Sportvermarktung

Netzer-Gruppe mit neuem Namen und Blatters Gnaden

Bei “Infront“ in wichtiger Position: Günter Netzer

Bei "Infront" in wichtiger Position: Günter Netzer

21. November 2002 Günter Netzer und die Manager der bisherigen KirchSport AG streben unter einem neuen Namen neue Aktivitäten auf dem Sportrechtemarkt an. Das Konsortium, das die Sportrechte der insolventen KirchMedia gekauft hat und unter anderem die Fußball-WM 2006 und die Bundesliga-Rechte besitzt, nennt sich im neuen Jahr Infront Sports & Media AG mit Sitz in Zug in der Schweiz.

„Wir sind auch an der Fußball-WM 2010 interessiert“, sagte Robert Louis-Dreyfus, Geldgeber und einer der vier Mehrheitsaktionäre zu den nächsten Zielen des weltweiten Sportrechte-Vermarkters. Der frühere Adidas-Chef Louis-Dreyfus, die KJ Jacobs AG, die Overlook Management BV von Scheich Saleh Kamel und Martin Steinmeyer halten 90 Prozent des Aktienkapitals der Infront Holding. Die restlichen 10 Prozent besitzen die Manager mit Ex-Nationalspieler Netzer, der bei der Präsentation am Donnerstag im Haus des Fußball-Weltverbandes (FIFA) in Zürich im Hintergrund blieb.

„Verwertung der Bundesliga-Rechte kein Problem“

Netzer übernimmt neben Oscar Frei als Exekutiv-Direktor einen wichtigen Posten in der neuen Firma, die das Vertrauen der FIFA genießt. „Ich könnte mir in diesen turbulenten Zeiten keine bessere Lösung vorstellen“, sagte FIFA-Präsident Joseph S. Blatter.

Für ihre Aktivitäten auf dem Fußball-Markt hat die Infront AG mehrere Tochterunternehmen gegründet. So hält die Infront Buli Marketing GmbH die Rechte an der Fußball-Bundesliga. Der Vertrag mit der Deutschen Fußball-Liga (DFL) sieht die Zahlung von 580 Millionen Euro über zwei Jahre an die 36 deutschen Proficlubs vor.

WM-Rechte zu 70 Prozent refinanziert

„Ich sehe in der Verwertung der Bundesliga-Rechte kein Problem. In Frankreich brachte der neue Fernsehvertrag mehr als 200 Millionen Schweizer Franken mehr ein als der bisherige“, meinte Dreyfus.

Die WM-Rechte 2006 liegen für Europa bei der Infront WM AG, die Infront WM GmbH hält die außereuropäischen Rechte. Nach Angaben des früheren Adidas-Chefs sind von den 1,5 Milliarden Schweizer Franken, die die FIFA von der Infront AG erhält, bereits 70 Prozent finanziert. Neben dem Fußball besitzt das Schweizer Unternehmen auch die Marketing-Rechte für die Eishockey-WM und die Handball-EM.

Text: dpa
Bildmaterial: AP

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