03. Mai 2008 Die Handball-Klubs Rhein-Neckar Löwen und die SG Flensburg-Handewitt mussten bittere Niederlagen einstecken: Für die Löwen droht der Traum vom ersten Titel der Vereinsgeschichte zu platzen und die SG Flensburg-Handewitt muss wohl die Deutsche Meisterschaft abschreiben.
Im Final-Hinspiel im Europacup der Pokalsieger bei MKB Veszprem musste sich die Mannschaft von Trainer Juri Schewzow mit 32:37 (20: 20) geschlagen geben und geht mit einer schweren Hypothek ins Rückspiel am 10. Mai.
Bei den Löwen spielen die Nerven nicht mit
Vor 2000 lautstarken Zuschauern, darunter 160 Löwen-Fans, verspielten die Rhein-Neckar Löwen in der Schlussphase eine bessere Ausgangsposition. Zu hektisch wurde im Angriff abgeschlossen, während die vom ehemaligen Bundesliga-Coach Lajos Mocsai trainierten Ungarn ihre Chancen konsequenter nutzten.
Im ersten Durchgang standen sich beide Mannschaften in nichts nach, waren auch schwach in der Abwehr. Die Rhein-Neckar Löwen verloren nach der Pause jedoch den Faden und gerieten 24:30 (42.) ins Hintertreffen. Nachdem sich die Gäste wieder herangekämpft hatten (28:31/46.), spielten die Nerven beim aktuellen Bundesliga-Vierten nicht mit. Bester Werfer für den 15-maligen ungarischen Meister war Marko Vujin mit neun Toren, für die Löwen kamen Uwe Gensheimer und Mariusz Jurasik auf je sechs Treffer.
Flensburg hat nun drei Punkte Rückstand auf Kiel
Die SG Flensburg-Handewitt hat den deutschen Meister-Titel so gut wie verspielt. Der Tabellenzweite der Handball-Bundesliga verlor am Samstag beim SC Magdeburg mit 28:32 (10:14) und hat zwei Spieltage vor Saisonende drei Punkte Rückstand auf Spitzenreiter und Titelverteidiger THW Kiel.
6008 Zuschauer in der Magdeburger Bördelandhalle feierten Torhüter Silvio Heinevetter als besten Akteur der Gastgeber und mit dem ersten Heimsieg über die Flensburger seit 2004 das Ende einer schwarzen Serie. Die Magdeburger festigten mit dem 16. Saisonsieg ihren achten Rang und können weiter auf einen Europacup-Platz für die kommende Saison hoffen, wenn zwei der drei deutschen Europacup-Finalisten den Pokal gewinnen.
Wilhelmshaven hofft dank 18 Toren von Christophersen weiter
Auf dem 7. Platz bleibt der TBV Lemgo, der sich mit mehr Mühe als erwartet im Ostwestfalen-Duell mit 33:31 (18:12) gegen den TuS N-Lübbecke gewann. Die Nationalspieler Florian Kehrmann (7) und Michael Kraus (6) hatten vor 4412 Zuschauern wesentlichen Anteil am knappen Erfolg. Im Kampf gegen den Abstieg hat der Wilhelmshavener HV wieder Hoffnung geschöpft. Der Tabellenletzte erkämpfte sich dank der 18 Tore von Sven-Sören Christophersen ein 30:30 (14:14) gegen den TV Großwallstadt. Der Jung-Nationalspieler verfehlte damit die Bundesliga-Rekordmarke des Polen Jerzy Klempel aus der Saison 1982/83 nur um einen Treffer.
Wilhelmshaven rangiert damit nur noch einen Punkt hinter dem Relegationsplatz 16, den TuSEM Essen einnimmt. Der Aufsteiger verlor in heimischer Halle mit 27:30 (11:14) gegen Frisch Auf Göppingen. Bemerkenswert: Essen bot als zweiten Torhüter den 42-jährigen ehemaligen Nationalkeeper Jens Kürbis auf, der mehr als drei Jahre nach seinem Karriereende den verletzten Gerrie Eijlers ersetzte.
Die Frauen des 1.FC Nürnberg siegen hoch in Leipzig
Die Handballerinnen des 1. FC Nürnberg sind wiederum auf Titelkurs. Im Kampf um die deutsche Meisterschaft setzte sich der Titelverteidiger am Samstag im Final-Hinspiel beim Pokalsieger HC Leipzig mit 34:32 (18:14) durch und verschaffte sich damit für das entscheidende Duell am Pfingstsonntag vor heimischer Kulisse eine gute Ausgangsposition. Das war ein sensationelles Spiel auf beiden Seiten mit einem verdienten Sieger, resümierte Nürnbergs Trainer Herbert Müller nach der Neuauflage des DHB-Pokalfinales, das die Leipzigerinnen am 12. April in Riesa noch mit 33:28 für sich entschieden hatten.
Erfolgreichste Torschützinnen im hart umkämpften Spiel waren beim Sieger Nationalspielerin Ania Rösler (6/3), sowie Franziska Beck, Kerstin Wohlbold und die Schwedin Maja Sommerlund (je 5). Beim HCL überragten die Norwegerin Mette Ommundsen (9/4), die Brasilianerin Idalina Borgues-Mesquita (7) sowie die Polin Karolina Kudlacz (5).
Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AP