24. Oktober 2006 Die zahlreichen Dopingskandale im internationalen Radsport haben auch bei den Programmdirektoren der ARD inzwischen zu einem Umdenken geführt. Wie Rolf-Dieter Ganz, Mitarbeiter der Intendanz des Saarländischen Rundfunks sowie Verantwortlicher für Öffentlichkeitsarbeit bei ARD-Radsportübertragungen der F.A.Z. sagte, will die ARD als bisheriger Medienpartner und Mitveranstalter, die Deutschland-Tour im kommenden Jahr nicht mehr übertragen.
"Dies haben die ARD-Fernsehdirektoren vergangene Woche mehrheitlich beschlossen", sagte Ganz. Die endgültige Entscheidung soll auf der Intendantensitzung Ende November in München fallen. Der Saarländische Rundfunk ist in der ARD seit Jahren für die Radsportberichterstattung zuständig.
Negativschlagzeilen
Damit reagieren laut Ganz "die Programmverantwortlichen des Senderverbundes auf die Doping-Negativschlagzeilen, die der Radsport besonders in den vergangenen Monaten hervorrief, sowie auf die anhaltende Kritik verschiedener ARD-Aufsichtsgremien an der mangelnden journalistischen Distanz bei Radsportübertragungen." Zudem seien auch die Sonderverträge der ARD mit Jan Ullrich sowie die Nähe des ARD-Radreporters Hagen Boßdorf zu Ullrich auf öffentliche Kritik gestoßen, dies alles habe zu sinkenden Quoten beigetragen (Siehe auch: Keine Vertragsverlängerung für ARD-Sportkoordinator Boßdorf).
Zur Tour de France hingegen steht die ARD, da man dort kein Mitveranstalter sei. Der Sendevertrag der Europäischen Rundfunkunion EBU, der die ARD angehört, läuft bis 2008, er garantiert Bilder, die das französische Fernsehen für die dem EBU-Verbund angeschlossenen Sender produziert.
Text: @tpu, F.A.Z. vom 25. Oktober 2006
Bildmaterial: picture-alliance / dpa