Entschärfung der eigenen Kritik: Elke Heidenreich

Heidenreich und das ZDF

Beim Wort genommen

Das ZDF hat angesichts der Kritik Elke Heidenreichs anlässlich der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises seine Position verändert und die Fortführung ihrer Büchersendung in Frage gestellt. Wenn Heidenreich sich schäme, für das ZDF zu arbeiten, werde man sie nicht dazu zwingen. Von Michael Hanfeld

Lesermeinungen zum Beitrag

25. Oktober 2008 11:54

@Herr Bihn, ich zitiere Sie:

Annegret Mueller (AnnegretMueller)

"Von dem her ist der Rausschmiss von Frau Heidenreich kein großer Verlust, es sei denn man mag spätnächtliches aggressives Anpreisen von Büchern." Wer hat es als aggresive Anpreisung empfunden? Wenn ich Freitags erst ab ca. 18 Uhr zu Hause war, Augen dank PC gerötet, irgendetw. gekauft, abens habe ich Nachrichten gesehen und gerade noch so die heidenreichsche Sendung gesehen. Eigentlich fand ich die Vorschläge toll, mache selber Hörbücher und würde (da ich selber eine gute Sprecherin und Sängerin bin) auch gerne als Stimme fungieren. Es war spannend, dass mal ein berühmter Sprecher mal bei Frau Heidenreich am Tisch sitzt. Mir war alles angenehmer, als das Literarische Quartett. Die Kleinkriege von RR zu Frau Löffler (und ihr ständig ins Wort hineinfallen) waren für mich sehr schlimm. Ein Quartett, Terzett würde mir auch heute gut gefallen. Wie Frau Heidenreich ihre Sendung gestaltete gefiel mir auch gut. RR und Frau Heidenreich verraten nie, wie jemand mit geröteten Augen und hundemüde diese Bücher lesen soll. Hörbücher sind oft teurer und es gibt sie kaum antiquarisch. Dabei döst man sogar leider eher ein.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
18. Oktober 2008 14:40

mainstream

Hermann Horst (carpediem2007)

Schade, daß diese von MRR ausgelöste Debatte nun zu einer öffentlich ausgetragenen Schlammschlacht um die Verlängerung eines Fernsehvertrages wird. Dabei ist die von MRR geäußerte Kritik gut und anregend. Schon lange stößt es auf, daß ein Thema, einmal aufgebracht, gleichlautend aus allen Kanälen kommt. Irgendwelche Tonangeber sagen uns da immer, was wir zu denken haben. Auf den verschiedensten Sendeplätzen. Und in allen Medien. Kritik muß besonders der öffentlich-rechtliche Rundfunk aushalten können, auch ARTE und auch der Deutschlandfunk, bei denen immer wieder Tendenzen zum mainstream zu erkennen sind.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
18. Oktober 2008 13:06

Das Brüllen der Lämmer

Amittai Arjeh (MonteLeone)

Je mehr Elke Heidenreich 'Courage', 'Würde', 'Rückgrat' brüllt, desto mehr wird deutlich, wie wenig sie von alledem selbst hat. Es hilft auch nicht, sich all dies von M.R.R. auszuleihen. Ihren ständig vorgeführten 'Kulturanspruch' sollte sie nur ein einziges Mal mit eigener Substanz auffüllen, damit wir uns nicht ständig aufgefordert fühlen, ein Spendenkonto für ihre 'Weiter?' - Bildung einzurichten. MonteLeone

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
18. Oktober 2008 00:01

was erwartet man von einem Sender der 3. Zähne schon anders

Guenter Bihn (ffmnordend)

Mir war das von vornherein klar, dass Heidenreich gekündigt wird bzw. ihr Vertrag möglicherweise nicht verlängert wird. Kritische Stimmen gibt es ja im ZDF und bei den anderen Sendern nur noch in Form von Kabarettsendungen wie "Neues aus der Anstalt". Kulturelle Höhepunkte wie "Lesen" oder "Aspekte" werden in den späten Abend geschoben, weil sie als Quotenkiller empfunden werden. Von dem her ist der Rausschmiss von Frau Heidenreich kein großer Verlust, es sei denn man mag spätnächtliches aggressives Anpreisen von Büchern. Wer statt fernsieht, Radio hört bei den nichtkommerziellen Sendern wie Deutschlandradio Kultur und Deutschlandfunk, kann schnell feststellen, wie recht die beiden Kritiker haben und wieviel mehr man von Hörkultur in doppelter Form hat statt niveauloses und teilweise menschenverachtendes Krawallfernsehen noch durch das Anschalten zu unterstützen.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
17. Oktober 2008 23:47

