Biathlon

Martina Glagow übernimmt die Weltcup-Führung

Ohne Fehler: Martina Glagow

Ohne Fehler: Martina Glagow

20. Dezember 2003 

Dank eines dritten Platzes im Rennen von Orsblie über 7,5 Kilometer ist Titelverteidigerin Martina Glagow in das Gelbe Trikot der Führenden im Biathlon-Weltcup gesprintet. Zwei Tage nach ihrem Sieg über die 15-Kilometer-Distanz mußte sich die zierliche Mittenwalderin nur Frankreichs Weltmeisterin Sandrine Bailly sowie ihrer deutschen Teamgefährtin Katja Beer geschlagen geben.

„Es war extrem schwer“

„Ich bin einfach nur kaputt. Es war extrem schwer“, kommentierte Glagow den 16. Podestplatz ihrer Karriere und den dritten nacheinander. „Aber nach neun Rennen in drei Wochen geht das wohl allen so. Da fällt es nicht so auf, daß ich auch kaputt bin.“ Im Gesamtweltcup liegt Martina Glagow nun mit 217 Punkten vor der bisherigen Spitzenreiterin Liv Grete Poiree (205), die durch vier Strafrunden nach Schießfehlern diesmal nur Rang 23 belegte.

Mit insgesamt 30.500 Euro Preisgeld in den letzten drei Rennen kann sich Martina Glagow ein oppulentes Last-Minute-Shopping vor dem Weihnachtsfest leisten, muß aber vor dem von allen Läuferinnen ersehnten Weihnachtsurlaub noch am Sonntag zum Jagdrennen über zehn Kiolmeter antreten. „Ich möchte endlich nach Hause und in Weihnachtsstimmung kommen“, sagte sie. „Wir zünden seit Wochen in unseren Quartieren Kerzen an und essen viel Plätzchen, aber richtig Stimmung kann da nicht aufkommen.“

„Hochzufriedener“ Bundestrainer

Freudestrahlend präsentierte sich am Ende des Rennens im slowakischen WM-Ort von 1997 auch Katja Beer auf dem Siegerpodest, dessen zweithöchste Stufe sie zum ersten Mal in ihrer Karriere besteigen durfte. „Im letzten Winter bin ich mit einem Sieg gleich in das Gelbe Trikot gelaufen, konnte dann aber mein Niveau nicht halten. Diesmal wollte ich die Saison ruhiger angehen und mehr Konstanz aufbauen“, sagte die Altenbergerin.

Bundestrainer Uwe Müssiggang war nicht nur ob der beiden Spitzenplätze „hochzufrieden.“ Schließlich erkämpften sich auch Uschi Disl (Moosham) auf Platz fünf sowie das auf den Rängen 14, 15 und 16 ins Ziel gelaufene Thüringer Trio mit Andrea Henkel (Oberhof), Kati Wilhelm (Zella-Mehlis) und Katrin Apel (Frankenhain) eine erstklassige Ausgangsposition für das folgende Jagdrennen. „Die Form bröckelt zwar überall, wo man hinschaut. Aber da gehen wir noch einmal voll ran“, versprach Disl.

Text: sid
Bildmaterial: AP

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