Tennis

Kohlschreiber im Viertelfinale von Auckland

Deutscher Einzelkämpfer: Philipp Kohlschreiber

Deutscher Einzelkämpfer: Philipp Kohlschreiber

14. Januar 2004 Qualifikant Philipp Kohlschreiber hat der Niederlagen-Serie der deutschen Tennis-Asse vor den am Montag beginnenden Australien Open getrotzt und ist beim Vorbereitungsturnier in Auckland als „Einzelkämpfer“ ins Viertelfinale eingezogen. Der im Junior-Team von Boris Becker großgewordene 20jährige setzte sich am Mittwoch mit 7:6 (7:3), 6:1 gegen den an Nummer sechs gesetzten Argentinier Gaston Gaudio durch und trifft in der Runde der letzten Acht nun auf den Slowaken Dominik Hrbaty. Anca Barna und Marlene Weingärtner sind dagegen bei ihren Vorbereitungsturnieren ausgeschieden.

Die Nürnbergerin Barna, die beim 110.000-Dollar-Turnier in Hobart an Nummer sieben gesetzt war, mußte sich im Viertelfinale der Argentinierin Maria Emilia Salerni mit 6:7 (4:7), 3:6 geschlagen geben. Erst gar nicht auf den Platz gehen konnte Marlene Weingärtner. Eine Bauchmuskelzerrung legte die in Canberra gleichfalls an Position sieben geführte Heidelbergerin lahm und brachte Arantxa Parra aus Spanien im Achtelfinale einen Sieg ohne jeden Ballwechsel.

Roger Federer siegt mit Mühe

Mit einem mühevollen 6:4, 6:7 (2:7), 6:3 gegen den Schweden Thomas Johansson startete Weltmeister Roger Federer ins neue Tennis-Jahr. Beim Einladungsturnier in Kooyong bereitet sich der Schweizer auf die Australian Open vor, die vom 19. Januar bis 1. Februar im wenige Kilometer entfernten Melbourne Park stattfinden werden. Mit von der Partie sind in dem altehrwürdigen Club auch die Amerikaner Andre Agassi und Andy Roddick, der seinem Landsmann Robby Ginepri beim 6:1, 6:3 keine Chance ließ.

Australian-Open-Sieger Agassi bezwang den Franzosen Sebastien Grosjean mit 6:3, 6:3 und meinte nach seinem Auftaktmatch: „Ich bin bereit für eine weitere große Saison.“ Von einem bevorstehenden Ende seiner Karriere wollte der 33jährige nichts wissen. Die finale WM-Niederlage in Houston gegen Federer habe er verdaut, die Vorbereitung auf die neue Saison sei besser gelaufen als je zuvor. „Ich mache das jetzt seit 18 Jahren und habe eine Menge über mich gelernt.“ Begleitet wird der achtmalige Grand-Slam-Sieger auf seiner Australien-Reise von Eehfrau Steffi Graf und den beiden Kindern Jaden Gil und Jaz.

„Unser Sport ist sauber“

„Das war nicht großartig“, sagte Federer nach seinem 111 Minuten dauernden Match gegen den Australian-Open-Sieger von 2002. Johansson hatte in der vorigen Saison wegen Knie- und Schulterproblemen kein Match bestreiten können. Trotz nachgewiesenen Dopingmißbrauchs durfte der Brite Greg Rusedski, der am 9. Februar angehört wird, auch in Sydney antreten. Im Achtelfinale schied er gegen den an Nummer vier gesetzten Australier Mark Philippoussis mit 3:6, 6:1, 4:6 aus.

Die Doping-Schlagzeilen, die der „Fall Rusedski“ ausgelöst hat, halten die Spitzenkräfte des weißen Sports für unangemessen. „Unser Sport ist sauber“, betonten in Sydney nicht nur Federer und Agassi, sondern auch der in Runde eins ausgeschiedene Rainer Schüttler. „Tennis ist kein Doping-Sport, das muß unbedingt bewiesen werden“, forderte der Korbacher. Sein Trainer Dirk Hordorff sagte: „Es gibt kaum einen Sport, in dem so viel kontrolliert wird.“ Schüttler sei 2003 gut 15 Mal überprüft worden. „Sie kamen zu ihm nach Hause, haben ihn bei den Grand Slams getestet, teilweise kamen sie zweimal in einer Woche, da die Verbände nicht wußten, wer wann testet“, sagte Hordorff.

Text: dpa
Bildmaterial: AP

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