18. September 2006 Präsident Theo Zwanziger hat im Gerangel um Posten und Zuständigkeiten beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) ein Machtwort gesprochen.
Der DFB-Boss forderte die Verantwortlichen in den Spitzenpositionen unmißverständlich zu einem konstruktiven Miteinander auf und hält am geplanten Engagement von Ex-Hockey-Bundestrainer Bernhard Peters als Berater fest. Im Kompetenzteam besteht eine Pflicht zur Zusammenarbeit, sagte Zwanziger mit Blick auf die Ende des Monats stattfindende erste Sitzung des Gremiums.
Peters würde sich gerne einbringen
Dabei ist es nach Zwanzigers Ansicht vor allem die Aufgabe von Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff, sein Zusammentreffen mit Sportdirektor Matthias Sammer, Bundestrainer Joachim Löw und Peters erfolgreich zu gestalten. Oliver Bierhoff ist für mich verantwortlich, daß dabei etwas rauskommt. Sie sollen ja nicht nur ein paar schöne Tage in irgendeinem Hotel verbringen, gut essen und trinken, und am Schluß ist wieder alles wie vorher. Nein, ich will Ergebnisse sehen. Da bin ich konsequent, erklärte Zwanziger.
Beim Treffen des Kompetenzteams, bei dem in erster Linie ein von Sammer ausgearbeitetes Konzept zur Nachwuchsförderung besprochen wird, sollen Löw sowie Bierhoff und Sammer die Grundlage für die angestrebte Zusammenarbeit mit Peters legen. Da sollen sie sich beschnuppern, meinte Zwanziger, der zu Jahresbeginn trotz der Fürsprache des damaligen Bundestrainers Jürgen Klinsmann nicht Peters, sondern Sammer zum Sportdirektor berufen hatte.
Hockey ist dem Fußball voraus
Peters selbst hatte zuletzt noch einmal seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit erklärt: Es gibt Leute wie Oliver Bierhoff und Joachim Löw, die sich wünschen, daß ich für den DFB tätig würde. Ich würde mich auch gerne einbringen. Er wollte sich aber nach dem Triumph bei der Hockey-WM am Sonntag in Mönchengladbach nicht mehr zum Thema DFB äußern und erst einmal seinen Urlaub genießen.
Ein Grund für seine Zurückhaltung könnten Äußerungen von Sammer gewesen sein. Der Europameister von 1996 hatte die Aussagen des Erfolgstrainers als verfrüht kritisiert und darauf verwiesen, daß er es für unklug halte, über interne Dinge in der Öffentlichkeit zu sprechen. Bundestrainer Löw hat in dieser Beziehung aber offenbar keine Bedenken und steht einer Einbindung von Peters positiv gegenüber. Ich glaube, daß Input durch andere Sportarten wichtig sein kann. Gerade bei der Leistungsdiagnostik ist Hockey dem Fußball voraus. Ein Fachmann kann uns gut tun. Ende September schauen wir im Kompetenzteam, ob das in unser Gesamtkonzept paßt, sagte Löw.
Ab 15. Oktober in der Regionalliga
Während das Berater-Engagement von Peters beim DFB noch nicht in trockenen Tüchern ist, steht sein Amtsantritt als neuer Sport- und Jugenddirektor beim ambitionierten Fußball-Regionalligisten TSG Hoffenheim an der Seite von Trainer Ralf Rangnick außer Frage.
Daran ließen die Hoffenheimer bei ihrer Gratulation zum WM-Triumph keinen Zweifel: Das gesamte Team der TSG gratuliert Bernhard Peters recht herzlich zu diesem grandiosen Erfolg und ist stolz, ihn als Weltmeister-Trainer ab dem 15. Oktober im Kreise der TSG Hoffenheim begrüßen zu dürfen.
Text: FAZ.NET mit Material von dpa, sid
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