Spielerische Evolution: Spore

Computerspiel „Spore“

Spiel mir das Lied von der Evolution

Kannst du mein Monster halten? Mit der technisch überwältigenden, nahezu perfekt gestalteten Kollektivsimulation „Spore“, die von diesem Donnerstag an in Deutschland erhältlich ist, beginnt eine neue Ära der Computerspiele. Von Oliver Jungen

Lesermeinungen zum Beitrag

06. September 2008 09:21

Biolgielehrer: Nutzt das kulturelle EVOLUTION fördernde Spore-PC-Spiel!

Werner Hahn (wernerhahn)

Das Spore-PC-Spiel ermöglicht - nach einem Meteoriten-Einschlag – die „EVOLUTION“ einer Spezies vom 2D-Glubschaugen-Einzeller zum 3D-Kreaturenmodus und bis zu Raumfahrern. In virtueller Realität lässt sich spielerisch erleben, wie sich die „EVOLUTION“ neuer Körperteile zum Festland-Gang durch Fressen und gefressen werden („DNS-Punkte“-Sammeln) ereignet. Dort bevölkern bereits „Exoformen“ den „Spore-Planeten“ mit evolutionären Gefühlen („Liebe“) zum Nachwuchs-Zeugen. Ein neues Wesen evolviert, indem über den „Kreatureditor“ vorgefertigte (!) bewegungsfähige Augen, Flossen, Hände, Schnäbel, Krallen oder Tentakel implantiert werden. In der „Zivilisations“-Phase kann später inmitten vorgegebener Völker mit eigener Kultur technologischer Fortschritt entworfen werden. Interstellare Eroberung ermöglicht jetzt ein Raumschiff („Weltall“-Phase mit „Rassen“). Ideengeber Will Wright wollte „Frankensteins Monster aus dem Labor entlassen“. Der Spore-Entwickler wolle „leichteres Lernen“, „Nachdenken“ und „Kreativität“ fördern, sagte er (Welt Online). Das ist ihm gelungen. Hervorragend für kulturelle EVOLUTION (Memetik-Beweis)! Biologielehrer: Mit Schülern kritisch Vergleiche zur realen EVOLUTION anstellen! EVOLUTION-Unterricht mit Spaß!

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05. September 2008 12:38

Begriffsverwirrung

Günter J. Matthia (gjmberlin)

Was mir auffällt: Der Begriff »Evolution« scheint doch, soweit das Spiel beschrieben wird, fehl am Platze zu sein. Es geht um »Schöpfung«, da der Spieler die Entscheidungen zu treffen hat und nicht der Zufall. Also wäre doch »Spiel mir das Lied von der Kreation« angebrachter gewesen?

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05. September 2008 10:41

Ein paar Antworten

Thomas Berger (tberger)

Herr Häßner: Man ist in der Tat auf drei Installationen beschränkt, und das Spiel muß via Internet aktiviert werden. Ich finde das auch sehr ärgerlich, allerdings nicht so ärgerlich, daß ich auf das Vergnügen verzichten wollte. Übrigens: Für die EUR 50, die ein Computerspiel kostet, kann man bei Amazon oder eBay auch ein Dutzend Bücher kaufen, einschließlich Versand. Damit hat man meist noch länger Spaß als mit Spielen oder Fernsehen... Herr Wilde: Spore hat keine laufenden Kosten. Es wird zwar laufend Zusatzinhalt zur Verfügung gestellt, der aber kostenlos ist. Grund ist wohl auch, daß die notwendigen Datenmengen sehr klein sind (eine Kreatur, die übertragen werden soll, hat nur ein paar Kilobyte). Bei World of Warcraft (ich denke, daß Sie sich u.a. darauf beziehen), sind die Datenmengen, die übertragen werden müssen, viel größer. Die Bandbreite muß vom Anbieter auch bezahlt werden. Sie haben aber völlig recht, daß man kostenpflichtige Abonnementspiele kritisch betrachten und Kindern nur nach entsprechender Kostenerziehung bereitstellen sollte. @Herr Hahn: Spore ist doch ein Spiel, keine ernstgemeinte Simulation...

