
Einige Leserbeiträge lassen glauben, hier kämen Experten zu Wort. Für mich sind es Besserwisser (den eigentlichen Begriff verbietet mir der Anstand), die sich wohl für die Krone der Schöpfung halten. Dieser Spezies ist der Gedanke an eine freie, unkontrollierte Natur unerträglich. Was Mensch nicht kontrollieren kann, gehört eliminiert, so ihr Kredo. Diesen Herrschaften sei dies ins Stammbuch geschrieben: Ich habe mit meiner Frau 14 Tage Campingurlaub in den Abruzzen gemacht. Wir sind dort im Bärengebiet gewandert, "bewaffnet" mit einem Taschenmesser und einem Stock. Gehört haben wir die "gefräßigen Monster" wohl, auch ihre (frischen) Spuren gefunden, gesehn nicht einen einzigen. Auf Nachfrage berichteten die Wildhüter, sie könnten sich an keinen Zwischenfall erinnern, bei dem Menschen zu Schaden kamen. Die Schäfer, deren Herden frei herumliefen, hatten sich mit der Anwesenheit der Bären arrangiert. Respekt flößten uns allerdings die Hirtenhunde ein - bis wir ihre Reaktonen verstanden.

Bären können in Bayern folgende Verwendung finden:
- Als Bärenschinken auf der Speisekarte eines Nobelrestaurants.
- Als Bettvorleger vor dem Ehebett des tapferen und furchtlosen Waidmannes
- Als Plüschteddy von der Firma mit dem Knopf im Ohr im Kinderzimmer
- zur Volksbelustigung als Tanzbär im Zirkus
- zur staunenden Bewunderung in Hellabrunn oder am Schmausenbuck.
In freier Wildbahn haben sie nichts zu suchen. Hier brauchen wir:
- Preussische Touristen mit prall gefüllten Börsen.
- Seilbahnen auf jeden Maulwurfshügel
- blonde und vollbusige Sennerinnen zur Pflege der Folklore.
Machen wir uns nichts vor. So wie Bruno alias JJ1 wird es auch jedem anderen Bären ergehen, der es wagt, seine Pfoten hierher zu setzen - egal ob er Schafe reisst oder nur die armen Murmeltiere frisst. Dafür wird die Lobby der Bauern und der Fremdenverkehrsverbände schon sorgen. Wir brauchen keine müslibelatschten Ökofreaks bei der Naturbeobachtung von freilebenden Wildtieren (sollen meinetwegen nach Alaska fliegen und Grizzlys knutschen), wenn stattdessen die Muttis keinen Urlaub auf dem Bauernhof in Niederbayern mehr buchen (man weiß ja nie, ob sich der Bär nicht nach Plattling verirrt und man hat schon von wilden Tieren gehört, die kleine Kinder fressen). Also weg mit den Bären wie am besten überhaupt mit allen Wildtieren - machen nur Ärger

Der Mensch braucht die Natur, aber die Natur braucht den Menschen nicht....

Also wenn es stimmt, dass auch dem Minister Gabriel niemand erklären konnte, warum man den Bären nicht betäuben konnte, anstatt ihn gleich zu erschießen, dann versteh ich diese traurige Geschichte auch nicht. Alles kann man hier- und anderszulande, auch zum Mond fliegen - aber es ist nicht möglich, einen hundsgewöhnlichen Bären aufzutreiben, obwohl er dauernd in der Nähe von Siedlungen ist und gesehen wird, ihn aus gesicherter Position mit einigen Jägern zu stellen und ein Betäubungsmittel zu schießen! Klar will keiner, dass der Bär einen Menschen angreift, und die anderen Tiere, die er offenbar nur gerissen hat, anstatt was für den Hunger zu tun, sind natürlich auch schützenswert. Ich verstehe nichts von Bären, und was ihn so getrieben hat. Aber muss der Mensch eigentlich alles töten, obwohl er andere Möglichkeiten hat?

Richtig so !
Schließlich hatte der Bär kein Einreisevisum und hielt sich illegal in Deutschland auf. Spätestens seit der Vogelgrippe sollte sich dies allgemein herumgesprochen haben.
Böse Zungen behaupten sogar die Terrororganisation "Al Quaida" hätte JJ1 ins Deutsche Grenzgebiet eingeschleusst um unsere Schafe und Hühner zu schänden.
Somit spricht es wieder einmal nur für unsere bayrischen Freunde, dass es ihnen, im Rahmen der Terrorabwehr, in Rekordzeit (hehe), gelungen ist den verdächtigen Terrorbären zu stellen und auszuschalten.
Seit 4:50 Uhr wird zurückgeschossen, das wissen jetzt auch die Bären. Warten wir nochmals 170 Jahre bis sich der nächste Braunbär nach Deutschland verirrt !
Ach Quatsch... in 170 Jahren wird es ja keine Bären mehr geben. Zum Glück haben wir ja dann einen "Terrorbären" im Musem stehen.
Waidmanns Heil!

