Wasserspringen

Zweimal Bronze für deutsche Synchronspringer

Von Gerd Schneider, Melbourne

Spektakulär und ästhetisch: Synchronspringen

Spektakulär und ästhetisch: Synchronspringen

19. März 2007 Kurzschluss, Lichtausfall und ein doppelter Blackout: Diese Kombination gibt es im Wasserspringen nicht alle Tage. Und schon gar nicht bei Weltmeisterschaften. Am Montag aber wurden die Zuschauer im Schwimmzentrum von Melbourne Zeuge einer skurrilen Pannenserie.

Beim Wettbewerb der Männer im Synchronspringen vom Drei-Meter-Brett geschah Folgendes: Erst gab es einen Kurzschluss, dann fielen die hellen Deckenstrahler aus, und der Wettbewerb musste für 25 Minuten unterbrochen werden. Als das Finale fortgesetzt wurde, verpasste der Russe Aleksandr Dobroskow, zu dem Zeitpunkt mit seinem Partner Gleb Galperin in Führung liegend, den Absprung. Er blieb oben starr vor Schreck stehen, während Galperin alleine nach unten rauschte. Als wäre das der Pein noch nicht genug, unterlief ihm beim übernächsten Sprung der gleiche Fauxpas. So sehen Springer-Albträume aus.

„Auch andere machen eben Fehler

Zu denen, die vom Missgeschick der Russen profitierten, gehörten die Deutschen Tobias Schellenberg und Andreas Wels. Die erfahrenen Springer aus Berlin und Halle belegten den dritten Rang und fügten ihrer Erfolgsgeschichte ein weiteres Kapitel hinzu. „Es ist ein komisches Gefühl, wenn dir auf dem Weg nach oben zum Sprung ein Russe entgegenkommt“, sagte Wels hinterher. „Wir haben unsere Leistung hier abgerufen, und auch andere machen eben Fehler.“ Bis auf die Chinesen. Kai Qin und Feng Wang wurden mit imposantem Vorsprung vor den Kanadiern Despatie/Miranda Weltmeister.

Auch beim Synchronspringen der Frauen vom Turm (10 Meter) ging die chinesische Flugshow weiter. Tong Jia und Ruolin Chen sprangen in ihrer eigenen Liga. Die Dresdnerin Annet Gamm und die Berlinerin Nora Subschinski kamen auf den dritten Rang und gewannen ihre erste WM-Medaille. Beide Erfolge sichern den deutschen Springern bei den Olympischen Spielen in Peking die begehrten Quotenplätze in den Synchronwettbewerben.

Weltmeisterschaft in Melbourne
Synchronspringen 3 m, Männer:
1. Qin Kai/Wang Feng (China) 458,76 Pkt.; 2. Alexandre Despatie/Arturo Miranda (Kanada) 418,92; 3. Tobias Schellenberg/Andreas Wels (Berlin/Halle/Saale) 414,54; 4. Troy Dumais/Mitchell Dale Richeson (USA) 414,24; 5. Nicola Marconi/Tommaso Marconi (Italien) 407,04; 6. Jorge Betancourt/Erick Fornaris (Kuba) 400,38; 7. Scott Robertson/Grant Nel (Australien) 389,55; 8. Yeoh Ken Nee/Rossharisham Roslan (Malaysia) 386,37

Synchronspringen 10 m, Frauen:
1. Jia Tong/Chen Ruolin (China) 361,32 Pkt.; 2. Briony Cole/Melissa Wu (Australien) 324,00; 3. Annett Gamm/Nora Subschinski (Dresden/Berlin) 306,63; 4. Meaghan Benfeito/Roseline Filion (Kanada) 303,60; 5. Mary Elizabeth Dunnichay/Haley Dyan Ishimatsu (USA) 298,80; 6. Jana Saizewa/Tatiana Perunina (Russland) 294,36; 7. Paola Espinosa/Jashia Luna (Mexiko) 290,88; 8. Mai Nakagawa/Misako Yamashita (Japan) 287,76

Text: F.A.Z.
Bildmaterial: AFP, AP, dpa, REUTERS

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Die überlegenen Chinesinnen Tong Jia und Ruolin ChenDie Australierinnen Briony Cole and Melissa Wu  gewannen SilberAugen zuWels taucht aufDurchgedrehtAuch unter Wasser synchronSeit Jahren ein sicherer Medaillensammler: Andreas Wels Artistik zehn Meter über der WasseroberflächeChinesische PerfektionAnnett Gamm (l.) und Nora Subschinski AnlaufTobias Schellenberg (l.) und Andreas WelsErfolgsduo: Tobias Schellenberg und Andreas Wels (vorne)