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05. September 2008 09:39

Das SPORE-PHANTASTIK-Spiel kann nicht (!) alles erschaffen!

Werner Hahn (wernerhahn)

Unter „Was ist Spore?“ kann man im www Videos mit „Zellphase“ („Amöbe“ mit „Schwanz“, 3-teiligem „Fühler“ und 2 dicken kugelförmigen zu großen „Menschen“-Glubschaugen), „Kreaturenphase“ und „Stammesphase“ kostenlos herunterladen (www.spore.de). Man wirbt mit Texten wie: (…) Dank der integrierten, leicht zu bedienenden Schöpfungswerkzeuge kannst du alles erschaffen, was du dir vorstellen kannst. (…) Es ist ein bisschen wie das Geschenk, das ein Gott zu seinem ersten Geburtstag bekommen könnte: ein hübsch verpacktes Mini-Schöpfungsuniversum. (…) Du kannst Leben erschaffen (…) Schwingt sich deine Kreatur zum Herrscher des Universums auf oder wird dein geliebter Planet von einer überlegenen außerirdischen Rasse in tausend Stücke geschossen? (…). Unter „Besondere Kreaturen“ sind unter „Gary“ 15 sehr terrestrisch wirkende, skurril-bizarre Mischwesen-Gestalten sehen, die spielzeugartig aussehen. Von „Wissenschaftlicher Phantastik“ kann in den Zukunfts-Animationen nicht gesprochen werden. Als „Fantasy“ á la Harry Potter erweist sich der SPORE-„Zauberstab“; evolutionäre digitale „Phantastik“ gemischt mit unrealistischen, parodistischen und Horror-Elementen. EVOLUTION wird „seriös“ gesehen in „EXTRATERRESTRIAL – Auf der Spur der Aliens“.

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05. September 2008 00:25

@ Dirk Häßner

Franz-Josef Wilde (drfjwilde)

Sehr geehrter Herr Häßner, glauben Sie mir, ich bin dort, wo Sie mich nicht wähnen. Es hört sich prima an, was Sie sagen, nur die Realität ist in vielen Familien eine andere. Wenn Sie mit diesen Problemen vorbildlich umgehen können ist das doch ok, ich darf Ihnen sagen, dass der Druck, den solche Spiele erzeugen können (Funktionalitäten, Freundeskreis etc) ein großes pädagogisches Geschick notwendig macht und meine Kids mich damit an die Grenzen dessen bringen, was ich leisten kann: Begrenzung der Spielzeiten, Auseinadersetzungen, wenn es auf Lan-Parties geht etc. etc. Sie machen es sich wirklich einfach! Ich kenne Spiele, die den Nutzern regelmäßig die Knete aus der Taschen ziehen, damit man weiter spielen kann. Da kommen Sie mit 50 oder 100 Euro nicht aus. Wenn also Informationen über einen zentralen Server gesteuert werden, dann riecht das nach so einem Konstrukt. Und diese Information fehlt mir einfach bei dem Bericht nicht mehr, nicht weniger. Der pauschalen Verunglimpfung des Fernsehens kann ich ebensowenig folgen. Es gibt herausragende Fernsehproduktionen, die ich nicht missen möchte. Und mit dem TV ist es ähnlich wie mit den PC-games: Auch da muss man selektieren und abschalten können!

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04. September 2008 20:42

Digitale EVOLUTIONsprünge fern der „wahren“ EVOLUTIONsbiologie?

Werner Hahn (wernerhahn)

