
Wenn ein Artikel schon im Vorfeld seines Erscheinens im Internet zur Diskussion steht, fangen Sie sicherlich ein Stimmungsbild ein und können darauf reagieren. Diskussionen und Rückmeldungen, die sich an einem Artikel entzünden, werden somit vorweggenommen.
Interessant scheint mir besonders die Möglichkeit zu sein einen Artikel zu kommentieren und im Leserforum zu diskutieren oder Rückfragen zu stellen. Eine redaktionelle Pflege kann an dieser Stelle angebracht sein.
Es würde mich als Leser eines Artikels im Überigen auch interessieren, wie viele Leser mein Interesse an einem bestimmten Artikel teilen und diesen gelesen haben.

Wer vertritt die FAZ gegenüber Mitteilungen von Lesern?
Ähnliche Erfahrungen wie Leser Heiligmann („Wenn man an dieser Stelle übrigens Fehler in Artikeln korrigiert, dann wird der Kommentar nicht veröffentlicht, aber eine Korrektur vorgenommen.“) habe auch ich gemacht.
Es müßte möglich sein, kritische Beiträge zu bestimmten Modalitäten in Ihren einzelnen Ressorts zu einzubringen, selbst wenn das bestimmten Seilschaften nicht gefällt. Dies wäre aus meiner Sicht als über fünfzigjähriger Abonnent ein Novum.
So lange lese ich auch bereits die Leserbriefe in Ihrem Blatt, denen ich bedeutende Informationen und Sichtweisen zu verdanken habe.
Aus solchen Anfängen könnte eine fruchtbare Diskussion zwischen Fachleuten und Zeitzeugen entstehen, was der Leserbrief-Teil nicht leisten kann. Es könnte auch der Zeitschrift nützlich sein, ein Forum dieser Art zu bieten - sofern das Vorhaben nicht von zu vielen unqualifizierten Beiträgen zum Erliegen gebracht wird.
Das alles möchte ich einmal ganz unsystematisch ins Unreine schreiben, mehr lohnte sich vielleicht, wenn auf seiten der FAZ sich die Überlegungen konkretisierten.

Ein volles Fahrwasser dafuer wird sich erst oeffenen
wenn " Jung UND Alt " fluessig das Compt. Keybord
beherrschen.
Meiner Beobachtung nach sind wir noch mindestens
10 - 20 Jahre davon entfernt!
Viele Experten in ihren jeweiligen Wissen und Erfahr-
ungen haben den Anschluss verloren.-Sie haben den
Sprung zum Comp.Keybord nicht mehr geschafft.
Deswegen haben wir evt.nicht genuegend balancierende
Tiefe in unseren niedergelegten schriftlichen Produkten.

O je. Erstmal käme es darauf an, was der Leser 'darf': nur Korrektur lesen? Allein das Beisteuern, ja sogar schon das Richtigstellen von Fakten kann die Tendenz eines Artikels beeinflussen...

Ich denke immer gerne an Wittgenstein, wenn ich durch die Mitteilungswüsten einer dauererregten Authistengemeinde (Generation Golf) schlendere: Wo man nicht schweigen kann, macht Reden keinen Sinn. Na, dann diskutiert 'mal schön! D. St.

Als Beispiel sollte hier wohl Telepolis dienen. Man verzeihe mir: dieses Forum stellt für mich gerade den Alptraum für eine mögliche Zukunft des Netzes dar. Schlechte Artikel mit kühnen Behauptungen, werden durch allerlei Verschwörungstheorien von Seiten der Leser angereichert. Man erhält zwar ein schönes Stimmungsbild und vieles daran ist erschreckend, aber weder bessere noch fundiertere Information. Der normale Leser kann nur Meinungen von sich geben, keine neuen Informationen hinzufügen. Das ist es, was an dieser Form von Berichterstattung nicht stimmt. Wenn der endültige Artikel in Druckform die Fragen der Leser schon mit einbauen kann und beantwortet ist es ein Gewinn. Dies setzt einen sehr guten Journalisten voraus. Wenn er jedoch seinen Artikel ergebnisoffen ins Netz stellt, jeder Möchtegern seinen Sermon daruntersetzt und man es dabei belässt, dann ist dies ein Verlust.