M. Reich-Ranicki und E. Heidenreich beweisen Würde, Courage und Rückgrat

Mike O´Rowhood (votum_separatum)

Ich danke Herrn Reich-Ranicki und Frau Heidenreich sehr und spreche beiden hiermit meine grössten Respekt aus. Beide haben Mut bewiesen. Mut, all die in der Tat erbärmlichen und traurigen Zustände konkret zu nennen und gleichzeitig ihren Unmut darüber zu äussern. Frau Heidenreich ist zudem bestimmt keine Arbeitnehmerin des ZDF sondern eher eine Vertrags- und Geschäftspartnerin, die natürlicherweise ein Interesse daran hat, dass der ihrige Vertragsbestandteil (nämlich ihre Sendung) in einem ansprechenden anspruchsvollen Rahmen präsentiert wird. Warum soll die Frau tatenlos mit ansehen, wie sich das ZDF immer mehr in Richtung niveauloser Privatsender entwickelt? Leider wird das aber wohl die verantwortliche Intendanz wenig beeindrucken. Ein willkommener "Anlaß" Frau Heidenreich abzuservieren. Und die Sendung? Egal - macht man stattdessen halt irgend ein leicht verdauliches Kernerzeugs - kommt beim Pöbel eh besser an.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
17. Oktober 2008 22:37

Retourkutsche

Eduard Sternowsky (hopedi)

Ich habe mir gleich gedacht, dass man Frau Heidenreich aus ihrem FAZ-Kommentar einen Strick drehen wird. So sind sie halt, die Kleingeister in den Intendaturen. Das Argument, dass Frau Heidenreich als Angestellte (oder freie Mitarbeiterin) durch Kritik an ihrem Arbeitgeber einen Kündigungsgrund geschaffen hat, zählt für mich nicht. Letztendlich sind wir als Zwangsbezahler der öffentlich-rechtlichen Sender der Arbeitgeber. Ich ärgere mich jeden Samstag Abend zur Primetime schwarz darüber, dass man meine Zwangsgebühren dazu benutzt um fragwürdige, mittelmäßige und unsägliche Boxveranstaltungen zu finanzieren.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
17. Oktober 2008 22:34

Es ist erstaunlich, ...

Stephan Zitzmann (hotzen)

dass sich das ZDF diese Blöße gibt. Das ZDF hätte doch folgenden Weg gehen können. Dass Kulturarbeiter und Künstler zu einer gewissen Hybris neigen, ist doch nichts Neues und eine Art unvermeidlicher Kollateralschaden der Kulturförderung. Man muss Nachsicht mit solchen Menschen haben und man würde deswegen auf Konsequenzen verzichten. Das wäre für Frau Heidenreich demütigend, und sie würde nicht die momentane Aufwertung erfahren. Und Das ZDF stände ziemlich gut da.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
17. Oktober 2008 22:21

ZDF und Herr Schächter

Klaus Hill (morchel)

Das ZDF hat genau den Intendanten, den es verdient.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
17. Oktober 2008 20:21

Bissig und wahrhaftig

Helmut Grosse (ebcwirtschaft)

Armes Deutschland. Keine Kritik an Gottschalk erlaubt. Dummes Geschwatze geht natürlich vor tiefgehender Unterhaltung. Frau Heidenreich hat die Verleihung so kommentiert, wie man es von ihr erwartet hat. Bissig und wahhaftig! Einen Gottschalk wird man bestimmt vergessen, Elke Heidenreich mit Sicherheit nicht. Solche Menschen braucht das Land und nicht die, die Kritik nicht vertragen können. Das öffentlich-rechtliche aus Mainz steht hinter Gottschalk, wahrscheinlich haben schon die Narren den Sender übernommen!

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
17. Oktober 2008 20:13

@ der franco

Heinz Mayer (Bundespraesident)

Nur eine kurze Frage: Handelt es sich beim ZDF um einen "normalen" Arbeitgeber oder ist vielleicht doch die Sorte Zwangsgebührenprofitierer, trotzt kläglicher Leistungen, überheblich frech?

