25. August 2005 Die deutsche Dressur-Equipe hat beim CHIO von Deutschland in Aachen eine historische Niederlage kassiert. Erstmals in der Geschichte des bedeutendsten Reitturniers der Welt belegte die Mannschaft von Bundestrainer Holger Schmezer nicht den ersten Rang und mußte sich den Niederländern geschlagen geben. Die deutsche Equipe brachte es auf 214,624 Prozentpunkte und blieb damit knapp hinter dem Sieger (214,958) zurück.
Das ist bitter und ärgerlich. Natürlich hätte ich es lieber gehabt, wir hätten die tolle Serie fortgesetzt, meinte Schmezer enttäuscht. Schlußreiter Hubertus Schmidt zeigte mit Wansuela Suerte eine solide Vorstellung und setzte sich mit 73,083 Prozentpunkten hinter Olympiasiegerin Anky van Grunsven (Niederlande/74,500) mit Salinero auf den dritten Platz. Doch der Rückstand war für die deutsche Equipe zu groß.
Ungewohnte Schwächen zum Auftakt
Bereits zum Auftakt hatte die deutsche Mannschaft ungewohnte Schwächen gezeigt. Ellen Schulten-Baumer (Rheinberg) blieb mit Lesotho und 69,458 Punkten noch halbwegs im Soll, doch Ann Kathrin Linsenhoff (Kronberg/68,875) konnte mit ihrem jungen Sterntaler die Erwartungen nicht erfüllen. Martin Schaudt (Albstadt) und sein 11 Jahre alter Wallach Weltall (72,083) zeigte als drittes Paar mit Prozentpunkten eine gute Vorstellung.
Bei den Springreitern gewann Routinier Otto Becker auf Cento erstmals den Großen Preis von Nordrhein-Westfalen, doch die deutsche Mannschaft reitet im Nationenpreis am Freitag dennoch ohne ihn. Bundestrainer Kurt Gravemeier nominierte Marcus Ehning (Borken) mit Gitania, Meredith Michaels-Beerbaum (Thedinghausen) mit Checkmate, Marco Kutscher (Hörstel) mit Montender und Ludger Beerbaum mit L'Espoir. Natürlich wäre ich gerne mit der Mannschaft geritten, gab der Sendenhorster unumwunden zu.
Es geht nichts über ein erfahrenes Pferd
Dennoch akzeptierte er die Nicht-Nominierung und freute sich statt dessen über seinen Erfolg im NRW-Preis. Es geht nichts über ein erfahrenes Pferd. Cento ist heute super gegangen und hat die Nerven behalten, sagte Becker über seinen 16 Jahre alten Hengst, der ihn im Stechen zum schnellsten fehlerfreien Ritt (48,49 Sekunden) getrieben hatte. Zweiter wurde Markus Beerbaum (Thedinghausen) auf Le Mans (0 Fehlerpunkte/51,62 Sekunden) vor dem Niederländer Gerco Schröder mit Milano (4/46,94).
Das war ein schwieriges Springen mit hohen technischen Ansprüchen. Mein Pferd war unglaublich gut drauf und von Beginn an angriffslustig, meinte Markus Beerbaum. Nicht so erfolgreich wie erhofft verlief das Springen für seine Ehefrau Meredith Michaels-Beerbaum, die das Stechen wegen eines Fehlers am Wassergraben verpaßte. Ich hätte vor dem Absprung statt der fünf mehr Galoppsprünge absolvieren sollen, dann wäre ich mit Checkmate fehlerfrei geblieben, sagte die gebürtige Amerikanerin.
Text: FAZ.NET mit Material vom sid
Bildmaterial: AP