Leichtathletik-WM

Amerikanische Sprinterinnen holen Staffeltitel

Strahlefrau: Lauryn Williams

Strahlefrau: Lauryn Williams

13. August 2005 100-Meter-Weltmeisterin Lauryn Williams hat die Sprintstaffel der Vereinigten Staaten bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Helsinki zum Titel geführt. Die Amerikanerinnen, die vor einem Jahr bei Olympia wegen eines mißglückten Wechsels ausgeschieden waren, siegten in der Jahres-Weltbestzeit von 41,78 Sekunden. Silber holten sich die Olympiasiegerinnen aus Jamaika (41,99), Bronze ging an die Weißrussinnen (42,56), bei denen 100-Meter-Olympiasiegerin Julia Nesterenko als Startläuferin unterwegs war. Titelverteidiger Frankreich kam in 42,85 Sekunden auf Platz vier.

Die deutsche 4x100-Meter-Staffel der Männer sprintete derweil auf Rang sieben. Beim Sieg der Franzosen in der Jahres-Weltbestzeit von 38,08 Sekunden benötigte das deutsche Quartett mit Alexander Kosenkow, Marc Blume (beide Wattenscheid), Tobias Unger (Kornwestheim) und Marius Broening (Tübingen) 38,48 Sekunden. Die Silbermedaille ging an Trinidad und Tobago (38,19) vor Großbritannien (38,27).

Nadine Kleinert ohne Fortune

Marathon-Weltmeister: der Marokkaner Gharib

Marathon-Weltmeister: der Marokkaner Gharib

Die Kugel von Nadine Kleinert war diesmal nicht aus Edelmetall. Ein Jahr nach dem Gewinn von Olympia-Silber in Athen kam die 29jährige vom SC Magdeburg im WM-Finale von Helsinki nicht über den fünften Platz hinaus. Mit 19,07 Meter war am Samstag nichts zu gewinnen - die deutsche Meisterin hat in dieser Saison schon 99 Zentimeter weiter gestoßen.

„Davon geht die Welt nicht unter“, sagte Nadine Kleinert, „ich bin auch kein Roboter, der immer eine Medaille holen kann.“ Die zehn Jahre jüngere Christina Schwanitz (Neckarsulm) zog sich bei ihrer WM-Premiere ordentlich aus der Affäre und landete auf Platz neun (18,02). Ihren ersten Weltmeistertitel gewann die Weißrussin Nadeschda Ostaptschuk mit 20,51 Metern. Silber erkämpfte die Russin Olga Rjabinkina (19,64) vor der Überraschungs-Dritten Valerie Vili aus Neuseeland (19,62). Als der letzte Versuch von Nadine Kleinert ungültig war, hatte der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) am vorletzten Wettkampftag keine Medaillenchance mehr.

Hoffen auf Steffi Nerius

Fast zeitgleich verpaßte die DLV-Männerstaffel über 4 x 400 Meter das Finale. Bisher gab es für die Deutschen bei den 10. Leichtathletik- Weltmeisterschaften ein Mal Gold und zwei Mal Bronze. Am abschließenden Sonntag soll der Speer von Steffi Nerius aber noch einmal auf einen Medaillenrang fliegen.

Nach dem goldenen Marathon von Helsinki fehlt dem früheren Fußballer Jaouad Gharib nun noch ein WM-Titel zum Hattrick. Der 33 Jahre alte Marokkaner gewann die klassischen 42,195 Kilometer in 2:10:10 Stunden und wiederholte damit seinen Sieg von 2003 in Paris. Gharib ist erst der zweite erfolgreiche Titelverteidiger der WM- Geschichte in der längsten Laufdisziplin: Der Spanier Abel Anton siegte 1997 in Athen und holte auch 1999 in Sevilla Gold. „Ich möchte den finnischen Zuschauern an der Strecke für ihre Unterstützung danken“, sagte der glückliche Sieger. Silber erkämpfte Christopher Isegwe aus Tansania (2:10:21), Bronze ging an den Japaner Tsuyoshi Ogata (2:11:16). Von 96 Läufern erreichten 61 das Ziel im Olympiastadion von 1952.

Negative Doping-Tests

Weltrekordlerin Julia Petschonkina gewann Gold über 400 Meter Hürden. Die Russin siegte am Samstag in der Jahresweltbestzeit von 52,90 Sekunden vor den Amerikanerinnen Lashinda Demus (53,27) und Sandra Glover (53,32).

Zum Haareraufen: Nadine Kleinert wurde Fünfte

Zum Haareraufen: Nadine Kleinert wurde Fünfte

Die Doping-Tests der tschechischen Zehnkämpfer Roman Sebrle und Tomás Dvorak sind negativ gewesen. Dies teilte der Weltverband IAAF am Samstag mit. Beide Athleten waren am vergangenen Mittwoch unmittelbar nach dem abschließenden 1500-Meter-Lauf kontrolliert worden. Sebrle, der WM-Zweiter wurde, und Dvorak hatten vor dem Rennen Glucose-Infusionen erhalten und damit Spekulationen über einen möglichen Regelverstoß ausgelöst. „Es gibt keinen Hinweis auf eine Manipulation der Kontrollen“, hieß es in der IAAF-Mitteilung. Auch ein Bluttest, der zusätzlich bei Olympiasieger Sebrle vorgenommen wurde, habe keine auffälligen Ergebnisse gezeigt.

Historisches Double

Mit Gold über 5.000 Meter hat Tirunesh Dibaba das historische Double bei einer Leichtathletik-Weltmeisterschaft perfekt gemacht. Die 19 Jahre alte Äthiopierin gewann am Samstag in Helsinki nach den 10.000 Metern ihren zweiten Titel. Über 400 Meter Hürden setzte sich Weltrekordlerin Julia Petschonkina aus Russland in der Weltjahresbestzeit von 52,90 Sekunden durch.

Siegerin über 400 Meter Hürden: Julia Petschonkina

Siegerin über 400 Meter Hürden: Julia Petschonkina

Der Weitspringer Dwight Phillips gewann die 100. Goldmedaille für die USA bei Leichtathletik-Weltmeisterschaften. Der Titelverteidiger kam in Helsinki auf 8,60 Meter und verwies Ignisious Gaisah (Ghana/8, 34) auf den Silberrang. Zu Bronze sprang im fünften Versuch mit 8, 25 Meter Tommi Evilä aus Finnland und holte die heiß ersehnte erste Medaille für die WM-Gastgeber.

Für den Leverkusener Nils Winter war das erste Finale seiner Karriere bei einer internationalen Großveranstaltung auf Weltebene bereits nach drei Versuchen beendet. Der deutsche Meister fabrizierte zunächst zwei ungültige Sprünge und kam dann trotz starkem Rückenwind von 3,2 Metern pro Sekunde nur auf 7,72 Meter. Damit belegte der 28jährige nur den 12. und letzten Platz. Der viermalige Weltmeister Ivan Pedroso (Kuba) war schon zum zweiten Mal in Folge bei einer WM mit drei ungültigen Versuchen in der Qualifikation gescheitert.

Text: FAZ.NET mit Material von sid
Bildmaterial: AP, dpa/dpaweb, picture-alliance/ dpa/dpaweb

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