30. Juli 2007 Der große Waldbrand auf der Ferieninsel Gran Canaria hat sich weiter ausgebreitet und mindestens 2000 Menschen in die Flucht geschlagen. Als das Feuer schon unter Kontrolle schien, habe heftiger Wind es abermals angefacht, teilten die örtlichen Behörden am Montag mit.
Die auch bei Urlaubern beliebte Gemeinde Mogán im Südwesten der Kanaren-Insel habe teilweise evakuiert werden müssen. Viele Menschen wurden in einer Sporthalle in Sicherheit gebracht, einige flüchteten an den Strand, wie das Fernsehen berichtete. Rund 60 Häuser seien niedergebrannt. Verzweifelte Anwohner versuchten, die Flammen mit Gartenschläuchen aufzuhalten.
Wertvoller Pinien- und Eukalyptuswald vernichtet
Das durch Brandstiftung nahe Tejeda im Zentrum der Insel entstandene Feuer hat bereits rund 4000 Hektar ökologisch wertvollen Pinien- und Eukalyptuswald vernichtet. Dies entspricht einer Fläche von 5400 Fußballfeldern oder 40 Quadratkilometern. Es ist der größte Waldbrand in der Geschichte der Insel.
Die große Hitze mit Werten von mehr als 40 Grad, die Trockenheit, der dichte Rauch und der starke Wind erschwerten die Löscharbeiten. Zuletzt hatten sich acht verschiedene Feuerfronten gebildet. Rund 300 Feuerwehrleute, Soldaten und Helfer kämpften gegen die Flammen. Unterstützt wurden sie von einem Dutzend Löschhubschraubern und -flugzeugen.
Haftbefehl gegen Brandstifter
Die Behörden in Mogán forderten zusätzliche Hilfe an. Sonst gerät uns das Feuer aus den Händen, sagte Stadtrat Julio Mejías. Naturschützer warnten vor unabsehbaren Folgen für die Tier- und Pflanzenwelt. Sorge bereite etwa der Teide-Fink (Fringilla teydea). Der blaugefiederte Singvogel kommt nur auf Gran Canaria und Teneriffa vor.
Gegen den mutmaßlichen Brandstifter wurde unterdessen Haftbefehl erlassen. Der 37 Jahre alte Forstarbeiter hatte gestanden, das Feuer am vergangenen Freitag aus Wut darüber gelegt zu haben, dass sein Arbeitsvertrag nicht verlängert wurde.
Text: FAZ.NET mit Material von dpa
Bildmaterial: REUTERS