Raumfahrt

Milliarden für die Raumfahrt

Grund zur Freude? Esa-Generaldirektor Dordain

Grund zur Freude? Esa-Generaldirektor Dordain

05. Dezember 2005 Die Europäische Weltraumorganisation (Esa) will die Trägerrakete Ariane 5 weiterentwicklen und ihre Forschungsprogramme langfristig absichern. Wie ein Esa-Sprecher am Montag in Berlin mitteilte, rechnet die Organisation mit einem Etat von 8,8 Milliarden Euro für die kommenden drei Jahre, was in etwa dem langjährigen Durchschnitt entspreche.

Für die Esa ist das Ariane-Programm entscheidend, um auf Gebieten wie der Erdbeobachtung, der Meteorologie, der Telekommunikation oder der Navigation weiter einen unabhängigen Zugang zum All zu haben. Das Programm ist allerdings nach wie vor auf Subventionen angewiesen. Mit 40 Verträgen für kommerzielle Satellitenstarts ist das Auftragsbuch der Betreiberfirma Arianespace nach Angaben des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) zwar prallgefüllt. Allerdings sind wegen des harten Konkurrenzkampfes vor allem mit Rußland die Weltmarktpreise für Satellitenstarts gefallen.

Union: Bedeutung der Raumfahrt unterschätzt

Deutschland ist am Ariane-Programm mit 22 Prozent beteiligt und damit zweitstärkster Partner nach Frankreich. Das Raumfahrtprogramm sichert in Deutschland rund 1000 Arbeitsplätze in etwa 170 Unternehmen.

Nach Einschätzung von Co-Chef des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS, Noël Forgeard, ist Deutschland in der Luft- und Raumfahrt auf dem richtigen Weg. „Die Signale des Koalitionsvertrags empfinde ich als ausgesprochen positiv“, sagte Forgeard der Zeitung „Die Welt“ (Montag). Es gebe deshalb keinen Grund, an der politischen Unterstützung der Branche in Deutschland zu zweifeln. Der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) hatte in den vergangenen Wochen von der Bundesregierung deutlich mehr Unterstützung als bisher verlangt.

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Katherina Reiche, und die forschungspolitischen Sprecherin, Ilse Aigner, vertraten am Montag die Ansicht, die Raumfahrt habe eine strategische Schlüsselbedeutung für Deutschland und Europa. „In Deutschland wird die Bedeutung der Raumfahrt weitgehend unterschätzt. Dabei ist sie aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken“, sagten die beiden Abgeordneten. Auf der Esa-Ministerratskonferenz müsse deshalb ein schlüssiges Programm festgelegt werden. Die bildungs- und forschungspolitische Sprecherin der Grünen, Priska Hinz, forderte dagegen einen Verzicht auf bemannte Raumfahrt. Die Weltraumforschung solle nur zudem dort eingesetzt werden, wo sie kostengünstiger sei als andere Forschungsansätze.

Text: FAZ.NET mit Material von dpa, Reuters
Bildmaterial: Esa/S.Corvaja

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