15. Mai 2007 Für den Chemnitzer Eiskunstlauf-Trainer Ingo Steuer soll es trotz seiner früheren Stasi-Verstrickungen eine berufliche Zukunft bei der Deutschen Eislauf-Union (DEU) geben. Für eine „Tolerierungspolitik“, wie von Joachim Gauck, dem Vorsitzenden der Unabhängigen Beratungskommission des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) in Stasi-Fragen, angeregt, liegt die Zustimmung des für Sport zuständigen Bundesinnenministeriums (BMI) vor. „Prinzipiell schließen wir uns den Empfehlungen von Herrn Gauck an“, sagte ein BMI-Sprecher: „Es muss allerdings sichergestellt sein, dass nicht direkt oder indirekt Fördermittel an Herrn Steuer fließen.“ Eine Ausnahme bilde die Nutzung öffentlich geförderter Eisflächen, die von Steuers Europameisterpaar Aljona Sawtschenko und Robin Szolkowy zu Trainingszwecken genutzt werden. Die Zustimmung gelte allerdings nur für den Fall, dass keine neuen Erkenntnisse über die Stasi-Vergangenheit des früheren Paarlauf-Weltmeisters bekannt würden. Laut BMI liege die „sportfachliche Diskussion“ über die künftige Einbindung des Vierzigjährigen, für den die Tür zu den Olympischen Spielen 2010 in Vancouver jetzt offensteht, nunmehr in den Händen des DOSB und der DEU. „Es geht darum, dass Herr Steuer seinen Beruf ausüben kann, ohne dabei eine herausragende Stellung einzunehmen“, sagte der DOSB-Generaldirektor Michael Vesper.
Text: sid