Nicht mal das BVG anzurufen haben die Bärenliebhaber bedacht. Die Verfassungshüter hätten Bruno garantiert gerettet, wo sie doch schon Passagierflugzeuge nicht zum Abschuß freigeben.
Schade, er hätte uns noch ein bißchen unterhalten und wenigstens im Nachrichtentakt etwas von der Fußball-WM ablenken können.
Und kriegen wir jetzt eine Hausse an der Börse, weil der Bär tot ist?
Armer Bär. Wir waren seiner nicht würdig - im Ernst.

Der letzte Outlaw unserer Tage ist tot. Er durchmaß mit seinen Tatzen die Alpen Mitteleuropas. Ihn, dem wahren Europäer, kümmerten keine Staatsgrenzen. Er wanderte wo es ihm gefiel. Er überquerte mehr Gipfel als Reinhold Messner, er war schneller als Billy the Kid, er erforschte mehr Gelände als Alexander von Humboldt.
Auf seiner Wanderung brach er immer wieder in Stallungen ein. Nicht nur um sein Überleben zu sichern bediente er sich in den übervollen Ställen der reichen Menschen -Nein! - er erlegte stets mehr Vieh, um auch die Waisentiere, die alten Adler und die von Autos verkrüppelten Füchse der Umgebung satt machen zu können.
Den Robin Hood der Berge - ihn konnten auch die Kopfgeldjäger aus dem Lande der Wikinger nichts anhaben. Sie wollten ihn überlisten, aber Bruno war ihnen immer um einen Zug voraus. Sämtliche Versuche ihn lebend zu fangen waren zum Scheitern verurteilt, denn Bruno liebte seine Freiheit mehr als sein Leben. "Lebend kriegt ihr mich nie!", soll er seinen Häschern wiederholt entgegengeschmettert haben.
Heute morgen dann durchschlugen mehrere Kugeln Brunos Rückenpelz. Worte von Freiheit und der Schönheit der Berge soll er noch gehaucht haben; dann hörte er auf zu atmen. Während sich das tapfere Bärenblut mit dem frischen Tau der Almwiese mischte, schwang sich Brunos Bärenseele auf in den Morgenhimmel, entwich über die rot glühenden Gipfel der Sonne entgegen. Guter Bruno, die Hatz ist zu Ende! Am anderen Ufer wird es Bäche aus Honig für dich geben!

Die Krone der Schöpfung hat sich mal wieder durchgesetzt, ich bin begeistert. Wo kommen wir denn dahin, wenn Tiere herrumlaufen und sich nicht an die Eigentumsgesetze halten. Fremde Schafe reißen, das tut man doch nicht!
Es gibt in unserem Sprachgebrauch ja schon das Wort "Unkraut", vielleicht sollte man Bären wie Bruno demnächst als "Untier" klassifizieren, also dem Menschen nicht genehm und von Nutzen.
Und nun wo das "Bruno-Problem" gelöst ist, können wir uns wieder dem Umweltschutz in den unzivilisierten Ländern widmen.
Grüße
Andreas
PS: Wie haben es eigentlich unsere Vorfahren geschafft mit all den Bären zu überleben? Für mich ein schon fast mystisches Wunder.

Da sind sie wieder, die Bedenkenträger, die lautstark den Behörden Kritik entgegenschmettern, ja sogar nicht davor zurückschrecken, Morddrohungen auszusprechen. Wären diese Personen auch an Ort und Stelle und würden derart lautstark ihre Meinung kundtun, wenn durch den Bären ein Personenschaden verursacht worden wäre, beispielsweise ein Kind schwer verletzt oder gar getötet worden wäre? Dies muß in die Betrachtung mit einbezogen werden und die meisten Länder wären wahrscheinlich erheblich rigoroser und schneller zu der Entscheidung gelangt, über deren Folge jetzt gestritten wird.

Erschießen hat man Ihn könne, aber nicht betäuben??? Die ganze Zeit nicht??? Ich bin schon verwundert, dass kurz nach dem "Tötungsbefehl" dieser auch gleich ausgeführt werden konnte.
Schade, aber das Sommerloch hat ja noch die WM 2006. Hoffentlich wird da keine Jagt mit Todesfolge angeordnet.
Es zeigt sich ganz deutlich, dass diese Gesellschaft es verlernt hat mit der Natur zu leben. Lieber kaputtmachen, als lebenlassen.