Digitale extrasolare Planeten – „universale“ Ursuppe – DNA-Einzeller – Mehrzeller (?) gehen an Land etc., der abgesteckte EVOLUTIONsparcour darf sich spielerisch entfalten. Das aufwendige, komplexe Computerspiel erfreut Vertreter der EVOLUTIONstheorie(n); Kreationisten und Intelligent-Design-Anhänger ärgern sich. Ein guter Beitrag zum Darwinjahr 2009? Evolutionäre Kreativität darwinistisch als „Schaukämpfe“-Spiel mit „teleologischer Dramaturgie“ zu erfinden, kann das gut gehen? Mit Weltherrschafts-Gedanken, möglichen Rassen-Ideologien? Schön, wenn der „Spieler in jeder Phase seine Kreatur selbst weiterentwickelt“. Verträgt sich die neue „Digitalbiologie“ in 3-D-Optik mit den „Liedern“ der Evolutionsbiologie, mit „echtem Leben“? Sind die im Computerspiel „Spore“ mutierenden Kreaturen-, Stammes-, Zivilisations- und Weltraumphasen mit („wahrer“) terrestrischer EVOLUTIONs-Realität parallelisierbar? Gut sind an „Spore“ die „freie Mutation“, die „prozedurale Animation“ und neuartige Metaprogramme mit vielen Kombinationsmöglichkeiten. Den digitalen „Sexualtrieb“ und potentielle „Penis-Monster“ gibt es. Simulation von intelligentem Leben mit inter-agierenden Digitalorganismen als Spielspaß mit „polyperspektivischer Stammvatergeschichte“?

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04. September 2008 18:03

@herrn wilde

Dirk Häßner (Cobalt60)

Werter Herr Wilde, bitte kommen Sie doch endlich im 21. Jahrhundert an. Computerspiele sind schlicht und einfach DAS Unterhaltungsmedium des neuen Jahrtausends (nicht zuletzt, weil das Fernsehprogramm mittlerweile unerträglich ist), sie sind mittlerweile gar Alltagskultur geworden. Das einzige Problem besteht doch darin, daß Erziehungsberechtigte häufig wenig bis keine Medienkompetenz besitzen und ihren Zöglingen damit keine Hilfe beim Umgang mit dem Medium Computer sind. Einige eher schwach erzogene Jugendliche gleiten daher in eine Abhängigkeit. Der weitaus größere Teil versteht es wesentlich besser als seine Elterngeneration, Computer und Internet nutzenstiftend und in vernünftigem Umfang zu gebrauchen. Von Abzocke kann nebenbei bemerkt überhaupt keine Rede sein. 50 Euro für ein Spiel, welches mir 1000 Stunden Spielspaß bietet, sind mit sicher besser angelegt, als monatliche knapp 20 Euro GEZ für hirnzersetzendes TV. Was mir im Artikel fehlt ist eine Aussage zu der Aktivierungsbeschränkung - gibts die nun, oder nicht?

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04. September 2008 10:36

Zwischenbericht: schön und anfängertauglich

Thomas Berger (tberger)

Die ersten beiden Phasen machen viel Freude, und sind auch für Gelegenheitsspieler tauglich, da beim Ableben des Avatars das Spiel nicht zu Ende ist, sondern mit einer identischen Kreatur weitergeht (um in der Diktion der letzten beiden Absätze des Beitrags zu bleiben: Du bist nichts, Dein Volk ist alles... :-) ). Die erste Phase ist allerdings wirklich nur eine Einführungsphase; die "neue Ära der Computerspiele" fängt frühestens in der zweiten Phase an. Zur Technik: Faszinierend finde ich dort, daß trotz der großen Auswahl an Gestaltungselementen für die eigene Kreatur - Beine an unterschiedlichsten Stellen, Hörner, Flügel, Rückenstacheln, unterschiedlichst geformte Körper) die Animationen flüssig und schlüssig sind, d.h. daß das Viech alle Körperteile, die man ihm verpasst, auch sinnvoll nutzt. Chapeau. Das Spielprinzip selbst ist in der zweiten Phase simpel und auch für Anfänger gut nachvollziehbar, gleiches gilt für die Bedienung. Allerdings scheinen mir die Anforderungen nach einiger Zeit doch abzuflachen, da nicht sonderlich viele Handlungsmöglichkeiten bestehen. Fazit: Spaß macht's, einfach ist's. Hoffentlich werden die nächsten Spielabschnitte etwas komplexer, dann ist's ein wirklich gutes Spiel. Weiter geht's :-)

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04. September 2008 08:32

Wo bleibt die Knete?

Franz-Josef Wilde (drfjwilde)

Sie schreiben, wie das Spiel in etwa funktioniert. Wie werden unsere Kids abgezockt und wie abhängig gemacht?

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