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Melanie Seeger

"Ich müsste um mein Leben fürchten"

Geherin Melanie Seeger befürchtet massive Repressalien für jene Sportler, die bei den Olympischen Spielen in China öffentlich gegen die Tibet-Politik Chinas protestieren. "Viele haben Angst. Aber es werden nicht alle ruhig bleiben", sagte die Olympia-Fünfte in einem Interview mit "Sportbild". "Ich bin in der DDR und mit der Stasi groß geworden. Die sind brutal. Und in China ist es eher noch schlimmer. Da komme ich mit einem "Free-Tibet-Shirt" keine drei Häuser-Ecken weit. Ich müsste um mein Leben fürchten." Seeger kritisierte auch das Internationale Olympische Komitee und deren olympische Charta, wonach den Sportlern politische Proteste während der Spiele untersagt sind. "Ich finde es auf jeden Fall nicht in Ordnung, wenn mir die Leute vom IOC vorschreiben, dass ich mich überhaupt nicht äußern darf. Das ging vielleicht 1936, aber nicht 2008", meinte sie in Anspielung an die Nazi-Spiele in Berlin. "Wir Athleten werden klein gehalten. Wir sind Marionetten, die ihre Wettkämpfe bestreiten sollen, nur damit sich andere bereichern."