Mit modernsten Möglichkeiten hat Stian Hole sein Buch über die Mulmigkeit gestaltet, und Monika Osberghaus erzählt in frischem Ton aus dem Paradies: Die Kinder- und Jugendbücher der F.A.Z.-Literaturbeilage im Überblick - mit Links zu den Rezensionen.
Garmans Sommer ist ein trauriges wunderschönes Buch. Aber die Tatsache, dass wir all die Schönheit, die uns Stian Hole zeigt und erzählt, als traurig empfinden können, beweist nur unsere Liebe zum Leben. Von Andreas Platthaus
Asche aus dem Bioladen: In Jenny Valentines Jugendroman Wer ist Violet Park? stößt der Junge Lucas auf eine Urne und jagt dem Schatten seines Vaters hinterher. Ein einfallsreiches Debüt mit reduziertem, authentischem Ton. Von Christina Hoffmann
Beim nächtlichen Äpfelklauen wird der liebe Junge Ulf von einem bösen alten Mann, der früher Zahnartist war und vielleicht jetzt Werwolf ist, gebissen. Jetzt steckt in ihm ein schlimmes Monster. Ob er wirklich ein Werwolf ist, weiß nur Gunnel Linde. Von Eva-Maria Magel
Eine seltene Mischung von Genauigkeit, Eigenwilligkeit, Einfühlungsvermögen und Respekt vor dem Seelenleben Fünfzehnjähriger: In Charlottes Traum von Gabi Kreslehner müssen Kinder schnell erwachsen werden - weil auf ihre Eltern kein Verlass ist. Von Fridtjof Küchemann
Schmieriger Schöngeist: In Rotkäppchen muss weinen schickt Beate Teresa Hanika ihre Heldin in die Hölle des Missbrauchs. Und zeigt ihr den Weg zurück. In seiner schnörkellosen Grausamkeit hat das Buch tatsächlich viel von einem Märchen. Von Heidi Strobel
Eine Großfamilie sucht eine Traumwohnung, die sie sich eigentlich nicht leisten kann - welcher Gernhardt-Text wäre aktueller als dieser? Für die jetzt veröffentlichte Neuausgabe hat sich Illustratorin Alexandra Junge viel vorgenommen. Von Silja von Rauchhaupt
Vier fesselnde Romane lang hat Lian Hearn ihre Saga um den japanischen Clan der Otori gesponnen. Nun liefert ihr neuestes Buch die Vorgeschichte. Vieles, das in den späteren Bänden kaum angedeutet wird, entfaltet plötzlich Tiefe. Von Sabine Wienand
Eine unübersehbare Flut an Kinderbibeln überschwemmt den Markt. Warum nun dieses Buch? Weil Monika Osberghaus in Paradies und Löwengrube die stärksten Geschichten auswählt. Und weil sie sehr lebendig und kindgerecht erzählt. Von Cordula Gerndt
Als die Klassenkameradin auf dem Weg ins Krankenhaus stirbt, sind Ziggy, Judith, Philipp und Anouk längst geflüchtet: Durch die gemeinsame Schuld werden die Vier eng zusammengeschweißt. Marlene Röder zeigt in Zebraland, dass das nicht gutgehen kann. Von Elena Geus
Emma muss für zwei Wochen zu ihren Verwandten an der Küste wohnen und begegnet einem sanften Onkel und einer irritierend bösartigen Tante. Ein Dorf am Meer von Paula Fox ist ein Buch über den Abgrund, der mitunter zwischen der Welt der Kinder und der der Erwachsenen liegt. Von Maria Frisé
Schnee, Schnee und nochmals Schnee: Das Zeichentalent von Nadia Budde ist hier im ureigenen Element und macht Linard Bardills Geschichten zu Abenteuern, die man nicht vergisst. Von Julia Voss
Töten oder Getötetwerden: Morton Rhues neuer Jugendroman Ghetto Kidz ist ein ungemütliches Buch, nicht nur des splattermovietauglichen Inhalts wegen, sondern weil der Autor es wie einen Weckruf inszeniert. Von Shirin Sojitrawalla
Isabel Pin hat ein Bilderbuch mit einem Loch angefertigt. Wir können also in dieses Buch anders hineinschauen als sonst üblich. Wohin aber führt es uns? Von Andreas Platthaus
In Never alone hat Ute Wegmann die alters- und geschlechtsspezifischen Konfliktoptionen Fünfzehnjähriger auf ein Heldenquartett verteilt: im Hier und Jetzt, in unserer Lebenswelt, nebenan. Das reicht für einen starken Jugendroman. Von Fridtjof Küchemann