"Professionelle" Tierschützer leben selbst zumeist unter Großstadtbedingungen und wären in freier Widnis hilflos den Bären zum Fraß ausgeliefert. Doch solange nur Andere davon betroffen sind, ist allein die Vorstellung davon anscheinend eine willkommene Abwechslung vom schnöden Ballerspiel-Alltag am PC.
Diese Tiere und alle anderen Lebewesen, die Malaria-Erreger, die Aids-Viren, ja sogar wir Menschen haben eine Existenzberechtigung auf unserer Mutter Erde. Wo darf da die Toleranz aufhören?
Die Frage ist, wer sich zum Gott erheben und bestimmen darf, welche der Geschöpfe 'gleichberechtigte Partner' von uns bleiben oder sogar neu werden sollen. Hier ist persönliche Haftung für alle diejenigen vonnöten, die andere Menschen einen Bären aufbinden wollen.
Viele würden in ihrer Naivität auch gern so einen listigen Knüddelbären zu sich ins Bett nehmen.
Leider hat unser sozialistischer Staat die meisten Lebensrisken von uns genommen, so daß wir sie uns mittlerweile selbst suchen und sogar künstlich schaffen, um überhaupt noch spüren zu können, daß wir leben.
Norbert

Und ja, der Bär ist Menschen immer näher gekommen. Zuletzt ist er Mountainbiker begegnet und Wanderer wurden von ihm verscheucht (und nicht andersrum).
Einen Bären lebend zu fangen ist zudem um ein vielfachs schwieriger, als ihn abzuschießen. Man hat es versucht und es hat nicht funktioniert. Der Bär ist kein Fuchs oder Marder, den man in einer kleinen Falle oder auf kurze Distanz mal kurz fangen bzw. betäuben kann.
Und natürlich ist es sehr viel einfacher ihn abzuschießen, da eine andere Distanz für den Schuss ausreichend ist.
Auch wenn sich viele deutsche Bärenexperten mit jahrelanger Erfahrung (wo haben sie diese nur erworben) nun aufregen, es war die einzige verantwortungsvolle Entscheidung, die getroffen werden mußte!
Dem Land Bayern und Österreich gebührt eine gewisse Achtung vor dieser im Volk doch recht unpopulären Entscheidung, haben doch vor allem die lokalen Boulevardmedien sher einseitig über den Bären berichtet, als ob er einen Knopf im Ohr hat und Nachts zum Kuscheln neben dem Kopfkissen liegt.
In diesem Sinne ein ehrliches Danke ohne Ironie an Bayern!

Man unterstellte dem einsamen Fremden böse Absichten, weil er die Nähe der Menschen suchte.

Es ist erstaunlich, wieviel Freunde der Bär gefunden hat, vor allem durch die teils sehr merkwürdige Berichterstattung insb. der lokalen Radiosender. Hier hatte der gemeine Bürger doch meist die Vorstellung eines kuscheligen Teddybären, anstelle eines Raubtieres. Bilder der doch recht grausam gerissenen Schafe und anderen Tiere wurden dagegen nicht gezeigt. Der Bär tötete nicht wie eine Großkatze mit einem gezielten Biss in die Kehle, sondern die Opfer starben einen recht qualvollen und langsamen Tod. Die Eingeweide teils gefressen, teil um das tote Tier verstreut liegend ist kein schöner Anblick. makaber klingt hier die Meinung, man hätte die Schafe ja ersetzen können. Das eine Tierleben sollte unbedingt geschützen werden, auf der anderen wurden die toten Tieropfer nur noch als abstrakter Sachschaden angesehen.
Nun hatte sich der Bär schon recht häufig in Siedlungen vorgewagt und Zusammentreffen mit Menschen häuften sich. Wer hätte die Verantwortung übernommen, wenn ein Mensch, ein Kind ums Leben gekommen wäre? die Wahrscheinlichkeit war gegeben und diverse Eltern hatten ihren Kindern in Oberbayern schon verboten, in den Bergen Wandern oder zum Baden zu gehen.
Der Vergleich mit anderen Ländern hinkt zudem stark: Zuerst ist die Bevölkerungs- und Siedlungsdichte hier eine ganz andere als z.B. in Kanada oder in entsprechenden osteuropäischen Regionen, zum anderen werden auch dort Bären, die sich mehrfach in menschliche Siedlungen vorwagen, sehr schnell erschossen.

