09. Mai 2006 Steffi Grafs stärkste Nachfolgerinnen stehen bei den German Open der Tennis-Damen zumindest in der zweiten Runde: Nach dem Freilos für Anna-Lena Grönefeld kam auch Fedcup-Kollegin Julia Schruff dank guter Leistung in Berlin weiter. Die Augsburgerin gewann am Dienstag 6:1, 6:4 gegen die Finnin Emma Laine. Nächste Gegnerin der letztjährigen Achtelfinalistin ist am Mittwoch die ehemalige Weltranglistenerste Martina Hingis aus der Schweiz oder die Italienerin Flavia Pennetta. Sandra Klösel verpaßte durch das 6:2, 1:6, 1:6 gegen Catalina Castano ein Treffen mit Anna-Lena Grönefeld.
Vor nur einigen hundert Zuschauern im Steffi-Graf-Stadion, das nach der Rekordsiegerin des Turniers benannt ist, gelang Julia Schruff zunächst fast alles. "Ich habe sehr gut angefangen und meiner Gegnerin bis zum 4:0 keine Chance gelassen. Danach bin ich ein bißchen unkonzentriert geworden, und es wurde ein enges Match", sagte Schruff. "Ich mußte aufpassen, daß ich am Ende nicht noch den zweiten Satz verliere, habe aber gut gekämpft." Die Dreiundzwanzigjährige begann aggressiv und sehr variabel von der Grundlinie, ehe Emma Laine, die auf Rang 62 der Weltrangliste nur zwei Plätze hinter Schruff steht, besser ins Spiel fand. Die 20 Jahre alte Linkshänderin aus Helsinki lag im zweiten Durchgang sogar mit einem Break zum 3:2 vorn, leistete sich aber zu viele Fehler gegen die wesentlich konstanter spielende Deutsche. Nach einer guten Stunde stand im zweiten Vergleich Schruffs erster Sieg gegen Laine fest.
Auch Müller überraschend weiter
Als dritte deutsche Spielerin hat Martina Müller die zweite Runde erreicht und dabei für eine Überraschung gesorgt. Die Weltranglisten-93. aus Hannover gewann am Dienstag 1:6, 6:2, 6:2 gegen die 51 Plätze besser eingestufte Jill Craybas, die zuletzt mit dem US-Fedcup-Team 3:2 in Deutschland gewonnen hatte. Nächste Gegnerin ist am Mittwoch die ehemalige US-Open-Siegerin Swetlana Kusnezowa aus Russland.
Auch Sandra Klösel, die dank einer Wildcard ins Hauptfeld gelangt war, erwischte gegen Catalina Castano einen guten Start. Doch die Südamerikanerin steigerte sich erheblich und bewies, warum sie in der Weltrangliste 77 Ränge besser notiert ist. Nach ihrer Niederlage zeigte sich Sandra Klösel frustriert: "Vom Niveau her kann ich vorn mitspielen. Aber ich muß daran arbeiten, meine Chancen zu nutzen. Davon bekommt man gegen die Guten nicht viele."
Text: FAZ.NET mit Material von dpa
Bildmaterial: AP