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
17. Oktober 2008 19:57

Zwei Seiten der Medaille

Franco Bonistalli (DerFranco)

EH hat sicher recht. Aber wenn ich mich in dieser Art und Weise gegenüber meinem Arbeitgeber äußere, kann ich nicht erwarten, dass er mit mir weiter zusammenarbeiten wird. Wenn sie sich so schämt, dann ist sie beim ZDF fehl am Platze und sollte zu ARTE wechseln.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
17. Oktober 2008 19:50

Bedauernswerte Reaktion des ZDF-Intendanten

Werner Grunewald (perplexo)

Herr Schächter hat genauso wie Frau Heidenreich und jeder andere das Recht, seine Meinung zu äußern. Seine Reaktion erscheint mir jedoch eher mimosenhaft. (Übrigens ebenso wie die in anderen Fällen moralinsauren und teilweise irrwitzig überzogenen Reaktionen anderer Fernsehschaffender in letzter Zeit.) Statt eines "Sie können gehen, wenn es Ihnen nicht paßt, was wir machen. Ich halte Sie nicht!" hätte man sich mit der von Frau Heidenreich zwar sehr scharfzüngig formulierten, aber im Kern berechtigten Kritik sachlich und vor allem intensiv auseinandersetzen und das als Chance begreifen können. Aber ihre Kritik wurde ja nicht im Fernsehen gezeigt, sondern stand "nur" in der FAZ. Also hat Frau Heidenreich nun einen "blauen" Brief bekommen und Herr Reich-Ranicki 30 Minuten Plauschzeit mit dem professionellen Gummibärenschatztaucher. Wie wirkt das nun auf Außenstehende? Daß Frau Heidenreichs Kultursendung anscheinend doch nicht wichtiger ist, als mit dem ZDF und "den Mitarbeitern" konform zu gehen. Daß man die Reich-Ranicki-Sendung beim ZDF nur notgedrungen gemacht hat und man in Wirklichkeit gar nichts am Programm ändern will. L'État c'est moi! Ist doch so, Herr Schächter, oder?

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
17. Oktober 2008 18:48

Angepasst?

Carolin Faulstich (ohneWorte)

Ganz egal wie man zum Inhalt der geäußerten Kritik stehen mag - der Ton macht bekanntlich die Musik. Solch eine dermaßen aggressive und ausfallende beleidigende Sprache lässt den Inhalt in den Hintergrund treten. Weshalb hält sich jemand, der bei durchaus angebrachter Diskussion in solch eine Sprache verfällt (ausgerechnet jemand, der seinen Lebensunterhalt seit Ewigkeiten mit der Kritik (???) an Literatur etc. verdient und doch soviel wert auf gute Sprache usw legt) für so überlegen, dass sie sich ob niedrigen Niveaus schämen muss? Was will man denn für einen Inhalt erwarten, wenn selbst die, die sich für überlegen halten schon so verbal entgleisen? Danke, lieber ÖRF als Oliver Geissen und DSDS!

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
17. Oktober 2008 18:44

deutsches fernsehen wie deutsche politik

Andreas Kramer (Marks3)

aus 0€ werden innerhalb von wenigen Tagen 500.000.000.000€ Bürgschaften das ganze wird mit Stolz durch das Parlament gebracht von einer fernsehpreistragenden politischen Journalistin im ZDF wird in Bezug auf Wirtschaft doch allen ernstes "zuerst kommt das Fressen" von Brecht zitiert, wo es um Unternehmertum geht, die letzten Helden dieser Gesellschaft die tagtäglich ihre Preise dem Markt anpassen müssen und alles einsetzen Existenzen zu sichern. Jetzt kommt ein Herr Gottschalk und sagt allen ernstes nachdem er Herrn Ranicki von der Bühne begleitet hat " jetzt sind wir wieder unter uns" und an anderer Stelle sieht er immerhin den Tot des Kapitalismus kommen mit welchem Recht? Wenn eine angesehene Literatin was Frau Heidenreich nun mal ist so einfach gehen gelassen wird weil ihre Kritik als in der "Art" unangebracht empfunden wird, so wie man dazu übergeht alles nur noch zu fühlen anstatt in der Sache zu argumentieren und auch den deutschen Beitrag an der Finanzkrise mit faulen Krediten aus den Immobiliengeschäften im wiedervereinigten Deutschland in den Medien so gut wie nicht vorkommt denke ich an die DDR oder anders so stelle ich mir die DDR in ihrer Arbeiter und Bauernmentalität vor, die einen Biermann ausgebürgert hat

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
17. Oktober 2008 18:37

Und auch das bekommen Sie für Ihre Gebühren!

