07. April 2008 Eisbär Knut, bisher als süßes, gutmütiges Kuscheltier in aller Welt geliebt, zeigte sich im Berliner Zoo nun von seiner unangenehmen, animalischen Seite: Vor den Augen der Besucher tötete er zehn Karpfen, die im Wassergraben des Geheges schwammen.
Dort waren sie keineswegs als Leckerbissen für den inzwischen über ein Jahr alten Knut vorgesehen, sondern als so genannte Putzkolonne, die im Wassergraben für Ordnung sorgen sollte. Wenn Knut sie wenigstens noch verspeist hätte - das sähe ihm manch wohlwollender Tierfreund vielleicht noch nach. Doch Knut hat sie sinnlos ermordet. Er fischte die Karpfen aus dem Teich, spielte mit ihnen, tötete sie und ließ die Kadaver anschließend liegen. Der Berliner Zoo bestätigte am Sonntag einen entsprechenden Bericht der Berliner Morgenpost.
Knut war gestern
Demnach beschwerten sich Zoobesucher über dieses bestialische und zudem illegale Schauspiel. Fische dürfen als Wirbeltiere nach dem Tierschutzgesetz nicht lebend verfüttert werden. Was ist nur mit Knut los? Erst sein gefühltes Übergewicht, jetzt die offensichtliche Grausamkeit. Als Trost bleibt nur der Blick nach Nürnberg.
Dort stellt der Zoo am kommenden Dienstag Eisbär Flocke erstmals der Öffentlichkeit vor. Knut war gestern, steht auf den Werbeplakaten für den bayerischen Konkurrenten. Den Berliner Karpfenmord wird man in Nürnberg als Bestätigung empfunden haben.
Text: dpa
Bildmaterial: AP, dpa, obs
