Hurrikan

„Wilma“ hinterläßt Zerstörung - Tote in Florida

Von Katja Gelinsky, Washington

25. Oktober 2005 Der Wirbelsturm „Wilma“ hat in Florida mindestens sieben Todesopfer gefordert, Millionen von Amerikanern von der Stormversorgung abgeschnitten und Schäden in Milliardenhöhe angerichtet.

In rund 3,2 Millionen Haushalten fiel der Strom aus, als der Hurrikan mit einer Geschwindigkeit von 160 Kilometern in der Stunde von Naples im Südwesten des Bundesstaates Richtung Atlantikküste zog. Nach ersten Schätzungen verursachte der Sturm Versicherungsschäden in Höhe von sechs Milliarden bis zu zehn Milliarden Dollar, und zwar vor allem in den dicht besiedelten Regionen von West Palm Beach bis Miami an der Atlantikküste.

Drittteuerster Hurrikan

Damit könnte „Wilma“ der drittteuerste Hurrikan in der Geschichte der Vereinigten Staaten werden, nach „Katrina“, der Ende August Versicherungsschäden von mehr als 60 Milliarden Dollar verursachte und nach Hurrikan „Andrew“, der die Versicherungen 1992 fast 21 Milliarden Dollar kostete. In den Gebieten Floridas, die von „Wilma“ getroffen wurden, leben rund 10,2 Millionen Menschen; das sind rund 60 Prozent der Bevölkerung des Bundesstaates.

David Paulison, der amtierende Direktor der nationalen Behörde für Katastrophenschutz, sprach von „ziemlich erheblichen Schäden von der Westküste bis zur Ostküste“. Besonders arg habe es die Bewohner von Wohncontainern getroffen. Von ihren Unterkünften habe „Wilma“ „praktisch nichts übrig gelassen“. Gleichwohl hätte es nach Angaben von Meteorologen noch schlimmer kommen können.

Florida: Acht Hurrikane in 15 Monaten

Glück im Unglück habe Florida, das den achten Hurrikan in nur 15 Monaten erlebte, im Gegensatz zu der mexikanischen Halbinsel Yucatan, gehabt, da „Wilma“ zügig über den amerikanischen Bundesstaat hinweggezogen sei. Rund sieben Stunden, nachdem der Sturm auf die Golfküste getroffen war, erreichte er gegen Mittag die Atlantikküste. Präsident Bush, der eine Notstandserklärung für die Unwetterregion unterzeichnet hat, versprach den Sturmopfern schnelle Hilfe. Rettungsmannschaften seien unterwegs, um Menschen zu bergen und Lebensmittel, Wasser und Medikamente zu verteilen.

Der Bürgermeister von Miami-Dade, Carlos Alvarez, gab jedoch zu bedenken, daß es „Tage oder Wochen“ dauern könne, bis wieder der „Normalzustand“ erreicht sei. Vertreter von Stromgesellschaften teilten mit, es könne Monate dauern, bis die Stromversorgung gänzlich wiederhergestellt sei. Vor Heimwerkermärkten hatten sich am Montag abend lange Schlangen von Menschen gebildet, die Generatoren und weitere Notausrüstung kaufen wollten.

Unterdessen forderte der Tropensturm „Alpha“ auf Haiti mindestens acht Todesopfer. Rund zwei Dutzend Menschen wurden noch vermißt. Aus der Dominikanischen Republik, wo „Alpha“ ebenfalls zu schweren Überschwemmungen und Erdrutschen führte, wurden mindestens drei Vermißte gemeldet.

Der Reiseveranstalter TUI hat für betroffene Urlauber und deren Angehörige eine Hotline eingerichtet. Die Nummer lautet: 0511/567-8000



Text: FAZ.NET mit Material von dpa, AFP, AP, Reuters
Bildmaterial: AP, AP , dpa/dpaweb, F.A.Z., REUTERS

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