Rolf Huchthausen (huchthausen)

Kunst und Kultur haben etwas mit Können zu tun, in Deutschland will man Kunst. Konsequenterweise müßte man hier Kunst Wulst nennen. Es ist widerlich mitanzusehen, wie dämlich Schächter, Bresser u.a. mit berechtigter Kritik an ihren GEZ-gepäppelten Sender der untersten Mittelmäßigkeit umgehen. Typisch Beamter. Und so wulsten Pannemänner wie Gottschalk fröhlich weiter. Ekelhaft. Allein wegen Kerner, Knop, Gottschalk und der Absetzung von "Blond am Freitag" schaue ich kein ZDF mehr und freue mich über ein von Frau Heidenreich empfohlenes Buch. Dieser widerliche Beamtensender kann gut eingespart werden.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
17. Oktober 2008 17:57

Artikel Heidenreich

Neven Lang (nevlan)

Der Kommentar Frau Heidenreichs in der FAZ ist unglaublich und gleichzeitig beschämend. Es wundert mich, daß die FAZ dies gedruckt hat, denn das Niveau von Fr. H. läßt doch zu wünschen übrig. Wie kann man sich so despektierlich über das ZDF äußern, wenn Fr. H. von dieser Quelle sicherlich ordentliche Geldbeträge bezieht? "Arbeitgeber" können sich von solchen Personen doch nur schnellstens distanzieren, oder?

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
17. Oktober 2008 16:19

Diese Trittbrettfahrerin

Anton Meier (meieranton)

"Als Gast der Sendung im Dezember war Thomas Gottschalk eingeladen, am vergangenen Sonntag – nach dem Eklat beim Fernsehpreis – sagte er ab und gab dafür Termingründe an" Es ist anzunehmen, daß Frau Heidenreich ein gewisses Mitspracherecht bei der Wahl ihrer Gäste hat. Wenn sie, wie in ihrem Trittbrettfahrerartikel deutlich zu lesen ist, Herrn Gottschalk für intellektuell minderwertig erachtet und ihm jeglichen Witz und Verstand abspricht, warum sollte er dann Gast in ihrer Sendung sein? Erbärmliches Verhalten von Frau Heidenreich, ihre ungemeine Arroganz und Aggressivität mit der sie sich zu einer Intellektuellen stilisieren möchte, wirkt damit nur noch lächerlicher. Nehme mir fest vor, in Zukunft keine Artikel mehr über Frau Heidenreich zu lesen; ist einfach verschwendete Zeit.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
17. Oktober 2008 16:10

Nicht anders zu erwarten

Hans Glück (hansglueck)

Es war nicht anders zu erwarten. Menschen, die sich für solche Programme verantwortlich zeichnen und den Zuschauer nur als verblödeten Quotenlieferanten betrachten, werden wohl kaum die Größe haben, ihre Fehler einzugestehen und werden das Aufbäumen einer Elke Heidenreich sicherlich nicht als positives Zeichen werten, dass sich hier noch jemand Gedanken um den Anspruch des Sendeumfelds im ZDF macht. Diejenigen, die den Mund gehalten haben und keine Kritik geäußert haben, dürfen bleiben (auch wenn sie sich selbst zynisch gestehen, wie recht MRR doch hat), wer aufmuckt, der kann gehen. Danke, ZDF, Du Hort der Kleinbürgerlichkeit! Wie die Macher, so das Programm - und umgekehrt.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
17. Oktober 2008 16:04

ZDF muss man ja auch nicht unbedingt sehen - bezahlen aber schon

arthur hund (arturhund)

Da können die ZDF Bonzen ganz locker auf Kritik reagieren. Die TV Steuer bekommen sie ja auf jeden Fall, egal was man von ihren Produkten hält.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
1 - 15 von 19 Lesermeinungen
1 | 2 VorZum Ende blättern
Suche in Beitrag Lesername oder Login
Datum bis
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche