Nationenpreis in Aachen

„Hier zu gewinnen, ist immer noch etwas besonderes“

04. Juli 2008 Mit Bravour haben die deutschen Springreiter ihre Olympia-Generalprobe bestanden. Beim Nationenpreis des CHIO in Aachen feierten sie am Donnerstagabend vor 37.000 Zuschauern den Hattrick. Schon vor dem letzten Ritt stand der erneute Erfolg fest. Die Sieger waren so überlegen, dass Europameisterin Meredith Michaels-Beerbaum als Schlussreiterin gar nicht mehr starten musste.

„Hier zu gewinnen, ist immer noch etwas besonderes“, sagte ihr Schwager Ludger Beerbaum. Deutschland triumphierte mit 16 Strafpunkten vor den Niederlanden (20). Auf den geteilten dritten Platz kamen die Vereinigten Staaten und Großbritannien (21).

„Oberste Priorität war, die Stangen liegen zu lassen“

Den Grundstein für den erneuten Sieg der Springreiter hatte die Gastgeber-Equipe bereits in der ersten Runde gelegt. Zwar patzte Marco Kutscher (Riesenbeck) mit Montender und lieferte das Streichergebnis, aber seinen Teamkollegen unterlief kein Abwurf. Christian Ahlmann (Marl) ritt mit Cöster völlig makellos, während Ludger Beerbaum (Riesenbeck) mit All Inclusive und Meredith Michaels- Beerbaum (Thedinghausen) mit Shutterfly jeweils einen Strafpunkt für Zeitüberschreitung erhielten. „Die Zeit war sehr knapp bemessen. Oberste Priorität war, die Stangen liegen zu lassen“, sagte Ludger Beerbaum, der vor seiner sechsten Olympia-Teilnahme steht.

In der zweiten Runde purzelten bei Kutscher und seinem Hengst, der in der vergangenen Saison lange verletzt war, erneut zwei Stangen. „Es ist nicht zu ändern“, sagte Bundestrainer Kurt Gravemeier. Und die Kollegen mussten es wieder retten. Ahlmann und Beerbaum sicherten den vorzeitigen Sieg, Michaels-Beerbaum durfte mitfeiern, ohne ein zweites Mal reiten zu müssen. Die Stärke der Kollegen und die Fehler der Konkurrenz machten es möglich.

„Er ist das beste Pferd der Welt“

Ihre derzeitige Topform bewiesen Michaels-Beerbaum und Shutterfly aber auch in nur einer Runde. Der Wallach bestätigte ihre Einschätzung: „Er ist das beste Pferd der Welt.“ So sind sie auch die Favoriten für den Großen Preis am Sonntag. „Ich bin gerne Favoritin, denn das heißt ja, dass ich und das Pferd gut sind“, sagte die Europameisterin.

Besonders erfreulich war der Abend vor allem für Ahlmann. Der Doppel-Europameister von 2003 musste vor zwei Wochen ein Turnier in Cannes abbrechen, weil sein Olympiapferd Cöster eine rätselhafte Rückenverletzung erlitt. Der CHIO in Aachen ist für den 15-jährigen Wallach der Härtetest, den er am Donnerstag glänzend bestanden hat. Cöster lief tadellos, auch wenn ausgerechnet am letzten Hindernis eine Stange fiel. „Ich habe zu viel an die Zeit gedacht“, sagte Ahlmann: „Da gab es den Netzroller.“



Text: FAZ.NET mit dpa
Bildmaterial: ddp, dpa

 
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