne ein, damit der behandelnde Arzt sie identifizieren kann. Dann sollte der Gebissene rasch ärztliche Hilfe suchen, damit das Gegengift rasch angewendet werden kann.
Große, gefährliche Weibchen, kleine Männchen
Die Weibchen sind etwa einen Zentimeter lang. Männchen werden nur drei bis vier Millimter lang und die roten Zeichen sind sehr viel weniger auffällig als an den Weibchen. Der Redback-Nachwuchs schlüpft aus einem Zentimeter im Durchmesser großen Eier-Säckchen, in denn bis zu 250 Eiern auf einmal reifen. Die Säckchen werden normalerweise vom Netz der Spinnen gehalten. Redbacks nisten gern an trockenen, abgeschirmten Orten. Meist ist die Oberseite des Netzes außerhalb des dirketen Sonnenlichts. An der Oberseite sitzt meist auch das Weibchen.
Redback-Weibchen werden zwei bis drei Jahre alt, während die Männchen nur sechs bis sieben Monat lang leben.
Text: @cop
Bildmaterial: Australian Museum