12. Januar 2004 Die besten deutschen Tennis-Herren müssen weiter auf den ersten Matchgewinn im neuen Jahr warten. Nicolas Kiefer und Rainer Schüttler verpatzten am Montag mit abermaligen Erstrundenniederlagen in Auckland und Sydney ihre Generalprobe für die Australian Open (19. Januar bis 1. Februar) in Melbourne.
Kiefer verlor in Auckland gegen den top-gesetzten Argentinier Guillermo Coria mit 6:7 (4:7), 3:6. Damit wartet der Holzmindener, der bereits in der vergangenen Woche in Doha in der Auftaktrunde gescheitert war, weiterhin auf seinen ersten Sieg in diesem Jahr. Dennoch ist er zuversichtlich. Das war eine deutliche Steigerung zum ersten Turnier in Doha. Ich habe aggressiv gespielt, nicht abwartend. Auf der anderen Seite stand ja schließlich die Nummer 5 der Welt, sagte Kiefer.
Schüttler als Trainingsweltmeister
Auch Schüttler ist vor dem ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres noch auf Formsuche. Der Korbacher, in Sydney immerhin an Nummer 2 gesetzt, unterlag dem schwedischen Qualifikanten Joachim Johansson mit 4:6, 4:6. Der 27jährige war im Vorjahr bis ins Finale der Australian Open gestürmt und hatte zuvor in Sydney das Halbfinale erreicht.
Das ist nicht gerade die ideale Vorbereitung. Ich hätte noch ein paar Matches mehr gebraucht, sagte Schüttler. Im Training habe ich in diesem Jahr kaum einen Satz verloren. Aber wenn ich ein paar Spiele gewinnen kann, kommt auch mein Selbstvertrauen zurück. Für den 1,98 Meter langen Johansson, der mit der Schwester des Australiers Lleyton Hewitt befreundet ist, war es der bisher größte Erfolg seiner Laufbahn. Qualifikant Johansson hatte zuletzt auch zwei Wochen lang mit Hewitt trainiert.
Rusedski unbeeindruckt
Dagegen zeigte sich Greg Rusedski von den jüngsten Doping- Anschuldigungen unbeeindruckt. Der Brite, der ungeachtet eines Nandrolon-Befundes zunächst weiterspielen darf, gewann beim Turnier in Sydney sein Auftaktmatch gegen den Argentinier Juan Ignacio Chzela mit 7:6 (7:1), 7:6 (7:5). Ich weiß, daß ich unschuldig bin, und ich werde mich nicht verstecken, beteuerte der in Montréal geborene Brite. Ich mache meine Job, und ich liebe ihn.
Anca Barna kommt, anders als die deutschen Tennis-Herren, immer besser in Schwung. Die Nürnbergerin gewann am Montag im australischen Hobart in der ersten Runde mit 6:1, 7:6 (8:6) die Revanche gegen Ashley Harkleroad. Vor vier Tagen hatte die Amerikanerin im Viertelfinale von Auckland gegen Barna noch gewonnen und war dann ins Finale eingezogen. In Canberra schaffte Marlene Weingärtner (Nummer 7) den Sprung in die zweite Runde. Die Heidelbergerin besiegte Tzipora Obziler aus Israel mit 6:4, 7:5.
Text: dpa
Bildmaterial: dpa/dpaweb