Skispringen

Hannawald hört auf

Zieht sich zurück: Sven Hannawald

Zieht sich zurück: Sven Hannawald

03. August 2005 Der frühere Weltklasse-Skispringer Sven Hannawald hat nach der Behandlung des Burn-out-Syndroms endgültig den Absprung vom aktiven Sport geschafft. 18 Monate nach seinem letzten Wettkampf beim Weltcup in Salt Lake City verkündete der 30jährige am Mittwoch sein Karriereende. „Ich möchte mich nicht mehr den Belastungen des Profi-Sports aussetzen. Es würde nach der längeren Regenerations-Phase zu lange dauern, um meine einstige Form wieder zu erreichen“, begründete Hannawald den lange erwarteten Rücktritt.

Mit seinem Triumph bei der Vierschanzentournee 2001/02, wo er als bisher einziger Skispringer alle vier Wettbewerbe gewann, hatte der gebürtige Sachse Sport-Geschichte geschrieben. In seiner Erfolgs-Statistik stehen unter anderem auch der Olympiasieg 2002 mit der Mannschaft sowie zwei WM-Titel im Skifliegen (2000, 2002). „Er hat mehr erreicht als jeder andere Springer. Er ist eine Symbolfigur im Skispringen“, sagte Bundestrainer Peter Rohwein über den Hinterzartener.

„Entscheidung war längst überfällig“

Nach jahrelangen Höhenflügen hatte Hannawald im April 2004 einen Zusammenbruch erlitten und sich in ärztliche Behandlung begeben müssen, die er über ein Jahr lang beanspruchte. In Gesprächen mit der Führung des Deutschen Skiverbandes (DSV) hatte Hannawald sich zwar die Möglichkeit eines Comebacks stets offen gehalten, doch das innere Feuer kehrte einfach nicht mehr zurück. „Es spricht für ihn, daß er die Entscheidung getroffen hat. Wir haben alle gewußt, daß eine Rückkehr immer unwahrscheinlicher wird, je länger die Pause dauert“, sagte Rohwein.

Auch der frühere Bundestrainer Reinhard Heß, unter dessen Regie Hannawald seine größten sportlichen Erfolge gefeiert hatte, begrüßte den Rücktritt seines einstigen Schützlings. „Die Entscheidung war längst überfällig. Es ist der richtige Weg, sich neu zu orientieren und sich dem Leben nach dem Sport zu widmen. Ich hoffe, es wird für ihn eine Erleichterung“, sagte Heß. Seiner Ansicht nach werden auch die Fans Hannawalds Schritt verstehen und ihn immer in guter Erinnerung behalten. „Er geht als einer der größten Springer in die Sport-Historie ein“, erklärte Heß.

Zukunft offen

Ob Hannawald dem Skisprung erhalten bleibt, ist offen. „Es wäre zu früh, darüber zu spekulieren, ob er einmal im DSV eine Funktion übernimmt. Aber ich bin überzeugt, daß er immer mal wieder vorbeischaut, denn Skispringen war sein Leben. Er ist stets willkommen“, sagte Rohwein. Er war über Hannawalds Pläne informiert.

Auch Hannawald hat sich über die Zeit nach dem Sport noch keine Gedanken gemacht. „Ich werde in Zukunft sicherlich weiterhin in der Öffentlichkeit zu sehen sein“, kündigte er lediglich an. Wahrscheinlich schon am Wochenende beim Sommer-Grand-Prix vor seiner Haustür in Hinterzarten, wo ihm die Zuschauer sicher einen würdigen Abschied bereiten werden.

Text: FAZ.NET mit Material von dpa/sid
Bildmaterial: AP, dpa/dpaweb, picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa/dpaweb, picture-alliance/ dpa/dpaweb

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