30. Juli 2005 Am äußersten Rand unseres Sonnensystems haben amerikanische Wissenschaftler einen zehnten Planeten entdeckt. Das noch namenlose Objekt sei bis zu eineinhalb Mal so groß wie der bislang am weitesten von der Sonne entfernte Planet Pluto, erklärte Mike Brown vom California Institute of Technology am Freitag (Ortszeit). Die Entdeckung dürfte sicher auch wieder die Debatte unter den Astronomen beleben, was als Planet zu definieren ist und ob Pluto überhaupt einer ist.
Der Planet hat wahrscheinlich einen Durchmesser von etwa 3.000 Kilometern und besteht zu rund 70 Prozent aus Gestein und 30 Prozent gefrorenem Wasser. Die Temperaturen liegen bei etwa 240 Grad minus. Einen Namen hat der Himmelskörper am äußersten Rand des Sonnensystems noch nicht. Vorläufig wurde er als 2003 UB 313 bezeichnet.
Diskussionen um den Planetenstatus von Pluto
Die Entdeckung gelang Brown mit dem Samuel-Oschin-Teleskop des Palomar-Instituts. Er hat auch schon einen Vorschlag für einen Planetennamen bei der Internationalen Astronomischen Union eingereicht, die noch darüber zu entscheiden hat. Brown nannte ihn am Freitag aber nicht. Der Planetenforscher war kurzfristig mit einer Telefonkonferenz an die Öffentlichkeit gegangen, weil er erfahren hatte, daß ein Hacker Zugriff auf die eigentlich sichere Web-Site mit den Daten bekommen und damit gedroht hatte, die Informationen zu verbreiten.
Der neue Planet ist derzeit 14,5 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt. Das sind 97 Astronomische Einheiten (AE) oder 97 mal die Entfernung von der Erde zur Sonne. Der neue Planet gilt als typisches Objekt des so genannten Kuiper-Gürtels. Dabei handelt es sich um eine Zone in einer Entfernung von 50 AE bis 500 AE mit vielen Kometen und kometenähnlichen Gesteins- oder Eisbrocken. Diskussionen um den Planetenstatus von Pluto gibt es auch deshalb, weil im Kuiper-Gürtel auch noch andere Objekte mit einer ähnlichen Größe entdeckt wurden.
Seit Januar unter Beobachtung
Es ist definitiv größer als Pluto, sagte Brown mit Bezug auf seinen Planeten. Die Forscher seien zu 100 Prozent davon überzeugt, daß dies das erste Objekt größer als Pluto ist, das im äußeren Sonnensystem gefunden wurde. Andere Forscher wie Alan Stern vom Southwestern Research Institute zeigten sich nicht überrascht. Was diese Entdeckung hervorhebe, sei die Tatsache, daß das Objekt größer als Pluto sei, sagte Stern.
Brown entdeckte es mit seinen Kollegen Chad Trujillo vom Gemini-Observatorium und David Rabinowitz von der Yale-Universität erstmals bereits am 31. Oktober 2003. Seine Bewegung wurde aber erst bei einer Analyse der Daten im Januar dieses Jahres bestätigt. Die Forscher haben es seitdem beobachtet. Sie wollen ihre Entdeckung in den nächsten sechs Monaten, in denen der Planet von der Erde aus zu sehen ist, noch verifizieren und vor allem seine Größe noch näher bestimmen.
Text: FAZ.NET mit Material von AP, dpa
Bildmaterial: AP
Afghanistan-Reise: Guttenbergs Heimspiel an der ![]()
Schwimm-Weltcup: Zwei Weltrekorde vom Doppel-Weltmeister
Trauerfeier für Robert Enke: Im Sog des Schmerzes
Kommentar zur Trauerfeier für Robert Enke: Ein Stück mehr Gemeinsamkeit
| Tops | in % | |
| FMC | +2,10% | |
| Infineon | +1,35% | |
| ThyssenKrupp | +1,23% |
| Flops | in % | |
| MAN | −0,79% | |
| Volkswagen | −1,85% | |
| Commerzbank | −2,58% |