17. März 2009 Der Deutsche Handball-Bund (DHB) hat die beiden Top-Schiedsrichter Frank Lemme und Bernd Ullrich nach den gegen sie erhobenen Bestechungsvorwürfen vom Spielbetrieb suspendiert. Das teilte der Verband nach einer rund zweistündigen Anhörung der beiden Magdeburger Schiedsrichter in Dortmund am Montagabend mit.
Dabei lastete der DHB Lemme/Ullrich in erster Linie an, dass sie die Geschehnisse rund um das Europacupfinale zwischen Medwedi Moskau und BM Valladolid im April 2006 nicht gemeldet hätten. Russische Zollbeamte hatten am Moskauer Flughafen 50.000 Dollar Bargeld im Gepäck von Ullrich gefunden.
Die Schiedsrichter hatten seinerzeit in der russischen Hauptstadt das Finalrückspiel um den Europapokal der Pokalsieger zwischen Moskau und Valladolid geleitet. Die Spanier gewannen die erste Partie vor eigenem Publikum mit sieben Toren Vorsprung, verloren jedoch in Russland mit acht Toren Differenz. Wir haben kein Spiel verschoben, wir sind reingelegt worden, hatte Ullrich erklärt.
Zudem wird der DHB in nächster Zeit alle Bundesliga-Schiedsrichter zu eventuellen Vorkommnissen befragen sowie Videoanalysen von auffälligen Spielen durchführen lassen. Wir haben die richtigen Schritte eingeleitet. Ich hoffe, das war nicht die Spitze des Eisberges, sondern der Eisberg, sagte Präsidiumsmitglied Reiner Witte.
Bereits am Sonntagabend hatte die Europäische Handball-Federation (EHF) Lemme/Ullrich, die unter anderem das olympische Finale in Peking geleitet hatten, vorerst suspendiert und eine Untersuchung des Vorfalls angekündigt.
Text: FAZ.NET
Bildmaterial: dpa