Wahrscheinlich haben Suche und Schußfreigabe so lange gedauert um die Gebotsphase für die Abschußprämie zu verlängern. Recht schnell ging es dann ja allemale. Es gibt sicher genügend Irre, die eine Menge Geld gäben, für den Abschuß eines solch kapitalen "Stück" Wild - und quasi direkt vor der eigenen Haustür.
Vielleicht wird dann demnächst ab und zu mal wieder ein Tier ausgewildert, und in Bayern die Großwildjagd zum Sonntagssport. Denkbar, oder? Grausam.

Wer wie ich auf 3sat ORF-Nachrichten gesehen hat, hat einen Informationsvorsprung, den die deutschen Medien erstaunlicherweise nicht liefern konnten: Dort war die Rede davon, dass es sich bei Bruno um ein Jungtier handelt, das schlicht noch nicht erfahren genug ist, um andere Tiere als eingepferchte Schafe oder Hühner zu reißen. Dieses Verhalten sei also weder artenuntypisch noch gefährlich für die Menschen. Ist diese Information in der deutschen Berichterstattung etwa absichtlich unter den Tisch gefallen???
(Anm. der Red.: Die Information über die Jugend des Bären ist auch in deutschen Medien durchaus transportiert worden.)

Man könnte fast meinen, Bambi wäre erschossen worden. Mir ist ein toter Bär jedenfalls wesentlich lieber als ein toter Mensch - und vielleicht ist es sogar für den Bären besser. Irgendwie schien mir der etwas sehr entwurzelt und ziellos aggressiv, eher so eine Art Bären-Hooligan als ein ordentlicher Voralpenbewohner.

War dies wirklich die einzige Lösung ! Eine Betäubung hätte es auch getan!
Diejenigen aber,die sich jetzt so sehr darüber aufregen,muß man fragen:Wer von Ihnen regt sich eigentlich über die widerliche Bärenjagd auf,die sich Monat für Monat in vielen Gebieten der ehemaligen Sowjetunion zuträgt.Hier findet schon seit fast 15 Jahren ein entsetzlicher Jagdtourismus statt.
Es fliegen sog. "Jäger" ein,die sich die Bären (zT sogar Jungbären) zuführen lassen,um sie dann in aller "Gemütlichkeit" abknallen zu lassen.Kaum einmal berichtet die
Presse darüber und stellt dies an den Pranger,an den diese
abscheulichen Taten -die nun wirklich ohne Not !!! stattfinden-gehören.

Es mag sein, dass mein Blickwinkel nicht alle Aspekte kennt, die wichtig wären, um das Thema abschließend zu beurteilen. Aber wieso schafft man es, einen Bären zu erschießen, jedoch nicht zu betäuben?
Ich finde traurig, wie hier mit einem Leben umgegangen wird. Meines Erachtens muss sich dieses Bewusstsein dringend verändern. Andere Länder leben auch mit Bären. Und was besonders seltsam anmutet: Wir geben Unsummen aus, um in Afrika etc die heimische Tierwelt zu erhalten, aber vor der eigenen Haustür ist dies nicht möglich.
Ich bin sauer ob dieses Handelns. Der Mensch sollte sich seiner Verantwortung gegenüber anderer Lebewesen endlich bewusst werden.

Waidmannsheil der Inkompetenz.

Die menschliche Dummheit ist wohl ebenso unausrottbar wie die niederen Instinkte, das Schema zur Rechtfertigung von Schandtaten ebenfalls: der Feind wird verteufelt, dämonisiert, ihm wird das Existenzrecht aberkannt. Was tut es da noch zur Sache, wenn sich dahinter die Angst vor der Unkontrollierbarkeit und Wildheit der Natur verbergen sollte. Mit dem Tod eines Bären aber haben die bayerischen Helden bewiesen, wer der Herr über die Natur, über Leben und Tod ist. Nun ist die Welt in Bayern wieder in Ordnung - bis zur nächsten, von Menschen verursachte Naturkatastrophe. Angst und bange kann einem werden vor soviel Primitivität.

Ich kann nicht verstehen wie man einen Bären zwar erschiessen kann, ihn aber nicht im selben Moment betäuben könnte. Schuß ist doch Schuß, ob ein bisschen langsamer weil Betäubungspfeil, das kanns ja nicht ausmachen, oder?

Ihre Meldung vom 26. Juni "Braunbär "Bruno" von Jägern erschossen" stimmt ein wenig traurig - "Braunbär"Bruno" betäubt und gefangen" hätte mir besser gefallen - aber sie ist allemal besser als "Braunbär "Bruno" hat einen Menschen getötet".

nun kann man sich wieder der typisch bayrischen gemütlichkeit widmen. was kommt nach dem bären?