Die Rohfassung eines Artikels vorab diskutieren zu können finde ich gut.
Daß die angesprochenen Wissenschaftssparten zu Wort kommen ist selbstverständlich.
Deren Meinung muß sich aber nicht immer mit dem einfachen Menschenverstand decken; vor allem dann wenn die Sprache für den Laien zu unverständlich ist.
Ich denke, daß Hinweise aus der großen Zahl der Interessenten sehr hilfreich sein und das Verständnis fördern können.
Hans Netsch

indem Sie kostenlos Inhalte beitragen, setzt stillschweigend voraus, dass die (meisten) Beiträge einer gewissen Qualität entsprechen werden. In vielen (bekannten) Fällen entpuppte sich aber die Idee vom User Generated Content als Unsere Grosse Chimäre weil es an Qualität mangelte, an Quantität der Teilnehmer aber nicht fehlte.
Ich wage die kühne Behauptung, entgegen aller Trendexperten, dass Redaktion gerade im Internet an Bedeutung gewinnen wird. In diesem Zusammenhang sei auf die Problematik des Kollaborierens bei Wikipedia hingewiesen - Nicht umsonst wird dort z.Zt. eine sehr berechtigte Diskussion über Qualitätssicherung geführt.
Im Weiteren mich den Vorrednern und Ihren Hinweisen auf. z.B. Heise (und seine Trolle) nur anschließen. Wenn ich micht recht erinnere, hatte doch auch die FAZ bis vor einiger Zeit Kommentar (-foren), die man nun aus guten Gründen nicht mehr findet - oder!?

Amazon.com war schon in der Urzeit des Internets Erfinder des interaktiven Journalismus. Ihr Bewertungssystem für dort abgegebene Rezensionen spielte eine Schlüsselrole bei ihrem Erfolg. Es hilft dem Leser, das Wichtige zu finden, und es hilft dem Verfasser der Rezension, der sich dann eher bemuht ist, einen durchdachten Aufsatz vorzubereiten.
Leserbeteiligung ist aber ein Fach für sich. Bewertungen bei faz sind allemal gefragt, z.B. mit der Frage 'War dieser Kommentar Ihnen hilfreich?'. Neben 'Aktuelle Lesermeinungen' könnten Sie dann 'Die zehn hilfreichsten Lesermeinungen des Tages' anbieten. Ebenso könnte die Redaktion ihre eigene Artikel bewerten lassen.
Letzendlich erfüllen Leserbriefe vielerlei Funktion: Korrektur, Hinweis, Lob, Kritik, Meinungen Pro und Kontra. Interessant wäre es, diese Vielfalt aufzuschlüsseln.
Die Erarbeitung einer aufschlussreichen Leserbeteiligung ist aber kaum durch einen kurzen Beitrag sinnvoll. Eine Projektverhältnis wäre eher angesagt. Bei Interesse bitte melden.
Der Leser kann aber den Redakteur beim Feinschliff nicht ersetzen. Ausserdem kennen Sie schon den hilfreichsten Leser von ihren Kommentaren. Um ihrer Hilfe mit der Rohfassung könnten Sie gezielt im voraus appellieren.

Die ganze faz.net Berichterstattung ist zu sehr im unidirektionalen Printmedium verankert, nicht in der Interaktivität.
Bevor sie den vermeintlich neuesten Schrei des online-Journalismus versuchen, wäre es meiner Ansicht nach angemessen, wenn Sie zunächst die völlig anderen und mittlerweile auch etablierten Möglichkeiten des Mediums Internet nutzen würden.
Ihre Kommentarfunktion ist wie ein direkter Leserbrief - eine Interaktion, bidirektionale Kommunikation oder gar Auseinandersetzung mit dem Autor findet nicht statt. Da sind andere weiter. Nehmen wir die Millionen von Blogs, in denen die Kommentatoren nicht nur 1500 Zeichen Text eintippen können, sondern den eigenen Beitrag mit Links und Bildern anreichern können. Nehmen wir das Forum von www.heise.de, in dem es grundsätzlich zu jedem Artikel eine muntere Diskussion unter den Lesern gibt. Ok, die Heise Foren sind untermoderiert und die Foren deshalb vermüllt, Ihre Kommentarfunktion hingegen ist völlig übermoderiert, so daß man eigentlich gar keine Lust hat sich zu beteiligen, weil man erst ein paar Stunden bis zur Veröffentlichung warten muß.
Auch der Datenschutz ist bei Ihnen nicht ok. Man kann höchst einfach alle meine Artikel abrufen - profiling leichtgemacht.

Ein vernünftiges Forum für jeden Artikel würde schon reichen, nur das bekommt kein Haus ausser dem Heise-Verlag hin.
Wenn man an dieser Stelle übrigens Fehler in Artikeln korrigiert, dann wird der Kommentar nicht veröffentlicht, aber eine Korrektur vorgenommen.
Wenn das die Essenz des "Kooperativen Schreibens" ist, dann lieber nicht!